Auf der Literaturbühne der Leipziger Buchmesse resümierte Denis Scheck über die Notwendigkeit der Literatur in Zeiten wie diesen.
Zu Beginn der Sendung hob er den Lampe Verlag hervor, der eine Kassette mit Kurzgeschichten und Erzählungen veröffentlicht hat. Damit setzte er den ersten Akzent auf die kurze Form und auf eine Sammlung unterschiedlicher Stimmen.
Anschließend eröffnete er mit „Frauenprobleme“ von Lina Muzur.
Scheck sagte, er habe das Buch gelesen, weil er dachte, er müsse es verreißen. Diese Einschätzung korrigierte er im Verlauf der Lektüre. Die 27 Sprachnachrichten bezeichnete er als ein „hochspannendes Soziogramm unserer Gesellschaft“. Damit stellte er das Buch an den Anfang seiner Empfehlungen.
Familien, Stadt und Gegenwart
Zu Judith Hermann: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ sagte Scheck, es sei eine kluge, differenzierte Analyse unserer Familien. Als zentrales Symbol nannte er die Suppenkelle. Er sprach eine nachdrückliche Empfehlung aus.
Michael Wildenhain: „Das Ende vom Lied“ bezeichnete er als eigene Entdeckung. Er sagte, es lese sich wie „Gangs of New York“ und sei ein großer Berlinroman unserer Zeit.
Zu Lola Randl: „Der lebende Beweis“ sagte Scheck, es handle sich um ein autofiktionales Werk aus dem ostdeutschen Landleben. Er beschrieb das Buch als ein „großes voyeuristisches Vergnügen“.
Lyrik und Jubiläum
Zu Joachim Sartorius: dem Lyriker -der sein Leben lang schrieb-und heute seinen 80. Geburtstag feiert, meint Scheck, dass seine Gedichte die Gegenwart durchlässig machten und davon sei er „beglückt“.
Kinderbuch und Philosophie
Zum Kinderbuch „Nichts, wirklich nichts?“ von Gaea Schoeters sagte Scheck, es gehe um das Nichts und wirke, als hätte Heidegger ein Kinderbuch geschrieben.
Gaea Schoeters ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin und wurde unter anderem für ihren Roman „Trophäe“ ausgezeichnet.
Die Illustrationen stammen von Gerda Dendooven, einer belgischen Illustratorin.
Die deutsche Übersetzung stammt von Ira Wilhelm.
Wahre Geschichte auf See
Zu Sophie Elmhirst: „Maurice and Maralyn“ sagte Scheck, es handle sich um eine wahre Geschichte aus den frühen 1970er Jahren.
Ein Paar spart lange für eine Yacht. Das Boot wird von einem Wal gerammt. Die beiden überleben 117 Tage auf einer Rettungsinsel. Während dieser Zeit denken sie weiterhin darüber nach, wieder eine Yacht zu besitzen und erneut in See zu stechen.
Erinnerung an Paul Auster
Zu Siri Hustvedt: „Ghost Stories“ sagte Scheck, das Buch erinnere an Paul Auster und an die Leerstellen, die er in der Literatur hinterlässt.
Vollständige Buchempfehlungen
Gianrico Carofiglio: Der Horizont der Nacht
Jane Austen: Liebste Freundin
Nora Gomringer: Am Meerschwein übt das Kind den Tod
Joachim Sartorius: Die besseren Nächte
Nicolas Mahler: Ach die dumme Literatur
Ronen Steinke: Meinungsfreiheit
Ulrich Raulff: Wie es Euch gefällt
Ihrer Zeit voraus (Anthologie)
Lina Muzur: Frauenprobleme
Tomer Gardie: Liefern
Kristof Magnusson: Reise ans Ende der Geschichte
Michael Wildenhain: Das Ende vom Lied
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit
Lola Randl: Der lebende Beweis
Denis Pfabe: Die Möglichkeit einer Ordnung
Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Abbas Khider: Der letzte Sommer der Tauben
Sophie Elmhirst: Maurice and Maralyn
Julian Barnes: Abschied(e)
Sigrid Nunez: Mitz
Samanta Schweblin: Das gute Übel
J.R.R. Tolkien: Die Bovadium Fragmente
Peter Peter: Gelato
Gaea Schoeters: Nichts, wirklich nichts?
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