Brummel und der liebe Gott

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Es war einmal eine junge Hummel. Wegen ihrem geschmeidigen Flug, und dem gleichmäßigen Ton wurde sie Brummel gerufen. Als sie das erste Mal allein ausfliegen durfte, wirbelte sie begeistert durch die Lüfte, und hatte den Duft der Blütenpracht in sich aufgesogen.

„Hallo Brummel“, rief ihr ein Apfelbaum zu, und winkte mit seinen Ästen. Die junge Hummel schwirrte näher heran.

„Riech ́ mal - diesen Duft - ist der nicht herrlich?“, lockte der Baum. „ Du könntest mir etwas helfen“, fuhr er unbeirrt fort. „ Wie wäre es, wenn du mir ein paar Pollen, also Blütenstaub, auf die Blüten trägst? Dafür darfst du auch von meinem Nektar naschen !“

„Nektar? - Was ist das denn?“, wollte Brummel wissen.
„Ein Göttertrank!“, hatte der Apfelbaum geprahlt.
„Ich bin kein Gott, ich bin eine Hummel!“, grantelte Brummel.
„Also, für eine normale Hummel...“, schmunzelte der Baum, „...ist das auch

nur so eine Art von Zuckerwasser. Das braucht ihr aber für den Bau eurer Waben, und ich bräuchte die Pollen dafür, dass an meinen Zweigen die schönsten, und besten Äpfel heranreifen können!“, hatte er Brummel aufgeklärt.
Vorsichtig krabbelte sie auf die Blüte. Ihr Rüssel tupfte mal hier, und mal da lang.

„ Mmmh, lecker!“, entfuhr es Brummel. Eifrig machte sie sich an die Arbeit, und flog geschäftig von Blüte zu Blüte. Sie war so sehr in ihre Aufgabe vertieft, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ein Sturm heraufzog. Unerwartet hatte eine Windboe die Hummel erfasst. Noch bevor sie sich abfangen konnte, trudelte Brummel in eine Regentonne. Das Wasser brach über ihr herein. Ohne wirklich voranzukommen strampelte Brummel mit den Beinen. Völlig hilflos kämpfte sie um ihr Leben. Sie wollte davon fliegen, aber die Flügel schienen wie angeklebt. Brummel schluckte immer mehr Wasser, und die Beine wurden schwerer, und langsamer. Als die junge Hummel völlig ausgelaugt war, wurde sie von einem Gärtner entdeckt. Mit einem Stück Holz ist er ihr zu Hilfe gekommen. Mit letzter Kraft hatte sich Brummel daran geklammert. Vorsichtig zog der Gärtner das Holz heraus, und legte es auf einen kleinen Gartentisch, der von der Mittagssonne erwärmt wurde. Mühsam putzte sich Brummel, um sofort wieder zu verschnaufen. Langsam kam sie zu Kräften. Die Sonnenstrahlen, und eine leichte Brise halfen Brummel beim Trocknen. Nach einer guten Stunde war sie stark genug, sich gründlich zu putzen. Sie flog wieder nach hause zu Königin Mutter, denn Brummels Mutter war auch die Königin von dem gesamten Hummelvolk.

„Wo warst du denn die ganze Zeit?“, klang ihre Mutter verärgert.
„ Ich habe den lieben Gott getroffen!“, hatte Brummel freudestrahlend erklärt. „Ach Brummel, was erzählst du denn da?“, zweifelte ihre Mutter.
„Doch!“, behauptete Brummel eisern.

„Als ich kurz vor dem ertrinken war, ist eine große Hand, vom Himmel herab, gekommen, und hat mich aus dem Wasser gefischt“, platzte es aus Brummel heraus.

„Das war bestimmt der liebe Gott !“

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