German Brochhausen: Der Weltenzoo

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cms.hzdse lesering

Mit viel Spass und auch Satire
wird geschrieben über Tiere,
die bekannt in aller Welt,
wohnen gern in Wald und Feld.
Sinn und Zweck der Lebewesen
kann man in dem Auszug lesen.

Groß und schwer der Elefant,
kaum etwas ist elegant,
mitten im Gesicht die Zähne.
Das man's eben noch erwähne,
zwei sind es und nicht mal fein,
aber sind aus Elfenbein.
Deshalb muß vor Angst er beben.
Wilddieb will ihn flugs erlegen.

Nimmt man dem Kamel den Hocker,
ist der Rücken glatt und locker.
Lama heißt das neue Tier.
Bitte, wer erklärt das mir.

Die Giraffe braun gefleckt
arrogant den Kopf hoch reckt.
Doch der Name stimmt so nicht,
weil er nicht ihr Tun entspricht.
Affig sein ist ihr zuwider.
Gierig? Nein, sie ist eh'r bieder.

Auf dem Wasser taucht und schwimmt
eine Ente. Wie man's nimmt,
hat sie manchmal keinen Bock,
sucht sich eilig einen Stock,
setzt sich drauf und treibt durch's Watt.
Deshalb sie den Namen hat.

Hengst und Stute wollen werden
große Herde nur aus Pferden.
Doch da gibt es strenge Sitten:
Hengste, die man hat beschnitten,
keiner weiss, wie das passiert,
sind als Wallach aussortiert.
Will ein Züchter nun ein Fohlen,
kann er beide zu sich holen.
Soll das Breeding nun gelingen,
muss der Hengst die Stut' bespringen.
Wundersam wird es dann wahr.
Fohlen kommt in einem Jahr.

Milch braucht jeder ich und du,
die spendiert uns brav die Kuh.
Diese ist in ihrem Leben
immer an den Stier vergeben.
Deren Kind, das nennet man Kalb.
Keiner weiss warum, weshalb.

Vögel sich von Bäumen heben,
himmelhoch nach oben schweben.
Nachts und früh tönt froh der Schall
von begabter Nachtigall.
Auch die Drossel singt ganz nett.
So es klingt wie ein Duett.

Steil die Lerche so hoch flattert
bis sie einen Platz ergattert
schwindelnd hoch am Himmelszelt
unter ihr die ganze Welt.
Auf der Stell die Flügel schwingen.
Plötzlich stellt sie ein das Singen.
Wie ein Stein saust sie hernieder.
Vor dem Aufprall spreizt Gefieder
sanft das Tempo. Das ist kühn,
landet weich im Wiesengrün.

Eseln sagt man Dummheit nach,
doch denk nach, gemach, gemach.....
Denn auf See stehlen Piraten
reichen Schiffern die Dukaten.
Mangelware wird das Geld.
Jetzt kommt Esel aufs Spielfeld.
„Ich kann zaubern, wetten wir?
Gebe man zu fressen mir.“
Öffnet dann aus diesem Grund,
dass man sieht bis in den Schlund,
auf sein Maul, holt noch mal Luft,
atmet ein der Mahlzeit Duft.
Gierig frisst der Esel dann,
was sein Maul nur packen kann,
Heu und Hafer aber auch
die Dukaten in den Bauch.
Nach weganer Völlerei
schläft ne Stunde oder zwei
Grautier Esel wohlig ein.
Träumt ein Esel? Es kann sein.
Er wacht auf und spürt ein Stechen.
Springst schnell hoch. Denn er muß brechen.
Große Augen macht er dann,
was im Gras er sehen kann.
Aufgeregt, sein Blut am Kochen,
silberglänzend er erbrochen:
Die Dukaten!
Heut noch tut's im Volksmund heißen:
Ein Esel kann Dukaten scheißen.

Viel Getier im Weltenzoo
schwimmt und taucht in H2O.
Manches kommt davon zu Tische:
Muscheln, Krabben, Austern Fische.
Andere die haben Glück,
Beifang geht ins Meer zurück.

Was ist noch im Meer enthalten?
Muscheln, Quallen sich entfalten
unten auf dem Meeresgrund.
Dort lebt auch die Krake, und
Aale schlängeln sich im Schlamm.
Hin und wieder trifft man dann
eine träge Schildkröt' an.
Hai, Delphin und Robben schwimmen,
weil das Gleichgewicht muß stimmen,
etwas oberhalb im Meer.
Kein Problem das stört nicht sehr.

Im Gestade warmen Sand
Nashorn noch ein Plätzchen fand.
Faul döst's in der Sonne gern
zwischen Muscheln und Seestern.
Krabbe aus dem Ei geschlüpft,
stolpernd, laufend und auch hüpft,
schnell das Wasser will erlangen.
Leider hat's die Möv' gefangen.

Auch in Flüssen gibt's Getier.
Vieles davon kennen wir.
Von der Mündung bis zur Quelle
findet man die Bachforelle.
Barsch als Räuber Hunger stillt,
Karpfen als ein Friedfisch gilt.
Biber nagt mit gelbem Zahn
sich durch Moor und Sumpf 'ne Bahn.
Dann baut er mit großem Eifer,
einen großen Vorratsspeicher.
Die Libelle wunderschön
kann sich wie ein Rotor drehn.
Salamander ist noch krasser.
Er lebt in und über Wasser.
An des Schilfes Stengel haftet
eine Moosjungfer und wartet,
auf Insekten, die sie frisst,
wenn sie wieder hungrig ist.

Jäger will den Fuchs erschießen.
Fuchs möchte aber Freundschaft schließen.
Er denkt nach: Was fang ich an,
dass er mich gut leiden kann?
Von Natur ist mir gegeben,
mit vier Beinen muß ich leben
und im Gras und Laub rumlaufen.
Jäger kann die Büchse kaufen,
aufrecht durchs Gelände gehn,
weit weg seine Feinde sehn.
Freundlich spricht der Fuchs zum Jäger:
„Lieber, braver Grünrockträger,
Ihr seid klug. Ich ehr' Euch so.
Jedes Tier im Wald ist froh,
dass es Ihren Schutz genießt,
ganz egal ob zahm ob Biest.“
Wer spricht da? Der Jäger schaut.
Auf der Erd' ein Füchslein kaut.
Das sieht auf zu ihm und meint,
stolzer Jäger hat geweint.

In der Wildnis dann und wann
trifft man einen Schweineclan
abends spät am Waldesrand,
der als Rotte ist bekannt.
Keiler und die Bache sorgen
früh am Tag im kühlen Morgen
für den Nachwuchs und ihr Fressen.
Denn man darf es nicht vergessen
deren Zahl ist riesengroß,
das man fragt, wie geht das bloß.
Frischling heißt die junge Art,
Ringelschwanz, rosa und zart.
Menschen mögen Schweine sehr
leider ohne Wiederkehr.
Eingefangen und gekillt
werden sie im Herd gegrillt.
Der Mensch sich dann am Schnitzel labt.
So hat er, aber das Schwein kein Schwein gehabt.

Sperber, Falk', Greifvögel sind,
weil sie auch im Flug geschwind,
ihrem Fang den Garaus machen
und das nicht mit halben Sachen.
Fliegend sie die Beute speisen.
So als wären sie auf Reisen.
Schwalbe könnte ohne Ruh'n
in der Luft fast alles tun.
Kuckuck denkt nicht ans Verhüten.
Er läßt andre für sich brüten.
Schwarz gekleidet unter Tage
ist der Maulwurf eine Plage.
Baumstamm runter wieder rauf
ist des Eichhorns täglich Lauf.
Kobel nennt man sein Zuhaus'.
Hier ruht es, entspannt sich aus.
Eine Maus man nur so kennt,
daß sie auf dem Boden rennt,
Fledermäuse aber nicht.
Dieses Tier fliegt ohne Licht.
Wissenschaft erklärt uns heute:
Echolot führt es zur Beute.

Raubtiere gibt's überall
auf dem ganzen Erdenball:
Wiesel, Marder eher zart,
Bär und Löwe groß und stark.
In der Wüste heißen Sand
Lebewesen man noch fand:
Viper und der Wüstenluchs,
Fennek heißt der Wüstenfuchs.
Skink auf steifen Beinen rennt,
sonst er sich den Bauch verbrennt.
Sehr bekannt ist zweifelsohne
das Kamel in dieser Zone.
Wüstenschiff man es benennt
und als solches es auch kennt.

Pechschwarzes Gefieder haben
alle Dohlen und auch Raben.
Auch die Elster, das weiß jeder,
paßt dazu trotz weißer Feder.
Alle leben gern in Wälder,
fressen Korn auf Stoppelfelder.
Wenn sie dann gesättigt sind,
fliegen sie zum Wald geschwind.
Jeder sucht sich hier sein Bett.
Keiner ist zum andren nett.
Einer dann den andren pickt,
oder in die Füße zwickt,
endlich einer Stell bedacht,
wünschen sie sich: „Gute Nacht“.

Paviane, Bonobos
leben wild und auch in Zoos.
Eine Klärung schon vorab:
Der Mensch stammt nicht vom Affen ab.
Gleiches ist sehr wohl zu sehen,
beide können aufrecht gehen,
Rückgrat endet ohne Schwanz.
Doch des Menschen Eleganz,
Bildung, Denken, hätt' er gerne.
Dies liegt noch in weiter Ferne.
Dafür kann der Affe brüllen,
laut damit den Urwald füllen.
Schwingen kann er ohne Hast
elegant von Ast zu Ast.
Jeden Abend baut er fleißig
sich ein Bett aus Laub und Reisig.

Pinguin der kennt kein Schweiß.
Denn er lebt im kalten Eis.
Daß man es gar nie vergißt:
Pinguin ein Vogel ist.
Mancher braucht trotz guter Sicht
eine Brille im Gesicht.

Zieg und Schaf die wollen sprechen,
nicht mehr aufeinander dreschen.
„Guten Tag Frau Schaf,“ die Ziege grüßt.
„Der Morgen hat mich wach geküßt.“
Wer küßt 'ne Ziege, denkt das Schaf,
keiner tut's, nicht mal im Schlaf.
Vom Gedanken angewidert
freundlich es der Zieg erwidert:
„Tag Frau Zieg, die Sonn scheint hell.
Glänzend strahlt Ihr weißes Fell.
Doch es ist nun einmal wahr,
Euer Schwanz hat wenig Haar.“
Flink die Geis das Schaf abschätzt
und beendet das Geschwätz:
„Sag ein Wort, das Dir gegeben,
von Natur in Deinem Leben.“
Aus des Schafes Maul tönt jäh
lautes, blödes, langes: „Mäh“.
Stolz die Geis von dannen trippelt.
Schaf sieht zu, wie's Schwänzlein wippelt.

Von der Schlange ist bekannt,
daß ihr fehlen Bein und Hand,
und die Zunge ist gespalten.
Dadurch bleibt die Mär erhalten,
sie fand statt im Paradies.
Überliefert ist uns dies:
Zwiespältig die Schlange zischt,
daß sie Eva hat erwischt,
einen Apfel aufzuessen.
Da war Adam angefressen.
Wütend packt er sich sein Weib.
Hüllt es ein in einem Kleid.
Dieses Ungehorsams wegen
kam das Aus vom Garten Eden.

Hat die List ein Tier vergessen,
wurd's von Hunger aufgefressen,
oder ist entfleucht dem Zoo,
lebt fernab im Irgendwo.

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