Philosophie Maschinen und Moral: Spannende Precht-Analyse

In einem seiner aktuellen Videobeiträge beschäftigt sich der Youtuber David Johann Lensing mit dem Buch "Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens" des Philosophen Richard David Precht. Ein aufschlussreicher, kritischer Beitrag, der Lust auf mehr macht.

Der am 15. Juni erschienene Essay "Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens" hat es, wie viele Bücher des Philosophen Richard David Precht zuvor auch, innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Spiegel-Bestsellerliste geschafft, die er nach wie vor anführt. Die Tatsache, dass dieses Buch einen solch enormen Erfolg feiert, ist einigermaßen beruhigend, setzt sich Precht darin doch mit den Gefahren auseinander, die mit der Implementierung künstlicher Intelligenz in unseren gesellschaftlichen Alltag aufkommen könnten. Der Youtuber David Johann Lensing hat sich das Werk genauer angesehen. In einem Videobeitrag wirft er einen interessanten Blick auf den 240 Seiten starken Essay, bezieht Stellung und übt Kritik.

 

Was ist der Mensch? Was die Maschine?

Ein zentraler Punkt des besprochenen Buches ist die die Philosophie seit Jahrtausenden begleitende Frage, was genau der Mensch eigentlich sei. Wie kann das Mensch-Sein definiert werden, und inwiefern unterscheidet sich dieses Sein von dem anderer Lebewesen? Precht erklärt in seinem Essay, dass es seit etwa 2500 Jahre philosophischer Trend gewesen sei, sich bei diesen Definitionsversuchen auf die Rationalität des Menschen zu berufen, während man Faktoren wie Emotionalität und Intuition weitestgehend außer Acht gelassen hätte. Gerade diese aber, so Precht, sind notwendige Indikatoren, um den Menschen nun von den aufkommenden Künstlichen Intelligenzen zu unterscheiden, die in rationaler Hinsicht allmählich die Oberhand gewinnen.

In seinem Video bezieht David Johann Lensing Stellung zu Prechts Argumentationsweise. Viele von den im Buch enthaltenden Polemiken, wirft er dabei auf den Autor selbst zurück. Wenn Precht in seinem Buch etwa ein Zitat von Ray Kurzweil bringt, um den Inhalt als "Hokus Pokus" abzutun, weist Lensing vorsichtig darauf hin, dass Precht selbst nicht unbedingt bekannt dafür ist, mit Vorhersagen zu sparen. Nicht nur in dieser Hinsicht entpuppt sich Lensing als ein aufmerksamer Leser, der es versteht, philosophische Inhalte unterhaltsam zu präsentieren. Fast wie Precht selbst.

Einführung in die Philosophie & vieles mehr

Lensings Beitrag setzt nicht nur das vorgestellte Buch in Szene, sondern versorgt Zuschauer*innen darüber hinaus mit externen, kontextbezogenen Quellen und Informationen, wodurch die im Essay angesprochene Thematik umso greifbarer wird. Dass Lensing dabei auf ein breites Repertoire zurückgreifen kann, ist nicht allzu verwunderlich. Auf seinem Kanal spricht er anschaulich über Werke der Philosophie, über Philosophie in Antike und Mittelalter, gibt philosophische Einführungen und vieles mehr. Wer sich also dafür interessiert, was die sokratische Methode ist, wie und was die Vorsokratiker dachten oder wie John Rawls 1971 seine Theorie der Gerechtigkeit entwarf, ist hier gut aufgehoben.

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