Der Sheikh Zayed Book Award hat die Gewinner seiner 20. Ausgabe bekanntgegeben. Der Preis, organisiert vom Abu Dhabi Arabic Language Centre, zählt zu den international bedeutendsten Auszeichnungen für arabische Literatur und Kultur. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat er sich von einer regionalen Initiative zu einer globalen Plattform für Literatur, Wissenschaft und kulturellen Austausch entwickelt.
Stefan Weidner für „Arabischen Diwan“ ausgezeichnet
Unter den diesjährigen Preisträgern ist mit dem deutschen Arabisten und Übersetzer Stefan Weidner auch ein Vertreter aus Deutschland. Er wird in der Kategorie „Arabische Kultur in anderen Sprachen“ für sein Buch Der Arabische Diwan. Die schönsten Gedichte aus vorislamischer Zeit (Die Andere Bibliothek, Aufbau Verlag, Berlin 2024) ausgezeichnet.
Die Anthologie gilt als die umfangreichste Sammlung vorislamischer arabischer Poesie im deutschsprachigen Raum seit dem 19. Jahrhundert. Sie versammelt Gedichte zu Themen wie Liebe, Krieg, Stolz und Trauer und enthält erstmals auch international übersetzte Texte arabischer Dichterinnen aus vor- und frühislamischer Zeit. Ergänzt wird die Auswahl durch eine Analyse, die die Texte für ein heutiges Publikum einordnet.
Weidner bezeichnet den Preis als einen der wichtigsten weltweit, nicht nur wegen seiner Dotierung, sondern vor allem aufgrund seiner kulturellen Bedeutung und internationalen Ausstrahlung. Mit seinem „Arabischen Diwan“ knüpfe er an die lange Tradition der deutschen Auseinandersetzung mit arabischer Literatur an und verstehe den Preis als Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Weitere Preisträger und Kategorien
In der Kategorie Literatur wird der ägyptische Autor Ashraf Elashmawy für seinen Roman Births in the Zoo ausgezeichnet. Das Werk besteht aus drei verbundenen Erzählungen und zeichnet ein Bild der ägyptischen Gesellschaft aus der Perspektive des Zoos von Gizeh.
Die Kategorie Übersetzung geht an die irakisch-amerikanische Wissenschaftlerin Nawal Nasrallah für ihre englische Übertragung eines Kochbuchs aus dem 13. Jahrhundert, das Einblicke in die kulinarische Kultur von Al-Andalus bietet.
Der marokkanische Wissenschaftler Mustapha Rajouane erhält den Preis als Nachwuchsautor für eine Studie zur Rhetorik im arabischen Roman. In der Kategorie Literatur- und Kunstkritik wird der jordanische Autor Zuhair Tawfiq ausgezeichnet, der die historischen Entwicklungen von Selbst- und Fremdbildern zwischen arabischer und westlicher Welt untersucht.
Der ägyptische Religionsphilosoph Mohamed Othman Elkhosht wird für seine mehrbändige Enzyklopädie der Weltreligionen geehrt. Im Bereich Verlagswesen und Technologien wird die Emirates Literature Foundation ausgezeichnet, die mit Programmen und Veranstaltungen zur Förderung von Literatur in den Vereinigten Arabischen Emiraten beiträgt.
Kulturelle Persönlichkeit des Jahres
Die Auszeichnung als „Kulturelle Persönlichkeit des Jahres“ geht an die ägyptische Sängerin Nagat El Saghira. Sie zählt zu den prägenden Stimmen der arabischen Musik des 20. Jahrhunderts und steht für die Verbindung von Poesie und Gesang in der arabischen Kulturtradition.
Internationale Reichweite und Bedeutung
Für die diesjährige Ausgabe wurden mehr als 4.000 Einreichungen aus 74 Ländern eingereicht. Seit seiner Gründung hat der Preis über 33.000 Bewerbungen erhalten und 144 Preisträger ausgezeichnet.
Neben der Auszeichnung selbst fördert der Sheikh Zayed Book Award auch die internationale Verbreitung arabischer Literatur durch ein Übersetzungsstipendium, das Verlage bei der Übertragung ausgewählter Werke unterstützt.
Die Preisverleihung findet zu einem späteren Zeitpunkt in Abu Dhabi statt. Die Auszeichnung ist mit hohen Preisgeldern verbunden: Die „Kulturelle Persönlichkeit des Jahres“ erhält 1 Million AED, die übrigen Kategorien sind jeweils mit 750.000 AED dotiert.
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