Der Apfelbaum von Christian Berkel: Eine Familie kann ihre Vergangenheit verschweigen – verschwinden lässt sie sich nicht

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Familiengeschichten besitzen eine merkwürdige Ordnung. Manche Ereignisse werden bei jeder Gelegenheit erzählt, andere jahrzehntelang kaum erwähnt. Aus Wiederholungen entstehen Gewissheiten, aus Schweigen entstehen Lücken. Und irgendwann versucht die nächste Generation herauszufinden, was davon Erinnerung, Verdrängung oder vielleicht schon Erfindung ist.

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Der Apfelbaum: Roman | »Eine dramatische Liebes- und Familiengeschichte, hervorragend erzählt.« FAZ

Christian Berkel macht genau diese Unsicherheit zum Ausgangspunkt seines Debütromans „Der Apfelbaum“. Er erzählt darin die Geschichte seiner eigenen Familie, vor allem die seiner Eltern Sala und Otto. Dafür recherchierte er in Archiven, las Briefe, reiste an frühere Lebensorte und führte Gespräche mit seiner Mutter. Wo die Erinnerung nicht mehr ausreichte, begann die Literatur. Berkel nennt diesen Vorgang selbst prägnant: Er sei jahrelang vor seiner Geschichte davongelaufen und habe sie anschließend neu erfunden.

Das macht „Der Apfelbaum“ zu mehr als einem historischen Familienroman. Das Buch stellt eine grundsätzlichere Frage: Wie erzählt man eine Vergangenheit, die tatsächlich stattgefunden hat, wenn diejenigen, die sie erlebt haben, sich nicht mehr erinnern können – oder jahrzehntelang nicht darüber sprechen wollten?

Worum geht es in „Der Apfelbaum“?

Die zentrale Geschichte beginnt 1932 in Berlin. Sala ist dreizehn, Otto siebzehn, als sie sich kennenlernen und ineinander verlieben. Schon ihre Herkunft trennt sie: Otto stammt aus einfachen Verhältnissen und der Arbeiterklasse, Sala wächst in einem intellektuellen Umfeld mit jüdischen Wurzeln auf. Was zunächst wie eine ungewöhnliche Jugendliebe beginnt, gerät bald unter den Druck der deutschen Geschichte.

1938 muss Sala Deutschland verlassen. Ihr Weg führt sie unter anderem nach Paris. Nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich wird sie bei einem Fluchtversuch verraten und im südfranzösischen Lager Gurs interniert. Schließlich gelangt sie zurück nach Deutschland und taucht unter. Otto studiert währenddessen Medizin, wird Sanitätsarzt bei der Wehrmacht und gerät kurz vor Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft. Erst 1950 kehrt er nach Berlin zurück.

Auch Sala versucht nach dem Krieg, irgendwo neu anzufangen. Ihre Suche führt sie bis nach Buenos Aires. Doch die Vergangenheit bleibt erstaunlich reisefreudig. Als sie nach Deutschland zurückkehrt und Ottos Namen im Telefonbuch entdeckt, liegen zehn Jahre zwischen ihrer letzten Begegnung und diesem möglichen Neubeginn.

Berkel erzählt diese Geschichte über mehrere Generationen und zahlreiche Orte hinweg – von Berlin über Ascona und Paris bis nach Gurs, Moskau und Buenos Aires. Dabei folgt der Roman nicht einfach einer sauber sortierten Familienchronik. Erinnerung hält sich schließlich selten an Jahreszahlen.

Wenn die eigene Mutter langsam zur historischen Quelle wird

Der interessanteste Teil von „Der Apfelbaum“ liegt deshalb nicht allein in der außergewöhnlichen Biografie von Sala und Otto. Entscheidend ist die Position ihres Sohnes.

Christian Berkel versucht, die Geschichte seiner Eltern zu rekonstruieren, während seine hochbetagte Mutter zunehmend unter Demenz leidet. Gespräche mit ihr bilden eine Ebene des Romans. Daneben stehen Briefe, Archivmaterial und Berkels eigene Recherchen. Wo sich die Vergangenheit nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren lässt, füllt er die Leerstellen literarisch.

Damit bewegt sich „Der Apfelbaum“ bewusst zwischen Familiengeschichte und Fiktion.

Das ist mehr als eine formale Besonderheit. Berkel macht sichtbar, dass Erinnerung grundsätzlich eine Konstruktion ist. Menschen speichern ihr Leben nicht wie ein Archiv. Sie vergessen, verschieben, verdrängen und erzählen dieselbe Geschichte irgendwann anders als zwanzig Jahre zuvor.

Bei Sala bekommt diese Unsicherheit durch ihre Demenz eine zusätzliche Schärfe. Der Sohn sucht nach einer Vergangenheit, während die wichtigste Zeugin langsam den Zugang zu ihr verliert.

Das Schreiben wird dadurch zu einem Wettlauf gegen das Vergessen – allerdings ohne die Illusion, am Ende eine vollständig gesicherte Wahrheit zu besitzen.

Sala und Otto: Eine Liebesgeschichte, die nicht romantisch geordnet verläuft

Der Verlag stellt „Der Apfelbaum“ auch als Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe vor. Das ist richtig, kann aber einen falschen Eindruck erzeugen. Sala und Otto durchlaufen keine klassische Romanze, die lediglich durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wird.

Dafür sind ihre Lebenswege zu kompliziert.

Sie trennen Herkunft und soziale Klasse, später Verfolgung, Krieg, Gefangenschaft, Kontinente und andere Beziehungen. Ihre Verbindung überlebt nicht deshalb, weil beide unbeirrt aufeinander warten. Gerade die Umwege gehören zu ihrer Geschichte.

Das macht ihre Beziehung interessanter. Berkel erzählt Liebe weniger als romantische Bestimmung denn als eine merkwürdige Beharrlichkeit. Menschen können ihr Leben verändern, andere Partner finden, Länder verlassen und neue Identitäten annehmen – und trotzdem bleibt jemand aus einer früheren Zeit Bestandteil der eigenen Biografie.

Dass Sala nach ihrer Rückkehr Ottos Namen ausgerechnet in einem Telefonbuch findet, passt wunderbar zu diesem Roman. Nach Flucht, Krieg und Gefangenschaft hängt eine der wichtigsten Beziehungen ihres Lebens plötzlich an einer alltäglichen alphabetischen Liste.

Geschichte tritt gern monumental auf. Das Leben selbst ist gelegentlich prosaischer.

Deutsche Geschichte findet nicht nur in Geschichtsbüchern statt

„Der Apfelbaum“ umfasst große historische Ereignisse: Nationalsozialismus, antisemitische Verfolgung, Zweiter Weltkrieg, Internierung, Kriegsgefangenschaft und Nachkriegszeit. Trotzdem versucht Berkel nicht, daraus einen historischen Überblick zu bauen.

Er betrachtet Geschichte durch eine Familie.

Dadurch verändert sich der Maßstab. Politische Entscheidungen werden zu Ortswechseln. Antisemitismus bedeutet nicht nur Gesetzgebung und Ideologie, sondern für Sala die konkrete Frage, wo sie leben kann und wem sie vertrauen darf. Der Krieg erscheint für Otto nicht als Pfeil auf einer militärischen Landkarte, sondern als jahrelanger Eingriff in seine Biografie.

Gerade darin liegt eine Stärke des Familienromans als Form. Große Geschichte wird nicht kleiner, aber sie bekommt Gesichter.

Gleichzeitig vermeidet Berkel die bequeme Vorstellung, eine Familie könne sich eindeutig außerhalb ihrer Zeit positionieren. Die Biografien sind widersprüchlich. Opfererfahrungen, Anpassung, Überleben und persönliche Entscheidungen stehen nebeneinander. Der Sohn schreibt deshalb keine Heldengeschichte seiner Eltern.

Er versucht eher zu verstehen, wie Menschen durch ein Jahrhundert gelangen, das ihnen ständig neue Rollen zuweist.

Der Apfelbaum und die schwierige Frage nach Heimat

Schon der Titel lenkt den Blick weg von Krieg und Politik auf etwas auffällig Alltägliches: einen Apfelbaum.

Das passt zu einem Roman, in dem Heimat nie besonders zuverlässig ist. Sala muss Deutschland verlassen, lebt in Frankreich und später Argentinien. Otto verliert Jahre seines Lebens an Krieg und Gefangenschaft. Orte wechseln, Wohnungen verschwinden, politische Grenzen verändern ihre Bedeutung.

Ein Baum funktioniert dazu als Gegenbild. Er bleibt an einem Ort. Menschen können das nicht immer.

Gerade deshalb lässt sich der Apfelbaum weniger als großes Symbol lesen denn als Bild für Herkunft und Erinnerung: für etwas, das mit einem Ort verbunden ist, obwohl die Menschen längst weitergezogen sind. Der Roman interessiert sich immer wieder für diese Spannung zwischen Herkunft und Zugehörigkeit. Woher jemand kommt, ist schließlich eine biografische Tatsache. Ob dieser Ort noch Heimat bedeutet, ist eine andere Frage.

Für Berkel selbst bekommt das Motiv eine zusätzliche Ebene. Er schreibt über eine Familiengeschichte, die vor seiner Geburt beginnt und trotzdem Bestandteil seiner eigenen Identität geworden ist.

Man erbt eben nicht nur Namen, Gesichtszüge oder Gegenstände. Manchmal erbt man auch Geschichten, über die niemand gern gesprochen hat.

Erfinden, um der Wahrheit näherzukommen

Gerade hier liegt die literarisch spannendste Entscheidung des Buches. Berkel bezeichnet „Der Apfelbaum“ ausdrücklich als Roman und nicht als Familienbiografie.

Das ist wichtig.

Archive können dokumentieren, wann jemand an einem bestimmten Ort war. Briefe können zeigen, was jemand geschrieben hat. Sie können aber kaum vollständig rekonstruieren, was Sala in einem bestimmten Augenblick empfand oder welche Gedanken Otto in einer Situation hatte.

Berkel erlaubt sich deshalb Fiktion.

Auf den ersten Blick wirkt das paradox: Er erfindet, um die Wahrheit seiner Familie zu erzählen. Tatsächlich ist es eine ehrliche Lösung für ein Problem, das viele autobiografische Bücher lieber verdecken. Wo Quellen fehlen, gibt es keine lückenlose Vergangenheit mehr. Man kann die Lücke markieren – oder versuchen, sie erzählerisch zu betreten.

Das funktioniert in „Der Apfelbaum“ meistens gut, verlangt vom Leser aber Aufmerksamkeit. Zeiten, Figuren und Orte wechseln, Erinnerung und Rekonstruktion liegen nah beieinander. Wer eine streng chronologische historische Familiensaga erwartet, kann diese Struktur zunächst als sprunghaft empfinden.

Doch sie entspricht dem Gegenstand. Berkel findet seine Familiengeschichte schließlich nicht ordentlich abgeheftet vor. Er muss sie zusammensetzen.

Sala steht im Zentrum, aber Otto verändert den Blick

Obwohl „Der Apfelbaum“ die Geschichte beider Eltern erzählt, entwickelt Sala eine besondere Präsenz. Ihre jüdische Familiengeschichte, Flucht, Internierung und die Jahre zwischen verschiedenen Ländern geben dem Roman einen großen Teil seiner Bewegung.

Otto setzt dazu einen wichtigen Kontrapunkt.

Er stammt aus einem anderen sozialen Milieu, arbeitet sich nach oben, studiert Medizin und erlebt den Krieg als Sanitätsarzt der Wehrmacht. Danach folgen Jahre sowjetischer Gefangenschaft. Beide Figuren erleben damit dieselbe historische Epoche aus sehr unterschiedlichen Positionen.

Das verhindert eine zu einfache Familienerzählung. „Der Apfelbaum“ handelt nicht von der deutschen Erfahrung des 20. Jahrhunderts. Schon innerhalb einer einzigen Familie existieren verschiedene Geschichten gleichzeitig.

Das ist vielleicht eine der klügsten Einsichten des Romans. Familien wirken von außen wie eine Einheit. Von innen bestehen sie aus Menschen, die selbst gemeinsame Ereignisse vollkommen unterschiedlich erlebt haben.

Ein Jahrhundert braucht nicht auf jeder Seite große Gesten

Berkels Sprache bleibt über weite Strecken kontrolliert und vergleichsweise unaufdringlich. Angesichts von Verfolgung, Hunger, Krieg und Gefangenschaft wäre es leicht gewesen, jede Szene zusätzlich emotional aufzuladen. Der Roman vertraut häufig darauf, dass die Ereignisse selbst genügend Gewicht besitzen.

Das passt besonders gut zu den Passagen über Erinnerung. Berkel schreibt nicht aus der Position eines allwissenden Familienchronisten. Immer wieder bleibt spürbar, dass hier jemand sucht.

Allerdings hat die große zeitliche und geografische Spannweite ihren Preis. Der Roman möchte mehrere Generationen, unterschiedliche Milieus und zahlreiche historische Stationen miteinander verbinden. Dadurch wirken Übergänge mitunter abrupt, manche Nebenfiguren bleiben blasser, als ihre Familiengeschichte zunächst erwarten lässt.

Gerade am Anfang verlangt das Buch deshalb Konzentration. Wer sich darauf einlässt, erkennt allerdings bald, dass die Unordnung teilweise zum Thema gehört: „Der Apfelbaum“ erzählt nicht nur Familiengeschichte. Er erzählt auch davon, wie schwierig es ist, überhaupt eine zusammenhängende Familiengeschichte herzustellen.

Stärken und Schwächen von „Der Apfelbaum“

Stärken

  • Die Verbindung von privater und deutscher Geschichte: Nationalsozialismus, Verfolgung, Krieg und Nachkriegszeit bleiben keine historische Kulisse, sondern greifen unmittelbar in die Lebenswege von Sala und Otto ein.
  • Der Umgang mit Erinnerung: Besonders interessant ist die Frage, was geschieht, wenn Archive, Briefe und Erinnerungen nicht ausreichen und Literatur die fehlenden Stellen übernehmen muss.
  • Sala und Otto als unterschiedliche historische Perspektiven: Ihre soziale Herkunft und ihre Erfahrungen während des Krieges verhindern eine eindimensionale Familienchronik.
  • Der Verzicht auf eine Heldengeschichte: Berkel verklärt seine Eltern nicht zu Symbolfiguren. Widersprüche und Umwege dürfen bestehen bleiben.
  • Die persönliche Motivation des Autors: Dass Berkel seine eigene Herkunft untersucht, gibt dem Roman eine Dringlichkeit, die sich nicht künstlich herstellen lässt.

Schwächen

  • Die Struktur verlangt Aufmerksamkeit: Wechsel zwischen Generationen, Zeiten und Orten können besonders zu Beginn unübersichtlich wirken.
  • Nicht jede Figur bekommt dieselbe Tiefe: Die enorme Spannweite des Familienmaterials führt zwangsläufig dazu, dass manche Personen eher Stationen der Geschichte als vollständig entwickelte Figuren bleiben.
  • Die Grenze zwischen Dokument und Erfindung bleibt bewusst unscharf: Literarisch ist das interessant, für Leser einer eher dokumentarischen Familienbiografie kann es jedoch irritierend sein.
  • Die große historische Strecke erzeugt gelegentlich Distanz: Wo viele Jahrzehnte in einem Roman Platz finden müssen, können einzelne Lebensphasen schneller vorbeiziehen, als ihre Bedeutung erwarten ließe.

Für wen eignet sich „Der Apfelbaum“?

Der Roman eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die Familienromane vor historischem Hintergrund, autobiografisch inspirierte Literatur und Geschichten über Erinnerung und Herkunft mögen. Wer Bücher sucht, in denen deutsche Geschichte nicht über politische Hauptfiguren, sondern über private Biografien sichtbar wird, findet hier einen interessanten Zugang.

Man sollte allerdings keinen klassischen historischen Roman erwarten, der chronologisch von Ereignis zu Ereignis führt. „Der Apfelbaum“ lebt gerade von den Übergängen zwischen Erinnerung, Recherche und Erfindung.

Auch Leser von Familiengeschichten wie denen von Dörte Hansen oder historischen Generationenromanen könnten Anknüpfungspunkte finden, obwohl Berkel stärker autobiografisch arbeitet. Im Zentrum steht letztlich nicht die Frage, wie außergewöhnlich seine Familie war. Interessanter ist, warum ein Sohn Jahrzehnte später das Bedürfnis entwickelt, ihre Geschichte noch einmal zu erzählen.

Über Christian Berkel

Christian Berkel wurde 1957 in West-Berlin geboren und ist vor allem als Schauspieler bekannt. „Der Apfelbaum“ erschien 2018 und war sein literarisches Debüt. Für den Roman recherchierte er über Jahre seine eigene Familiengeschichte, besuchte Archive, wertete Briefe aus und reiste an Orte, die für die Biografien seiner Eltern und Großeltern wichtig waren.

Das Buch wurde zum Bestseller und blieb nicht Berkels einziger Roman. Mit „Ada“ führte er seine literarische Beschäftigung mit Familie und deutscher Geschichte weiter.

Dabei ist „Der Apfelbaum“ keine Vorstufe zu einer Schauspieler-Autobiografie. Berkel benutzt seine Herkunft vielmehr als literarisches Material. Die eigene Person tritt erstaunlich weit zurück. Interessanter sind ihm diejenigen, die vor ihm da waren.

Was eine Familie nicht erzählt, verschwindet trotzdem nicht

„Der Apfelbaum“ ist besonders dort stark, wo Christian Berkel nicht nur rekonstruiert, was seinen Eltern widerfahren ist, sondern über die Unsicherheit dieser Rekonstruktion schreibt. Sala und Otto werden durch Krieg, Verfolgung, Gefangenschaft und Migration getrennt. Doch ebenso wichtig wie diese historischen Ereignisse ist die Frage, was Jahrzehnte später von ihnen übrig bleibt.

Berkel besitzt Briefe, Dokumente und Erinnerungen. Trotzdem fehlen Teile. Also tut er etwas, das ein Historiker nur sehr vorsichtig tun dürfte und ein Romancier tun muss: Er stellt sich vor, was gewesen sein könnte.

Dadurch wird „Der Apfelbaum“ zu einem Roman über das Weiterleben von Geschichte innerhalb einer Familie. Das 20. Jahrhundert endet nicht mit einer Jahreszahl. Es sitzt später am Küchentisch, taucht in einem alten Brief auf oder steckt in einer Geschichte, bei der niemand mehr genau sagen kann, ob sie wirklich so passiert ist.

Vielleicht ist das der eigentliche Apfelbaum dieses Romans. Herkunft bleibt nicht deshalb bestehen, weil wir uns zuverlässig an sie erinnern. Sie wächst weiter, auch wenn längst niemand mehr weiß, wer sie einmal gepflanzt hat.

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