Vor zehn Jahren gründeten neun Schriftsteller- und Übersetzerorganisationen das Netzwerk Autorenrechte. Inzwischen gehören dem Zusammenschluss 15 Verbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die gemeinsam 16.500 Buchurheberinnen und Buchurheber vertreten. Auf der Frankfurter Buchmesse 2026 feiert das Netzwerk sein Jubiläum – und beschäftigt sich mit einer Frage, die vor zehn Jahren noch kaum absehbar war: den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeit von Autoren und Übersetzern.
10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Es begann mit einem Konflikt. Im August 2014 protestierten mehr als 1.100 deutschsprachige Autorinnen und Autoren in einem offenen Brief an Amazon-Chef Jeff Bezos gegen das Vorgehen des Onlinehändlers im Streit mit der Verlagsgruppe Bonnier. Zu den Unterzeichnern gehörten Elfriede Jelinek, Doris Dörrie, Ferdinand von Schirach und Günter Wallraff. Die Zusammenarbeit der bis dahin einzeln agierenden Schriftsteller- und Übersetzerverbände führte zwei Jahre später zur Gründung des Netzwerk Autorenrechte. 10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Am 2. Oktober 2016 konstituierte sich das Netzwerk Autorenrechte (NAR) im Berliner Ver.di-Haus. Neun Organisationen gehörten zu den Gründungsmitgliedern, darunter das PEN-Zentrum Deutschland, der Verband deutscher Schriftsteller*innen (VS), Das Syndikat, die Autorinnenvereinigung, der Bundesverband junger Autoren und das Phantastik-Autoren-Netzwerk. Inzwischen ist der Zusammenschluss auf 15 Verbände angewachsen. 10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Von E-Lending bis künstliche Intelligenz
Das Netzwerk bündelt gemeinsame Anliegen gegenüber Buchbranche, Öffentlichkeit sowie nationaler und europäischer Politik. Auf seiner Agenda standen und stehen die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie, wirtschaftliche Auswirkungen des E-Lending, Honorare, Meinungsfreiheit und Bibliodiversität. Inzwischen gehören auch die Folgen künstlicher Intelligenz für den Buchsektor dazu. 10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Daneben untersucht das NAR Entwicklungen innerhalb des Literaturbetriebs. 2018 entstand gemeinsam mit dem Institut für Medienforschung Rostock die Pilotstudie #frauenzählen zur Sichtbarkeit von Frauen in Medien und Literaturbetrieb. Hinzu kommen ein dreijährliches Monitoring der Lesungshonorare und Umfragen zu künstlicher Intelligenz im Buchsektor. 10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Damit hat sich das Arbeitsfeld in zehn Jahren deutlich erweitert. Der Ausgangspunkt war 2014 die Marktmacht eines Onlinehändlers. Heute gehören neben den weiterhin bestehenden Fragen nach Urheberrecht und Vergütung auch die Nutzung und wirtschaftliche Verwertung von Texten durch KI zu den Themen des Netzwerks.
Jubiläum auf der Frankfurter Buchmesse
Diese Entwicklung greift das NAR auch auf der Frankfurter Buchmesse auf. Am 7. Oktober von 15 bis 16 Uhr diskutiert das Netzwerk auf der Discovery Stage unter dem Titel: „Mein Buch. Deine KI. Dein Gewinn“ die Frage, wer an Texten verdient, die künstliche Intelligenz nutzt. Am 8. Oktober folgt der Jubiläums-Umtrunk des Netzwerks. 10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Ebenfalls am 8. Oktober wird Nina George, die das Netzwerk Autorenrechte initiierte, mit dem Friedrich Perthes-Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für ihr literaturpolitisches Engagement ausgezeichnet. 10 Jahre Netzwerk Autorenrechte
Zehn Jahre nach seiner Gründung ist aus der zunächst gemeinsamen Reaktion auf einen Konflikt ein dauerhafter Zusammenschluss geworden. Die Themen haben sich verändert und erweitert. Der Kern ist geblieben: Autoren und Übersetzer vertreten ihre Interessen gemeinsam.
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