Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse ist eine 1949 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründete, internationale Buchmesse, die alljährlich auf dem Gelände der Messe Frankfurt stattfindet. Seit 1976 wurden regionale sowie thematische Schwerpunkte gebildet, seit 1988 stellt in jedem Jahr ein anderes Gastland seine Literatur und Kultur auf der Messe aus. Während der Frankfurter Buchmesse werden hochrangige Literaturpreise, wie etwas der Deutsche Buchpreis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Jugendliteraturpreis vergeben.

Die Frankfurter Buchmesse hat eine über 500-jährige Geschichte, die bis in die frühe Neuzeit zurückgeht. Bis ins späte 17. Jahrhundert hinein war Frankfurt am Main die zentrale Bücherstadt Europas. Aufgrund der kulturellen Umwälzungen in Folge der Reformation aber, verschwand Frankfurt im 18. Jahrhundert von der Bildfläche, und die Leipziger Buchmesse wurde zum zentralen Ort des europäischen Buchhandels. Erst 200 Jahre später lebte die Frankfurt Buchmesse wieder auf. Die erste große Buchmesse der Nachkriegszeit fand vom 18. bis 23. September 1949 in der Frankfurter Paulskirche statt.

Frankfurter Buchmesse als Sammelpunkt der Literaturszene

Die Frankfurter Buchmesse gilt als Schnittstelle der internationalen Literaturszene, die Verleger, Literaturagenten, Buchhändler, Bibliothekare, Künstler und Autoren vereint. Außerdem wird die Messe zunehmend als Produktionsort für Rundfunksendungen genutzt. So findet immer mehr Literatursendungen direkt auf den Bühnen der Buchmesse statt, die im Netzt live gestreamt werden. Das Wohnzimmer bekannteste Format ist die vom ZDF produzierte Talk-Reihe Das Blaue Sofa, auf dem alljährlich prominente Autoren, Schriftsteller, Wissenschaftler und Philosophen Platz nehmen.

Bisherige Leiter der Frankfurter Buchmesse

  • 1949 - 1957: Wilhelm Müller
  • 1957 - 1974: Sigfred Taubert
  • 1975 - 2000: Peter Weidhaas
  • 2000 - 2002: Volker Neumann
  • Seit 1. April 2002: Juergen Boos

Gastländer und Themenschwerpunkte

Seit 1988 empfängt die Frankfurter Buchmesse jährlichen einen sogenannten Ehrengast. Dabei handelt es sich um ein Gastland bzw eine Gastregion, die mit ihrem Programm einen besonderen Schwerpunkt bildet. Der Ehrengast veranstaltet ein kulturelles Rahmenprogramm, zu dem u.a. Lesungen, Literaturförderungen und Preisverleihungen gehören.

Gastländer und Themen seit 2010

  • 2010: Argentinien / Thema: "Kultur in Bewegung"
  • 2011: Island / Thema: "Sagenhaftes Island"
  • 2012: Neuseeland / Thema: Bevor es bei euch hell wird"
  • 2013: Brasilien / Thema: "Ein Land voller Stimmen"
  • 2014: Finnland / Thema: "Finnland. Lesen."
  • 2015: Indonesien / Thema: "17. 000 Inseln der Imagination"
  • 2016: Flandern und Niederlande / Thema: "Dies ist, was wir teilen"
  • 2017: Frankreich / Thema: "Frankfurt auf Französisch"
  • 2018: Georgien / Thema: "Georgia – Made by Characters"
  • 2019: Norwegen / Thema: "Norwegen – Der Traum in uns"
  • 2020/2021: Kanada / Thema: "Kanada – Eine einzigartige Vielfalt"

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