Literaturpreis NDR Sachbuchpreis 2020: Das sind die drei Finalisten

Die Shortlist für den diesjährigen NDR Sachbuchpreis steht fest. Drei Titel sind nun noch im Rennen. Wir zeigen Ihnen, um welche Bücher es sich dabei handelt und mit welchen Themengebieten diese sich beschäftigen.

Wer gewinnt in diesem Jahr den renommierten NDR Sachbuchpreis? Wir zeigen Ihnen, welche drei Bücher im Finale stehen. Foto: Pixabay

 

Am Dienstag den 17. November ist es soweit. Die Jury des NDR Sachbuchpreis wird bekanntgeben, welches das aus ihrer Sicht beste Sachbuch des Jahres 2020 ist. Im Rennen sind: Caroline Criado-Perez mit "Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert"; Matthias Glaubrecht mit "Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten" und Andreas Kossert mit "Flucht. Eine Menschheitsgeschichte".

Katja Marx, Jury-Vorsitzende und NDR Programmdirektorin Hörfunk, zur Vergabe des Preises:

"Der NDR Kultur Sachbuchpreis hat gerade in diesem Jahr eine besondere Bedeutung, in dem wir so viel über die Corona-Pandemie reden, während andere essenzielle Themen in den Hintergrund geraten. Auf die Shortlist haben es drei Bücher geschafft, deren Inhalte eine hohe gesellschaftliche Relevanz haben: Es geht um die Gefahren durch das Artensterben, um die Fluchterfahrungen von Menschen und um Chancengleichheit von Männern und Frauen. Die drei für den NDR Kultur Sachbuchpreis nominierten Werke sind bedeutsam und nachhaltig, sie wirken über den Tag und das Jahr hinaus."

Caroline Criado-Perez - "Unsichtbare Frauen"

In ihrem Buch "Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert" erklärt Caroline Criado-Perez wie ein System funktioniert, das von Männern für Männer gemacht wurde. Dabei legt sie geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Erhebung von wissenschaftlichen Daten offen und zeigt anhand dieser Beispiele, wie tief die Diskriminierung der Frauen in unserem System verankert ist. Criado-Perez plädiert für einen neuen Blick und strukturelle Veränderungen.

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Matthias Glaubrecht - "Das Ende der Evolution"

Auch wenn man öffentliche Debatten nur halbherzig verfolgt, kam man im letzten Jahr wohl kaum um das Thema Klimawandel herum. Was mit diesem - längst zum politischen Kampfbegriff avancierten - Wort einhergeht, bleibt in aller Einzelheit meist unbenannt. Bevölkerungsexplosion, Ressourcenverknappung, Umweltzerstörung und Artensterben. Der renommierte Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht beschreibt in seinem Buch, warum mit dem größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier eine biologische Tragödie auf uns zukommt. Der Mensch, so resümiert Glaubrecht, ist der entscheidende Evolutionsfaktor, der nicht nur die Existenz anderer Lebewesen, sondern auch seine eigene gefährdet.

Andreas Kossert - "Flucht. Eine Menschheitsgeschichte"

Andreas Kossert ist Experte auf dem Gebiet Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert. In seinem Buch "Flucht. Eine Menschheitsgeschichte" setzt er die Flüchtlingsbewegung des frühen 21. Jahrhunderts in einen größeren geschichtlichen Zusammenhang. Kossert wirft dabei nicht nur aus sicherer Entfernung mit Zahlen um sich, sondern bewegt sich nah an Einzelschicksale entlang, um zu erläutern, welche existenziellen Zusammenbrüche die Fluchterfahrung mit sich bringt und warum es für Geflüchtete so schwer ist, in der Fremde neue Wurzeln zu schlagen.

Der NDR-Sachbuchpreis

Der NDR Sachbuchpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr bereits zum 12. Mal verliehen. NDR Kultur zeichnet damit das beste in deutscher Sprache erschiene Sachbuch des Jahres aus. 2009 wurde der Preis ins Leben gerufen; er zählt heut zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Genres. Das Hauptaugenmerkt bei der Preisverleihung liegt darauf, dass der Autor oder die Autorin komplexe Sachverhalte für ein möglichst breites Publikum verständlich vermittelt.

 
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