Ronja von Rönnes 2016 erschienener Debüt-Roman "Wir kommen" wurde damals von der Kritk weitestgehend gelobt. Die damals erst 24-Jährige Autorin ließ in ihrem Buch die "Millennials" zu Wort kommen, schrieb frech, reflektiert und mit bösem Witz über die Gegenwart. "Wir kommen" wurde nun zur Grundlage eines vom NDR produzierten, gleichnamigen Hörspiels.
Vielleicht erinnert man sich noch an den Satz: "Wenn ich gejammert habe, hat Maria immer gesagt: 'Jammer nicht so, denk an Afrika'", und daran, wie man bereits aufstöhnte, dann aber, weiterlesend, überrascht wurde, als es hieß: "Damit war nicht das Land gemeint, sondern ein Mädchen zwei Stufen über uns, das für eine Zeit nach Afrika gereist war, um auch mal Selfies mit großäugigen, afrikanischen Babys zu machen.".
Ronja von Rönnes Debüt-Roman "Wir kommen" stellte die Gegenwart der sogenannten Millennial-Generation offensiv und ohne Abstriche dar. Gegenstände ihres Erzählens sind unter Anderem eine auseinanderbrechende Vierer-Beziehung, quälende Panikatacken, und die Treffen in einer Eck-Kneipe, die man gern besucht, um sich anhand der dort vor sich hin trinkenden, verzweifelten Gestalten zu vergegenwärtigen, wie gut es einem ja doch geht: "...weil dort außer uns nur kaputte Gestalten und Alkoholiker herumhängen und weil wir durch sie daran erinnert werden, wie jung und privilegiert wir sind".
"Wir kommen" als Hörspiel
Aus Sicht der Ich-Erzählerin Nora, werden den Lesern Probleme aufgetischt, die die Figuren im Roman selbst oft als Witz verkleiden. Die allseits beliebt- und salonfähig gewordene Ironie schimmert stets im Erzähl-Hintergrund, und entlarvt somit die Unfähigkeit der Figuren - und damit der Y-Generation - sich den eigenen Problemen offensiv und ungefiltert zu stellen. Dieser Grundtenor wird auch im gleichnamigen Hörspiel spürbar, welches aktuell als "Freispiel" auf Deutschlasndradio Kultur zu hören ist.
Die Bearbeitung und Regie übernahm Elisabeth Weilenmann. Sprecher sind: Birte Schnöink, Marie Löcker, Stefan Haschke, Daniel Axt, Josefine Israel, Benjamin Morik, Julian Greis und Paul Behren. Die Tonarbeit übernahmen Dominik Blech und Nicole Graul. "Wir kommen" ist eine NDR-Produktion.
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