1947 veröffentlicht, in Paris sofort gefeiert und heut ein Bestandteil der Weltliteratur: Albert Camus Roman "Die Pest". Kein anderes Buch wurde in den letzten Wochen so häufig im Bezug auf die gegenwärtige Corona-Situation genannt. 3sat und ZDFkultur präsentieren nun eine vom Theater Oberhausen realisierte, gleichnamige "Miniserie".
Isolation, Angst, Tot und Heldentum sind die Grundpfeiler des 1947 veröffentlichten Romans "Die Pest". Es ist der zweite Roman des französischen Schriftstellers und Existenzialisten Albert Camus, der mit diesem zugleich das Thema der Revolte in sein Werk einführt.
Nur Wenige Tage nach dem Aufkommen der Corona-Pandemie war Camus Chronik weltweit vergriffen. Der Preis für gebrauchte Exemplare schnellte in die Höhe, mehrere hundert Euro verlangten manche Besitzer; und ehe sie sich versahen, meldeten sich die ersten Interessenten. Gibt es in diesem Werk womöglich eine magische Antwort auf die Frage danach, wie eine solche Krise am besten zu bewältigen ist?
Im gewissen Sinne schon. Nur ist diese Lösung unbequemer, als sich so manche Leser*innen wohl vorgestellt hatten. Denn Camus Roman stellt die Pest allegorisch in den Mittelpunkt seines Werkes, als Vehikel, welches zu Antworten führt, die allgemeingültig und nicht nur im Bezug auf eine solche Ausnahmesituation zu verstehen sind. Er zeigt, wie das wahre Gesicht einer Gesellschaft in Krisen-Situationen zum Vorschein kommt, wo Empathie fehlt, wo sie herrscht, und wie eigennützig Menschen handeln können.
Gedreht wird zu Hause
Auch wenn der Pest-Corona-Vergleich bei genauerem Hinsehen hinkt, ist eine gewisse Allegorie auf dem ersten Blick natürlich nicht zu übersehen.Isolation, Angst, Tot und Heldentum, das sind ganz offensichtlich Themen, die uns auch derzeit umtreiben und von denen wir unmittelbar betroffen sind. Daher haben sich 3sat, ZDFkultur und das Theater Oberhausen dazu entschieden, Camus Chronik als Miniserie zu verfilmen.
Der Videokünstler und Regisseur Bert Zander setzt den Roman mit dem Ensemble des Theaters sowie Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Oberhausen digital in Szene. Gedreht wird gemäß den Kontaktbeschränkungen allein zu Hause oder im Freien. Später werden die Einzelaufnahmen zu je 20-minütigen Folgen zusammengeschnitten. Zu sehen sind die insgesamt fünf Folgen ab den 2. Mai um 19:30 Uhr auf 3sat oder ZDFkultur.
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