Tini Wider: Ein Lied, mein Leben und was ..." Die gestohlene Melodie

"Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schief gehen kann" von Tini Wider Um ein junges Mädchen, das zwischen echten und falschen Freunden unterscheiden lernen muss, geht es in Tini Widers neuem Romantasy-Roman "Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann". Coverfoto von Tini Wider

Sollte sie endlich einmal wieder Glück im Leben haben? Die 17jährige Hobbymusikerin Lilly, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter im Trubel der Metropole Berlin landet, erfährt durch eine neue Bekannte von einem Song-Wettbewerb. In dem am 1. November neu erscheinenden Romantasy-Roman „Ein Lied, mein Leben – und was sonst noch schiefgehen kann“ der kanadischen Schriftstellerin Tini Wider kommt der jungen Heldin schon bald so einiges in ihrem neuen Leben sehr suspekt vor. Wem kann sie wirklich trauen?

 

Lilly hat ihr ganzes Leben mit ihrer Mutter in der idyllischen Kleinstadt Niederzwehren verbracht, in einem schönen Viertel voller Backsteinbauten und Straßen mit Kopfsteinpflaster. Doch die Mutter ist verstorben, nach der Diagnose der tödlichen Erkrankung blieb kaum Zeit zum richtigen Abschiednehmen. Es gibt jedoch ein Geheimnis, das die Mutter der Tochter noch unbedingt anvertrauen wollte. Und so findet die trauernde Lilly ein mysteriöses kleines Päckchen vor ihrer Haustür. Als das junge Mädchen die Postsendung - traurig und neugierig zugleich - öffnet, entdeckt es einen Brief der Toten und ein altes Medaillon, das mit einem Notenschlüssel verziert ist.

Ein Blutstropfen von Janis Joplin

In dem Schreiben verrät die Mutter ihrer Tochter endlich die Identität ihres Vaters: Es handelt sich um einen berühmten Rockstar, der nur „der Wolf“ genannt wird - und von seiner unehelichen Tochter keine Ahnung hat. Das Medaillon ist ein Talisman, der einst Lillys Vater gehört hat: In dem Anhänger befindet sich ein winziges Stückchen Stoff, das angeblich mit dem Blut der legendären Sängerin Janis Joplin benetzt ist. Der Anhänger soll dem jeweiligen Besitzer Glück, Inspiration und Mut schenken. Bei Lilly entfaltet das Medaillon schnell seine Wirkung, denn sie ist zwar eine begnadete Gitarrenspielerin, doch vor Zuhörern traut sie sich erst dank ihres Talismans zu spielen.

Kurz darauf ereilen die 17jährige weitere Schicksalsschläge: Sie muss ihre Ausbildung als Instrumentenbauerin unterbrechen, als ihr Chef schwer erkrankt, und sie verliert ihr Wohnung. Wie ein rettender Engel erscheint nun Lillys Großmutter Mathilda, eine bekannte Schauspielerin und Diva par excellence, um sie zu sich nach Berlin zu holen. Kurz nach Lillys Ankunft sind die quirlige Großmutter und ihr Mann jedoch bereits wieder auf Reisen: Lilly findet sich ganz allein in der unbekannten Großstadt wieder.

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Eine reizende Freundin?

Auf einer Erkundungstour durch Berlin lernt sie eine nette Gleichaltrige kennen. Die hübsche, kontaktfreudige Jamie arbeitet bei dem Plattenlabel von Lillys Vater. Als sie Lilly von einem laufenden Song-Wettbewerb für Newcomer erzählt, beschließt diese, ihre Chance zu nutzen und ein selbst komponiertes, ihrer Mutter gewidmetes Lied einzureichen. Die stets hilfsbereites Jamie, die sich für Lillys Schicksal aufrichtig zu interessieren scheint, reicht den Song gleich beim Plattenlabel ein.

Die beiden Mädchen werden schnell Freundinnen, Jamie zeigt Lilly die Highlights ihres Großstadtlebens und verhilft ihr zu einem Job als Kellnerin in einer Bar. Durch Jamie lernt Lilly auch den interessanten William kennen, der ebenfalls bei der Musikfirma tätig ist. Aber auf diesen jungen Mann hat auch schon Jamie ein Auge geworfen...! Lilly vertraut ihrer neuen Freundin ihre Geheimnisse an, und Jamie ist eine scheinbar überaus verständnisvolle Zuhörerin, die den Tod ihrer eigenen Mutter beklagt. Doch mit der Zeit entdeckt Lilly kleine Unstimmigkeiten in den Aussagen ihrer neuen Freundin. Kann sie Jamie wirklich trauen?

Der Verrat

Die Geschichte nimmt eine dramatische Wende, als Lilly zufällig an dem Tag bei Wolfs Musiklabel vorbeispaziert, als der Gewinner des Newcomer-Wettbewerbs bekannt gegeben wird. Ihr Lied hat den ersten Preis bekommen, aber nicht sie selbst, sondern eine gewisse Jamie Tychberger wird als strahlende Gewinnerin gefeiert. Lilly kann den Verrat und die Intrige ihrer angeblichen Freundin nicht fassen!

Doch ehe sie sich eine passende Gegenstrategie ausdenken kann, schlägt Jamie bereits ein zweites Mal zu, denn sie hat einen neuen, teuflischen Plan. Lilly braucht dringend Hilfe, denn die liebe Jamie scheint nicht nur ihren wunderschönen Song, sondern gleich ihr ganzes Leben rauben zu wollen! Zum Gück ist der junge Tontechniker William zur Stelle, als Lilly einen echten Freund brauchen kann. Aber können die Beiden das Großstadtbiest noch stoppen und Jamie ihr richtiges Leben zurückholen?

Eine hinreißend böse Antagonistin

Tini Widers neuer Romantasy-/Urban Fantasy-Hit ist eine gelungene Adaption des Märchenstoffs der Gebrüder Grimm: Der Zeitensprung der Geschichte „Die Gänsemagd“ in die heutige Welt ist der Autorin perfekt geglückt und sorgt – wie seit jeher – für Spannung non-stop!

„Ein Lied, mein Leben – und was sonst noch schiefgehen kann“ punktet aber nicht nur mit einer guten Story, sondern besticht seine Leser vor allem auch durch seine drei Hauptcharaktere. Da ist die Romanheldin Lilly, die sich vom schüchternen, etwas kontaktscheuen Mädchen zur mutigen Kämpferin mausert, und mit der sich die jungen Leser*innen von der ersten Zeile an identifizieren können. Es gibt zudem den edlen Helden mit dem Appeal zum Verlieben, den strahlenden Ritter – interessanterweise nicht so ganz ohne Furcht und Tadel! Und schließlich agiert da noch sie: Jamie Tychberger, die böse Gegenspielerin, die unverfroren intrigant und manipulativ allein ihre Eigeninteressen verfolgt. Eine hinreißend böse Antagonistin!

Ich jedenfalls bin schon gespannt darauf, wann dieses Jugendbuch verfilmt werden wird, wie diese Rollen besetzt werden und: wie der Titelsong klingen wird! Fazit: Ein spannendes, gefühlvolles Romantasy-Herbst-Highlight!

Die Autorin

Die in Österreich geborene Autorin Tini Wider lebt mit ihrer Familie, zu der auch zwei Hauskatzen gehören, seit sieben Jahren im Westen Kanadas. Ihren ebenfalls in diesem Jahr erschienener Debütroman „Zeitenchaos“, der vor allem die Herzen der jungen Leserinnen im Sturm erobert, haben wir bei uns im Lesering vor Kurzem vorgestellt:

Tini-Wider-Zeitenchaos/

Ein Interview mit der kanadischen Autorin Tini Wider gibt es auch bei uns:

Kurzinterview-mit-Tini-Wider/

Tini Wider: Ein Lied, mein Leben und was sonst noch schiefgehen kann, empfohlen für Jugendliche von 14 (bis etwa 101!) Jahren. erscheint am 1. November 2020 bei Tredition, 364 Seiten, 11,99 Euro (als Paperback)

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