Denis Scheck zählt zu den renommiertesten Literaturkritikern deutscher Sprache. Im ARD Sendeformat "Druckfrisch" setzt er sich einmal monatlich mit der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste auseinander, die er nun während einer Lesung in Castrop-Rauxel warnend als "Vereinigung des Massengeschmacks" bezeichnete. Problem: Sein eigenes Buch "Schecks Kanon" steht nun selbst auf der Liste.
"Wie komme ich aus dieser Nummer wieder raus?" fragt sich Denis Scheck mit Blick auf die Tatsache, dass sein "Kanon" nun selbst auf jener Bestsellerliste steht, mit der der Literaturkritiker oftmals so seine Probleme hat. Scheck hielt am Dienstagabend eine Empfehlungs-Lesung in der Stadtbibliothek in Castrop, zu deren Beginn er noch einmal ausdrücklich vor Spiegel-Bestsellerlisten warnte, indem er sie als „Vereinigung des Massengeschmacks“ bezeichnete.
Schecks Liste
In "Schecks Kanon" versammelt der Kritiker die aus seiner Sicht 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur. Neben Kafka und Shakespeare tummeln sich auch Donald Duck sowie Tim und Struppi auf der Liste. Der Kanon beschreibt ein Groß-Werden mit Literatur und beleuchtet Werke, die viele aus ihrer eigenen Biografie kennen, von einer bisher selten so wahrgenommenen Seite.
Sebastian Fitzek absoluter Tiefpunkt
Wer Spiegel-Bestsellerlisten kommentiert kommt an Sebastian Fitzek nicht vorbei. Zu Schecks Unglück. „Es ist für mich schwer verständlich, warum so ein guter und sympathischer Kopf so grauenhafte Geschichten schreibt“, äußert sich Scheck beinahe verzweifelt. Dass der enorme Erfolg eines Autors natürlich auch auf die wehrten Leseri*innen zurückzuführen ist, weiß Denis Scheck. Sein Gruß an die Leserschaft klingt an diesem Abend folgendermaßen: "Wer nur ein einziges Fitzek-Buch gelesen hat, dessen Gehirn ist für immer verdorben“
Doch auch warum das Lesen, die Literatur im Allgemeinen so ungemein wichtig ist, weiß der Kritiker. Mit dem Aufschlagen eines Buches, finde zu gleich eine Verwandlung statt. Das Lesen befreie den Leser aus seinem Gefängnis, und biete die Möglichkeit, "1000 Leben führen, ohne 1000 Tode sterben zu müssen."
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