Die Rahmenbedingungen der am 19. Oktober öffnenden Frankfurter Buchmesse 2021 sind gesetzt. Weniger Aussteller, weniger Besucher, breitere Gänge. im großen und ganzen lässt das diesjährige Konzept auf eine angenehme Buchmesse hoffen, in deren Mittelpunkt dieses Mal tatsächlich das Buch stehen könnte, und nicht seine Vertreter.
Endlich wieder Präsenz! Am 19. Oktober öffnet die 73. Frankfurter Buchmesse wieder ihre Türen und Tore. Die Anspannung und Vorfreude ist groß, denn nachdem die Bücherschau im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie beinahe ausschließlich digital stattfinden musste, sind nun sowohl Aussteller als aus Besucher vor Ort geplant - wenn auch in sehr abgespeckter Form. 1500 Aussteller aus 74 Ländern hätten sich bisher angemeldet, wie Buchmessendirektor Juergen Boos mitteilte. Im Oktober 2019, auf der letzten Buchmesse unter üblichen Bedingungen, waren es rund 7500 aus 120 Ländern. Viel Platz also, der in diesem Jahr dafür verwendet wird, den Besuchern Platz zu lassen.
Wer nach wie vor einem antiquierten "mehr ist besser"-Ethos anhängt, könnte annehmen, die diesjährige Bücherschau wäre die "schlechtere" Version einer "echten" Frankfurter Buchmesse. Wer aber der Bücher wegen eine Buchmesse besucht, könnte zu einem exakt gegenteiligen Ergebnis kommen. Die Buchmesse 2021 hat tatsächlich das Potenzial, zu einer Messe werden, in deren Mittelpunkt das Buch steht; eine Veranstaltung, in der das ein oder andere Gespräch als Zutat und nicht als Hauptzweck dient. Kein Gewusel, mehr Kontemplation. Natürlich ist der Buchmarkt ein Geschäft. Bücher aber, sind es qua Definition nicht. Und wie großartig ist doch die Vorstellung, Letzteres würde Ersteres als Hauptanliegen einer internationalen Literaturveranstaltung ersetzen.
Dass die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr keine "normale" Bücherschau sein wird, weiß auch Boos. Dennoch ist der Buchmessendirkektor optimistisch gestimmt und spricht von einer "Messe der Wiederbegegnung". Mehrere zehntausend Karten seien bisher verkauft worden. Die Regelung des städtischen Gesundheitsamtes sieht maximal 25.000 Besucher pro Messetag vor, an allen fünf Tagen also 125.000 und somit weniger als die Hälfte der 300.000, die 2019 gezählt wurde. Man wird atmen können. Und es reichen ja auch 200 oder 300 Wiederbegegnungen in fünf Tagen.
Corona-Regelungen
Weiterhin findet die Messe unter Einhaltung der 3-G-Regelung statt. Wer in die Messehalle will, muss also genesen, geimpft oder getestet sein. An den Eingängen hat man Testzentren errichtet, in den Innenräumen herrscht - feste Sitzplätze und Messestände sind davon ausgeschlossen - eine Maskenpflicht. Auch die Gänge zwischen den Ständen wurden von drei auf sechs Meter verbreitert, um Menschenballungen zu vermeiden. Sollten sich doch Grüppchen bilden, ist der Ordnungsdienst angewiesen, diese aufzulösen.
Insgesamt 200 Autoren werden auf dem Messegelände und/oder im Zuge der 57 Veranstaltungen des "Bookfests" in der Frankfurter Innenstadt zu erleben sein. Allein 58 von ihnen kommen aus dem diesjährigen Gastland Kanada angereist, allen voran die Friedenspreisträgerin Margaret Atwood. Unter den deutschen Autoren sind unter anderem Stefan Aust, Robert Habeck, Volker Kutscher und Sven Regener dabei.
Ein großes Publikumswochenende
Das Publikumswochenende der Frankfurter Buchmesse wird mit großer Wahrscheinlichkeit eines der angenehmsten und intensivsten der letzten Jahre, vielleicht Jahrzehnte werden. Mit ausreichend viel Platz für Begegnungen, eine Vielzahl an Autoren, interessanten Büchern (mehr als 400 Titel sind aus dem kanadischen ins Deutsche übersetz worden) einem vielversprechenden Programm und noch immer mehr als genügend Veranstaltungen.
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