Lea Funke: Farvenland - Die unvollständigen Bücher Das zerbrochene Inselreich

Leuchttürme gibt es an der Küste wie Sand am Meer, doch die Insel Farvenland verfügt wirklich über ein ganz besonderes Exemplar: einen leuchtenden Bücherturm. Die Wände dieses Spezialturms sind voller Bücherregale, vom Boden bis in die leuchtende Turmspitze. Aber die zwölfjährige Linn und ihre Freunde sind irritiert von diesen Büchern, denn viele Seiten sind einfach nur komplett leer. Es ist nicht das einzige Rätsel, dass die Kinder in Lea Funkes Fantasy-Roman „Farvenland“ lösen wollen. Und auch nicht das unheimlichste!

Buch
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Foto: Claudia Diana Gerlach Im Farvenland gibt es für die zwölfjährige Linn so manches Rätsel zu lösen! Lesetipp zu Lea Funkes Farvenland-Roman für Kinder und Jugendliche

Bis zu dem Zeitpunkt, als sie das kleine Wesen mit der roten Zipfelmütze entdeckte, das ihr heimlich einen Brief zukommen lässt, läuft das Leben der zwölfjährigen Linn Fuchs durchaus in geordneten Bahnen: Sie besucht brav die Schule, während ihre werten Eltern eifrig mit ihren jeweiligen Karrieren beschäftigt sind. Die Maxime in Linns Elternhaus lautet: Beruf vor Familie, beide Eltern wollen aufgrund des ultimativen Karrieresprungs in verschiedene Städte ziehen, das redundante Kind muss halt irgendwo anders untergebracht werden.

 

Ein Ochse mit Miniflügeln

Der mysteriöse Brief rät Linn dazu, den Schritt ins Unbekannte zu wagen. Und so erklärt die Zwölfjährige, dass sie bei ihrer Großmutter Merle auf der Insel Hüüd leben möchte. Auch wenn sie diese Großmutter nie gesehen hat. Die Eltern willigen überrascht und erleichtert zugleich in den Plan ihrer Tochter ein, und so findet sich das Mädchen allein und mit viel Gepäck auf einer Fähre wieder.

Die Reise geht ins Farvenland, ein einst großes Inselreich, das nach dem Ausbruch eines Unterwasservulkans in mehrere Stücke zerbarst. Auf einem dieser Inselstückchen, das den Namen Hüüd trägt, wohnt die unbekannte Großmutter. Linn lebt im Jahre 1996, doch sie weiß, dass sie in einer anderen Welt landen wird, denn Technik und alles Moderne ist auf Hüüd verpönt. Daher wagt Linn Fuchs den Neuanfang mit gemischten Gefühlen, doch sie fühlt sich schnell wohl in der kleinen Inselwelt. Vieles auf Hüüd ist sehr eigen: der Lieferwagen wird von einem Ochsen mit Miniflügeln gezogen und das Geschnarche eines winzigen schlafenden Tieres in einer Nussschale wird als Wetterprognose hoch geschätzt.

Insel der Geheimnisse

Doch als Linn ihre neue Schule kennenlernt, kommt sie schon beim Lesen des Stundenplans aus dem Staunen gar nicht heraus: Auf der Endrichs School gibt es Perlentauchen, Meditation und Gartenkunde als Pflichtunterricht. Linn lernt begeistert, wie sie sich einen lebendigen Stift aus einer Pflanze großziehen kann, und hadert mit dem Stillsitzen beim Meditieren. Denn das Mädchen mit den fuchsroten kurzen Locken ist ein echter Wildfang mit unkonventionellem Kleidungsstil: Meist ist sie in Schlabber-Shirt und Shorts unterwegs. Daher halten ihre Mitschüler sie für einen Jungen, und Linn gefällt es, diese Rolle weiterzuspielen, zumal ihre ersten Bekannten auf der Schule zwei unkomplizierte Jungs sind, mit denen sie Fußball spielen und die Insel erkunden kann.

Ostsee-Urlaub auf Usedom


Doch die Dreierclique stößt überall auf Geheimnisse: Die Schafe auf Hüüd werden geraubt, ohne dass es brauchbare Spuren gibt, die auf den Übeltäter hinweisen. Linns Großmutter Merle führt Gespräche mit dem Apfelbaum... Und dann gehen noch die Gerüchte um von einem spurlos verschwundenen Jungen und einer geheimnisvollen Höhle. Als die Kinder einen Mord-Anschlag miterleben, wird ihnen der Ernst der Lage schlagartig bewusst. Heimlich versuchen sie, das magische Geheimnis der kleinen Farvenland-Insel zu lösen und geraten kurz darauf in Lebensgefahr und Schlimmeres!

Pittoreske Inselwelt

Eine wundervoll pittoreske, norddeutsch vertraut anmutende und trotzdem grandios magische Inselwelt erschafft die in Schleswig-Holstein lebendende Autorin Lea Funke in ihrem Farvenland-Roman, der als ein lockerer Genre-Mix zwischen Mystery- und Fantasy-Abenteuer daherkommt. Dabei liest sich das Jugendbuch zugleich spannend wie eine gut konstruierte Detektivgeschichte, die mit einer ordentlich norddeutschen Prise Spökenkiekerei gewürzt wurde!

Der Autorin gelingt eine Coming-of-Age-Geschichte um ein unkonventionelles Mädchen, das sich den gängigen Rollenklischees nicht beugen will, und lieber eine verlängerte Kindheit als angeblicher Junge in Kauf nimmt, als mit zwölf Jahren schon dem Mädchenideal zu entsprechen, das in ihrem Kopf herumspukt. Ein weiteres Grundthema dieses ersten Teils der neuen Farvenland-Saga ist der Erhalt der Eigenständigkeit, Originalität und Tradition, um den die kleine Inselwelt kämpfen muss.

Fazit: Bei einem Ort wie Hüüd ist man gerne reif für die Insel!

Die Autorin:

Die 1988 in Köln geborene Autorin Lea Funke studierte in Kiel Psychologie, bevor sie mit dem Schreiben von Gedichten und Fantasy-Geschichten begann. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Schifferörtchen in Schleswig-Holstein.

„Ich wusste schon als Kind, dass ich irgendwann Bücher schreibe und nun habe ich mir meinen Traum erfüllt und genieße es in vollen Zügen!“, berichtet uns die Autorin. Farvenland ist – nach Angaben von Lea Funke - als fünfbändige Fantasy-Reihe geplant, der zweite Band soll im Frühjahr 2021 erscheinen.

Wer schon einmal in die Saga hineinschnuppern will, kann das jetzt auf Lea Funkes neuem Youtube-Kanal „Farvenland“:













Lea Funke: Farvenland (Farvenland-Reihe, Band 1): Die unvollständigen Bücher, erschienen 2020 im „Independently published“, empfohlen für Kinder ab 8 Jahren, 360 Seiten, 14,71 Euro

 

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