Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer stellt auf der diesjährigen "lit.RUHR" ihr neues Buch "Gegen die Ohnmacht" vor. Zum Auftakt gibt es außerdem neue Texte von Joachim Meyerhoff zu hören, Wolf Haas liest aus seinem aktuellen Brenner-Roman "Müll" und Denis Scheck spricht mit Doris Dörrie über Kulinarik und Literatur. Die Programmhöhepunkt im Überblick.
Luisa Neubauer, Denis Scheck, Joachim Meyerhoff und Wolf Haas: Die Highlights der "lit.RUHR 2022"
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Schecks kulinarischer Kompass: Köstliches und Kurioses aus meiner Küche und aller Welt
Es sind herausfordernde, schwierige Zeiten; Zeiten der Unruhe, in denen die Literatur, das geschriebene aber auch das gesprochene Wort wichtiger denn je werden... So eröffnen die Veranstalter der diesjährigen "lit.RUHR", die vom 19. bis zum 23. Oktober - parallel zur Frankfurter Buchmesse also - in Essen, Oberhausen, Bochum und Gelsenkirchen ein breitgefächertes Programm auf die Bühnen bringt. Ein Highlight des viertätigen Literaturfestes wird mit Sicherheit die Premiere des Buches "Gegen die Ohnmacht" der Klimaaktivistin Luisa Neubauer sein. Eröffnet wird die "lit.RUHR" indessen mit neuen, noch unveröffentlichten Texten des Schauspielers und Schriftstellers Joachim Meyerhoff. Später spricht der Literaturkritiker Denis Scheck ("Schecks kulinarischer Kompass") mit der Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie über die Berührungspunkte zwischen Literatur und Essenszubereitung. Ein Überblick. (Das gesamte Programm der "lit.RUHR" finden Sie hier)
Programmschwerpunkte der diesjährigen "lit.RUHR"
Joachim Meyerhoff eröffnet die "lit.RUHR" mit neuen Texten
Mittwoch, 19. Oktober / 19:30 Uhr / Lichtburg Essen
Mit seinem Roman "Hamster im hinteren Stromgebiet" veröffentlichte der Schauspieler und Schriftsteller Joachim Meyerhoff vor etwa zwei Jahren eine ebenso skurrile wie tragische Geschichte über die Labilität der Alltäglichkeit. Wie in den Büchern zuvor auch, verzahnte Meyerhoff dabei Tragik und Komik auf meisterhafte Weise, um im selben Augenblick nach dem Kern des Menschseins zu fragen.
"Gegen die Ohnmacht". Luise Neubauer stellt ihr neues Buch vor
Donnerstag, 20. Oktober / 20:00 Uhr / Halle 5, UNESCO-Welterbe Zollverein (Essen)
Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat mit ihrer Großmutter, Dagmar Reemtsmas, ein Buch geschrieben, in dem die beiden kämpferischen Frauen ein Jahrhundert deutscher Geschichte in den Blick nehmen. "Meine Großmutter hat sich mit allen Leuten zweimal zerstritten. Das erste Mal, als die Leute die Schrecken der NS-Herrschaft zu schnell vergessen wollten. Und dann, als sie die ökologischen Katastrophen nicht wahrhabe wollten", schrieb Luisa Neubauer über ihre 90-jährige Großmutter. In beiden Leben gibt es tiefe Enttäuschungen, die in beiden Fällen auf politisches Handeln oder Nicht-Handeln zurückzuführen sind. In "Gegen die Ohnmacht" zeigen die Frauen, dass der Kampf für positive Veränderungen alternativlos ist.
"Ich bin zu alt, such dir junge Künstler" - Claudia Michelsen und Fabian Hinrichs lesen skurrile Auszüge und Briefwechsel von KünstlerInnen
Freitag, 21. Oktober / 19:00 Uhr / Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus-Saal (Essen)
"Bitte bedenken Sie, dass ich kein Auto mit deutlichen Kurven möchte wie den Volkswagen. Ideal wäre so etwas wie der Ford Cortina mit seinen langen, flachen Oberflächen" schrieb der Künstler Gustav Metzger 1972 an die Verantwortlichen der damaligen Documenta. Er plante eine große Installation. Sein Kollege, der Künstler Siegmar Polke, cancelte die selbige Veranstaltung mit den Worten: "Ich bin zu alt, such dir junge Künstler". Claudia Michelsen und Fabian Hinrichs lesen skurrile und aufschlussreiche Passagen aus Briefwechseln und Tagebüchern bekannter KünstlerInnen.
Wolf Haas liest aus seinem neuen Brenner-Roman "Müll"
Freitag, 21. Oktober / 21:00 Uhr / Halle 5, UNESCO-Welterbe Zollverein (Essen)
Die FAZ zeigte sich erstaunlich und schrieb hymnisch über die Romane des österreichischen Schriftstellers Wolf Haas. Seit über 25 Jahren führt dieser nun bereits seine Krimireihe um den Kultdetektiv Simon Brenner fort. Sein neuster Wurf trägt den Titel "Müll" und und rankt sich um ein menschliches Knie, das eines Tages auf einem Wiener Mistplatz (Altstoffsammelzentrum) gefunden wird. Schnell tauchen weitere Leichenteile auf; nur vom Herz des zerlegten Toten fehlt jede Spur. Ein Ex-Kollege, der nun als Müllmann auf dem Hof arbeitet, hilft der ratlosen Kripo auf die Sprünge. Nicht nur findet er das fehlende Herz. Er weiß auch noch immer, was man bei deinem Mord bedenken muss. Wolf Haas liest aus seinem neusten Brenner-Roman.
Denis Scheck und Doris Dörrie sprechen über Kulinarik und Literatur
Samstag, 22. Oktober / 17:00 Uhr / Messe Essen, Saal Europa
Am 1. September erschien Denis Schecks "kulinarischer Kompass", ein Buch, in welchem der Literaturkritiker unter anderem über die Parallelen zwischen Essenszubereitung und Literatur schreibt. Dieses Thema weitet er auf der "lit.RUHR" aus, wo er mit der Schriftstellerin und Regisseurin Doris Dörrie über ebenjene Verwandtschaft spricht. Dörries neuer Film "Freibad" ist vor kurzen in den Kinos angelaufen.
Tilo Jung, Wolfgang M. Schmitt und Theresia Enzensberger sprechen über Utopien und schwimmende Städte
Samstag, 22. Oktober / 21:00 Uhr / Salzlager, UNESCO-Welterbe Zollverein (Essen)
Mit dem Interview-Format "Jung & Naiv" hat Tilo Jung gezeigt, dass es jenseits verkrusteter Politformate und mühevoll ins Abendprogramm gepresster Gesprächsrunden möglich ist, unterhaltsam und gehaltvoll länger als 15 Minuten miteinander zu sprechen. Gemeinsam mit dem Autor und Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt ("Wohlstand für alle"; "Die Filmanalyse") blickt er auf die Probleme und Diskurse der gesellschaftlichen Gegenwart. Schmitt und Jung treffen auf die Autorin Theresia Enzensberger, die in ihrem aktuellen Roman "Auf See" von der utopischen Vorstellung einer schwimmenden Stadt auf der Ostsee erzählt.
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