In der aktuellen Folge des ESSEN & TRINKEN-Podcasts "Quatschen mit Soße" spricht der Schriftsteller, Autor und SPIEGEL-Journalist Takis Würger über die Kritiken zu seinem Roman "Stella". Und über sein neues Buch.
"Das Frühjahr war schon hart. Das hat wirklich weh getan." sagt der Autor Takis Würger in Bezug auf die vernichtende Kritik, die im letzten Jahr auf seinen Roman "Stella" regelrecht niederhagelte. Insbesondere der Verriss der Süddeutschen Zeitung habe ihn mitgenommen. Es sei der härteste Verriss gewesen, der Würger jemals gelesen habe. Auch die FAZ nahm sich nicht zurück und sprach damals von einem "der schlechtesten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur".
Zeichen der Zeit
In "Stella" beschäftigte sich Takis Würger mit der historischen Geschichte der Stella Goldschlag, die während des Zweiten Weltkrieges versteckte Juden denunzierte. Die Kritiken warfen Würger zusammengefasst vor, sich dabei weder mit Literatur, noch mit dem Umstand befasst zu haben, was es bedeutet, Geschichte zu literarisieren. Man hatte den Verdacht, hier schreibt jemand ganz bewusst einen Skandal-Roman, der über Negativ-Kritiken und Verisse an die Öffentlichkeit gelangen soll. Die Süddeutsche schrieb dazu: "Damit ist der Roman auch das Symbol einer Branche, die jeden ethischen oder ästhetischen Maßstab verloren zu haben scheint."
Im Podcast ESSEN & TRINKEN sprach der Autor nun mit Chefredakteur Jan Spielhagen und der Online-Leiterin Christina Hollstein über die Zeit mit und nach den Verrissen. Würger spricht sich hier gegen den berühmten Satz Adornos aus, der sagte, es sei Barbarei, nach Ausschwitz ein Gedicht zu schreiben. Der Satz sei veraltet, so Würger. Heutzutage sei es "legitim, dass wir eine andere Position finden im Umgang mit unserer Vergangenheit.". Insgesamt haben ihn die Rezensionen stark zugesetzt, es war eine harte Zeit.
Nächstes Buch
Auch Würgers neues Buch beschäftigt sich mit der NS-Zeit. Es erzählt die Geschichte des israelischen Publizisten Noah Klieger, der den Holocaust überlebte, da er sich als Boxer ausgab und für die Boxstaffel in Auschwitz kämpfte. Warum ein weiteres mal die nationalsozialistische Thematik? Würger Antwortet darauf wie folgt: "Weil ich Deutscher bin. Weil ich der Nachfahre der Täter bin. Ich glaube, dass 'Stella', dieser Roman, der so wahnsinnig verrissen wurde, dafür gesorgt hat, dass sehr viele Menschen in diesem Land sich Gedanken darüber gemacht haben, wie wir erinnern wollen. Das erreicht zu haben, als Schriftsteller, ist mehr als ich mir jemals hätte erträumen lassen."
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