Der Verein Philosophicum Lech hat die Shortlist für den Tractatus – Preis für philosophische Essayistik 2026 bekannt gegeben. Sechs Bücher stehen im Finale der mit 25.000 Euro dotierten Auszeichnung, die zu den bedeutendsten Preisen für philosophische Essayistik im deutschsprachigen Raum zählt. Wer den Tractatus erhält, wird Anfang September bekannt gegeben. Die Verleihung findet am 25. September 2026 im Rahmen des 29. Philosophicum Lech in Lech am Arlberg statt.
Tractatus-Preis 2026: Diese sechs Bücher stehen auf der Shortlist
Die Auswahl traf die Jury unter dem Vorsitz von Konrad Paul Liessmann (ohne Stimmrecht). Stimmberechtigt sind die Literaturwissenschaftlerin und Essayistin Daniela Strigl, die Philosophin und Kulturjournalistin Catherine Newmarksowie der Literaturkritiker Ijoma Mangold.
Nominiert sind:
- Andreas Dorschel: Die Welt verändern. Poetik des Manifests (Vittorio Klostermann)
- Maria-Sibylla Lotter: Opfer. Über Verwundbarkeit als Selbstbild (Carl Hanser Verlag)
- Philip Manow: Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats (C.H. Beck)
- Richard Schuberth: Vom Antisemitismus, der keiner sein will (Edition Tiamat)
- Martin Warnke: Large Language Kabbala. Eine kleine Geschichte der Großen Sprachmodelle (Matthes & Seitz Berlin)
- Stefan Weidner: Yoga oder Die sanfte Eroberung des Westens durch den Osten (Carl Hanser Verlag)
Die sechs Titel zeigen, wie weit sich philosophische Essayistik heute ausgreift. Sie beschäftigen sich mit politischen Ordnungen und gesellschaftlichen Bruchlinien, mit Verwundbarkeit, Antisemitismus, den kulturellen Folgen Künstlicher Intelligenz und den Wegen des Denkens zwischen Ost und West. Gemeinsam ist ihnen der Versuch, philosophische Fragen nicht allein für ein Fachpublikum, sondern für eine breitere Öffentlichkeit fruchtbar zu machen.
Der Tractatus-Preis: Auszeichnung für philosophische Essayistik
Genau darin liegt seit seiner Gründung auf Initiative von Michael Köhlmeier der Anspruch des Tractatus. Prämiert werden Bücher, die philosophische Reflexion mit sprachlicher Qualität verbinden und Debatten anstoßen, die über den akademischen Raum hinausreichen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Peter Bieri, Hartmut Rosa, Thomas Bauer, Lisa Herzog, Isolde Charim, Philipp Hübl und zuletzt Eva Weber-Guskar.
Stefan Weidner auf der Shortlist des Tractatus-Preises 2026
Mit der Nominierung ist allen sechs Autorinnen und Autoren bereits eine besondere Anerkennung zuteilgeworden. Die Shortlist versammelt Bücher, die zeigen, wie lebendig und gesellschaftlich relevant philosophische Essayistik heute ist. Besondere Aufmerksamkeit dürfte dabei auch Stefan Weidners Yoga oder Die sanfte Eroberung des Westens durch den Osten auf sich ziehen, das zu den bemerkenswertesten philosophischen Veröffentlichungen der vergangenen Monate zählt.
Bis zur Bekanntgabe Anfang September bleibt die Entscheidung offen. Die diesjährige Shortlist verspricht in jedem Fall eine spannende Preisvergabe und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des Tractatus als Forum für philosophisches Denken, das weit über die Grenzen der Wissenschaft hinauswirkt.
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