Freie Texte

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Keine Akrobatin

Ihre Hände sind aus Stahl und doch so weich wie Butter. Büroklammern, Hefter, ein Band und Kleber, dieser Kleber, der auf allen Oberflächen haftet. Sie bastelt, tackert, ist kreativ wie eine Künstlerin, eine Überlebenskünstlerin. Eine Akrobatin, mit sechs Glaskugeln, die einen bunten Regenbogen zwischen den Händen bilden, balancierend auf einem Einrad. Jedoch gab ihr keiner die Zeit, um zu lernen, wie man erstmal mit zwei Kugeln jongliert. Es gibt auch keine Bühne, die sie verlassen ...
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Blödsinn

Ich versuche herauszufinden, welcher Blödsinn in mir schlummert. Wenn ich die ganzen Gedanken anschaue, die mir im Kopf herumschwirren, dann erkenne ich sie wie alte aber langweilige Freunde wieder. Ich kenne sie alle, habe sie oft genug gedacht und denke sie immer wieder. Ich kenne sie genauso wie meine Gefühle. Viele von ihnen sind schon ganz abgenutzt. Sie spielen ihr Spiel immer wieder und meistens spiele ich mit, obwohl das Spiel kein sonderlich schönes ist. Meine Gedanken und Gefühle ...
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Verlieren und Finden

Ich habe mich selbst schon so oft gesucht, so oft verloren, so oft gefunden, um dann wieder von vorne zu beginnen. Als Kind ist einer meiner größten Verluste mein schwarzes Portemonnaie. Ich erinnere mich an eine Telefonzelle von der aus ich bei der “Nummer gegen Kummer” anrufe. Immer wieder. Es ist wie ein Spiel, weil die Nummer kostenlos ist. Ich rufe an und erzähle eine tragische Geschichte. Ich denke sie mir aus, weil ich glaube, dass meine eigene nicht kummervoll genug ist. Ich rufe ...
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Der Wiedergänger

Ein Mann, der in Kleinbeuthen abends seinen Hund ausführte, sah unweit des Hügels, auf dem im 14. Jahrhundert die wehrhafte Nutheburg stand, eine seltsame Gestalt, ein Wesen, das er nicht so recht zuordnen konnte. Es hockte auf einer der kürzlich hier aufgestellten Holzbänke. Im Dämmerlicht der hereinbrechenden Nacht war nicht genau zu erkennen, handelt es sich um einen späten Wanderer, oder um einen Obdachlosen, der hier, in der lauen Sommernacht ein Nickerchen macht. Der sonst so kuschelige ...
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Hier und da

Der Himmel öffnet sich bei Morgengrauen. Der Kelch des Himmelsherolds eröffnet sich, für zauberische Pracht von Sonnenträumen. Wegen des ewiglich hehren Gedichtes, das sich unschlagbar gütig und mild liest. Den ganzen Tag über gibt es da oben paradiesischen Flug all friedvoller Engel. Singend durch Stoizismus, Eudämonie vieler Himmelsträumer. Auf Erden: Rhythmus in Schmetterlingsflügeln. Nach Abenddämmerung schließt sich das Paradies. Schlafen gegangen ist in Sommerpracht - Lenz. Denn über Nacht ...
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Unbekannte Stimme

Es ist absolut still, der 31. Dezember. Ich liege endlich nach einer erholsamen Nacht, die ich seit Tagen nicht mehr hatte, gelassen im Bett. Erste Feststellung: Die Zeit. Ich stelle gleich die Zeit am Handy fest, die 6 Uhr 10 anzeigt. Acht Stunden lang war ich vom Schlaf übermannt. Eine gute erste Feststellung. Wie üblich mache ich damit Schritt für Schritt weiter. Raum: Der Körper lebt, fühlt sich frisch an, verursacht keine bedenklichen Schmerzen und das Allerwichtigste, das System, der Kopf ...
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Schwanzland

In der Schwanzrepublik redete man ständig von Gleichberechtigung. Die gebildeten Schwänze setzten sich sogar eifrig dafür ein. Die Wirklichkeit sah aber anders aus. Die Schwänze waren nicht unbedingt besser oder schöner als die Muschis. Vom Körperaufbau her hatten sie einfach gewisse Vorteile, quasi auch mehr Kontrolle und Macht. Mit ihrem langen Hals und dazu passendem Körper und stabilem Kopf waren sie überaus athletisch. Sie konnten größere Sprünge machen, schneller laufen und ans ...
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Einsamkeit

Alleine sein ist etwas anderes als einsam sein. Man kann noch so viele Menschen in seinem Leben haben, und dennoch ... einsam sein. Die letzten Wochen ging es mir schnell besser. Alles hat sich so stark nach Fortschritt angefühlt. Jetzt sitze ich im Bett und verliere all die positiven Gefühle, ich werde schlapp und mein Gesicht hat keinen Blick mehr. Ich kann nicht beschreiben was gerade los ist. Ich fühle mich einsam. Einsam. Obwohl ich geliebt werde von mehr als genügend wunderbaren ...

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