Der Schriftsteller Martin Muser ist für seinen Jugendroman "Weil." mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs 2023 ausgezeichnet worden. Dies teilten die Wochenzeitung "Die Zeit" und Radio Bremen am Dienstag mit. Das Buch sei ein "Lehrstück über Angst, Mut und Gewalt", hieß es in der Begründung der Preisverleiher.
Der Autor Martin Muser wurde mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis "Luchs 2023" ausgezeichnet. Gekürt wird damit Musers im Januar dieses Jahres erschienener Jugendroman "Weil.". Erzählt wird darin die Geschichte von fünf Berliner Jugendlichen, die aufs Land fahren, um sich gemeinsam auf ihr Ethik-Abi vorzubereiten. Unterwegs nehmen sie einen jungen Anhalter mir, den sie jedoch kurze Zeit später an einer Tankstelle stehen lassen. Schon am Tag darauf steht der besagte Junge mit seinem großen Bruder und einem Freund vor der Tür der Unterkunft. Sie fordern, dass die fünf Berliner ihre Schuld begleichen sollen.
Martin Musers Roman sei ein Lehrstück über Angst, Mut und Gewalt, heißt es in der Begründung der Jury. "Er inszeniert ein raffiniertes Kammerspiel, in dem der Machtrausch der einen zur Ohnmacht der anderen wird". Der Roman sei eine "verstörende Zumutung - im besten Sinne, weil er in all seiner Gnadenlosigkeit eine Einladung ist, sich selbst und die Grundfesten dieser Gesellschaft radikal zu hinterfragen".
Martin Muser
Martin Muser wurde 1965 in Stuttgart geboren, und lebt als freier Autor, Dramaturg und Dozent in Berlin. 2018 veröffentlichte Muser mit "Kannawoniwasein" sein erstes Kinderbuch, welches es auf die Empfehlungsliste des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises schaffte und im August 2018 mit dem "Luchs des Monats" ausgezeichnet wurde. Es folgten zwei Fortsetzungen des Buches (2019 und 2020) sowie 2021 der Titel "Ein Fall für das Tandem". Musers Jugendroman "Weil." erschien im Januar 2023 bei Carlsen.
Der Luchs-Preis für Kinder- und Jugendliteratur
Jeden Monat zeichnen die "Zeit" und Radio Bremen ein Buch mit dem Luchs-Preis für Kinder- und Jugendliteratur aus. Aus den zwölf Monatssiegern wird der Jahres-Luchs gewählt.
Hier bestellen
Topnews
Erich Lejeune: „Lebe ehrlich, werde frei!“ – Ein Leben sucht seine Ordnung
H. G. Wells zum 160. Geburtstag: Mit der Zeitmaschine zurück zu ihrem Erfinder
Unser Geburtstagskind im August: Mary Shelley
Unser Geburtstagskind im Juli: Franz Kafka und die Kunst, sich nicht zurechtzufinden
Unser Geburtstagskind im Juni: Thomas Mann und die brüchige Ordnung der Welt
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Aktuelles
Shida Bazyar gewinnt den Deutschen Buchpreis 2026 mit „Die Lücken“
Starseeds-Contact von Birgit Fischer: Wenn Spiritualität den Blick ins All richtet
Threshing Day – Flammengeküsst von Rebecca Yarros: Die Drachen wählen – und plötzlich erzählen die Nebenfiguren
Goethes „Ganymed“ – Das Ich, das sich umfangen lassen will
INNERES HAUS
Alice Horáčkovás „Geteiltes Haus“: Dort nicht mehr zu Hause, hier nicht angekommen
Netzwerk Autorenrechte besteht seit zehn Jahren
NDR Sachbuchpreis 2026: Zehn Bücher für eine Gegenwart, die sich nicht einfach erklären lässt
Maria Anna Sagars „Karolinens Tagebuch“ – Wer entscheidet, was eine Frau erzählen darf?
Gefaltet
Cornelia Funke: „Emma glaubt nicht an Feen“ – Wozu Feen erfinden, wenn es Schnecken gibt?
Schillers „Die Götter Griechenlandes“ – Die erklärte Welt und ihr verlorenes Gegenüber
Zwei Welten, ein Herz
Tanz des Lichts