Im Herzen schläft ein stummes Rad,
das einst im hellen Takte trat.
Es zählt nicht Stunden, zählt nur Sein,
und mahnt: Du bist nicht ganz allein.
Wer schweigt, wenn fremde Tränen geh’n,
wer fortgeht, statt beizusteh’n,
trägt doch den Schmerz in seiner Brust –
verdrängte Schuld wird nie zu Lust.
Die Welt ist groß, der Mensch ist klein,
doch klein kann groß an Liebe sein.
Es wächst im Geben, was man misst,
und nimmt, wer nur sich selber ist.
O Mensch, erkenne, was dich bindet:
Dass jedes Herz ein andres findet.
Nicht ich im Du – nein, Du in mir:
So wird aus Einsamkeit ein Wir.
Wenn einst die letzte Glocke bebt
und über grauen Dächern schwebt,
so frag nicht, wem ihr Klange gilt –
sie ruft dich selbst, wenn jemand stillt.