Der Hanser Verlag hat den Tod der österreichischen Schriftstellerin Monika Helfer bekannt gegeben. Die Autorin starb im Alter von 78 Jahren überraschend nach einem Sturz.
Der späte Durchbruch
Seit den 1970er Jahren veröffentlichte Helfer Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Ein breites Publikum erreichte sie erst mit Die Bagage (2020). Der Roman über ihre Großeltern in Vorarlberg verband Familiengeschichte und Zeitgeschichte auf eindringliche Weise und wurde zum Auftakt ihrer autobiografisch geprägten Familientrilogie.
Es folgten Vati (2021), das auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, und Löwenherz (2022). In allen drei Büchern erkundet Helfer Herkunft, Erinnerung und die Brüche familiärer Überlieferung.
Eine leise, präzise Sprache
Helfers Prosa war klar und zurückhaltend. Sie erklärte wenig und vertraute stattdessen auf Beobachtung, Andeutung und die Kraft kleiner Szenen. Gerade diese sprachliche Konzentration machte ihre Romane unverwechselbar.
Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Angelus-Literaturpreis, die Carl-Zuckmayer-Medaille und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.
Eine prägende Stimme der Gegenwartsliteratur
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Köhlmeier gehörte Monika Helfer zu den bedeutenden Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. Ihr Werk zeigt, dass die großen Fragen der Geschichte oft dort sichtbar werden, wo Menschen beginnen, von ihrer Familie zu erzählen.