Das Harbour Front Literaturfestival hat die Shortlist für seinen Debütpreis 2026 bekannt gegeben. Aus den deutschsprachigen Romandebüts des Frühjahrs und Herbstes wählte die Jury sechs Titel aus, die am 20. September im Rahmen des Programms next.gen: new voices im NICA Jazz Club Hamburg vorgestellt werden. Im Anschluss wird der mit 10.000 Euro dotierte Harbour Front Debütpreis vergeben.
Nominiert sind Katrin Zipse mit Moosland (DuMont), Martin Piekar mit Vom Fällen eines Stammbaums (Rowohlt Hundert Augen), Oliwia Hälterlein mit Wir Töchter (C.H. Beck), Son Lewandowski mit Die Routinen (Klett-Cotta), David Vajda mit Diamanten (Hanser Berlin) sowie Maja Zade mit Wand an Wand (Matthes & Seitz).
Eine Shortlist mit unterschiedlichen literarischen Handschriften
Die Auswahl vereint sehr unterschiedliche literarische Stimmen. Mit Martin Piekar und Maja Zade stehen zwei Autorinnen und Autoren auf der Shortlist, die sich bereits in anderen Gattungen einen Namen gemacht haben – Piekar als Lyriker, Zade als vielfach ausgezeichnete Dramatikerin und Drehbuchautorin. Andere Nominierte treten mit ihrem ersten Roman erstmals in den Mittelpunkt des literarischen Betriebs.
Auch die Verlage spiegeln die Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur wider. Neben etablierten Häusern wie DuMont, Hanser Berlin und C.H. Beck finden sich mit Rowohlt Hundert Augen, Klett-Cotta und Matthes & Seitz Verlage, die in den vergangenen Jahren immer wieder markante literarische Debüts veröffentlicht haben. Gemeinsam zeichnen die sechs Romane ein facettenreiches Bild des Debütjahrgangs 2026, der sich durch unterschiedliche Erzählhaltungen, Themen und ästhetische Zugänge auszeichnet.
Die Entscheidung fällt am Festivalabend
Über die Vergabe des Debütpreises entscheidet eine Jury aus Hamburger Buchhändlerinnen und Buchhändlern: Pascal Mathéus (Buchhandlung Wassermann), Can Mayaoglu (Buchhandlung im Literaturhaus Hamburg), Melanie Winkler (Thalia Norderstedt) und Julia Kemp (Buchhandlung & Antiquariat Lüders).
Eine Besonderheit des Harbour Front Debütpreises liegt in seinem Format. Die sechs Nominierten präsentieren ihre Romane zunächst im Rahmen des Festivals einem Publikum, bevor die Jury noch am selben Abend ihre Entscheidung trifft. Die Preisverleihung wird damit Teil eines öffentlichen literarischen Gesprächs, das Lesung, Diskussion und Auszeichnung miteinander verbindet.
Der Harbour Front Debütpreis hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Plattform für neue deutschsprachige Literatur etabliert. Für viele Autorinnen und Autoren markiert die Nominierung den ersten größeren Schritt in die öffentliche Wahrnehmung und macht zugleich sichtbar, welche Themen und Erzählformen eine neue Generation literarischer Stimmen prägen.
Das Harbour Front Literaturfestival findet vom 19. September bis 11. Oktober 2026 an zahlreichen Spielstätten in Hamburg statt. Das Programm verbindet internationale Literatur, gesellschaftspolitische Debatten und deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Zu den Gästen der diesjährigen Ausgabe zählen unter anderem die Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, Francis Fukuyama, Jenny Erpenbeck, Juli Zeh, Dörte Hansen, Charlotte Link, Cornelia Funke, Saša Stanišić, Robert Habeck, Joschka Fischer, Andrea Wulf, Irvine Welsh und Ronja von Rönne. Mit Formaten wie next.gen für literarische Debüts, Nah am Wasser, Rising Tide oder Family & Kids versteht sich das Harbour Front Literaturfestival als Forum für etablierte Stimmen ebenso wie für neue literarische Perspektiven und zählt zu den wichtigsten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum.
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