Sie hat gesehen
Überall Wind und ich bekomme keine Luft.
Spuren werden radiert,
alle werden radiert.
Worte verlieren Gewicht.
Verschwommene Farben,
rote Pfützen.
„Dein Geist ist laut!“
Die Sonne scheint,
seidenweich,
auf erstickte Haut.
Die Tür
Davor oder dahinter,
ich bin lila.
Du stehst dahinter.
Warm.
Und ich bin lila.
Alles bleibt stehen,
alles ist nichtig,
nur du bist wichtig.
Ich will es sagen,
schreien und sagen,
ich will sagen:
Ich bin lila.
Zehn Minuten
Ich renne, beinahe falle.
Ich muss noch schneller.
Das Herz klopf den Boden.
Vielleicht ist es zu spät.
Der Glaube, dich zu erreichen,
verschluckt mir die Luft.
Noch zwei Minuten
Ich schaffe es nicht.
Der Weg wird weich.
Die Beine verbrühen im Schweiß.
Es klingelt.
Nimm ab!
Du bist es.
Mein Herz kommt an.
Das Blaue
Sag sie Wahrheit,
sag, dass du salzige Walnüsse in Honig
nicht magst.
Sag, dass in dir nichts tobt.
Verboten zu fühlen.
Reich mir den Schlüssel.
Befrei mich!
Raus aus diesem Gewebe,
raus aus dem blaugefärbten Blut.
Ich ertrinke an ausgetrockneter Wiese.
Manuela Ordüz, geboren 1984, schreibt freie Lyrik über Sehnsucht, Identität und die Sprache innerer Bilder.