Volker Weidermann lädt am Freitag, 5. Mai 2017, 23.25 Uhr, im ZDF, gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn erneut zum Gespräch über Bücher. Gast ist dieses Mal der Hausherr und scheidende Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann. Dort im Foyer diskutieren die vier über Werke von Margaret Atwood, Christoph Hein, Barney Norris und Toni Morrison.
Anlässlich des 400. Geburtstags von William Shakespeare haben acht Autoren ihr persönliches Lieblingsdrama des Dichters neu interpretiert. Die Grande Dame der kanadischen Literatur, Margaret Atwood, verneigt sich vor dem Bühnenmagier mit "Hexen-Saat", einer Adaption von "Der Sturm". Mit der Figur des Theaterdirektors Felix, der nach einer üblen Intrige gefeuert wird und nach Rache sinnt, erweckt die Autorin den Prospero zu neuem Leben. Atwoods Roman zeigt, wie aktuell Shakespeare heute noch ist.
Nach "Glückskind mit Vater" hat Christoph Hein mit "Trutz" erneut einen Jahrhundertroman geschrieben. Anhand der Lebensläufe zweier Familien erzählt der leidenschaftliche Chronist von den historischen Umbrüchen im 20. und 21. Jahrhundert. Der Schriftsteller Rainer Trutz und der Wissenschaftler Waldemar Gejm werden beide in stalinistische Lager deportiert und brutal ermordet. Nur ihre Söhne überleben und begegnen sich Jahrzehnte später im wiedervereinigten Deutschland. "Merken Sie sich den Namen Barney Norris", schrieb The Times. "Dieser Autor ist noch keine dreißig, aber bereits jetzt herausragend." Sein viel beachteter Debütroman "Hier treffen sich fünf Flüsse" erzählt von einem Autounfall und seinen Folgen. Eine Floristin, ein Schuljunge, ein verwitweter Farmer, die Frau eines Offiziers im Afghanistaneinsatz, ein Nachtwächter: fünf ganz normale Leben, fünf mehr oder weniger Gescheiterte, deren Schicksal durch einen tragischen Moment zusammengeführt wird. Jeder wird auf sein eigenes, ganz privates Unglück zurückgeworfen.
Der neue Roman der amerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison, "Gott, hilf dem Kind", erzählt von einer jungen, kämpferischen Frau, die sich auf eigenwillige Weise von ihrer schweren Kindheit emanzipiert. Bei der Geburt ist Lula Ann so tiefschwarz, dass ihre Mutter fast zu Tode erschrickt und der Vater die Familie verlässt. Die alleinerziehende Mutter zwingt die Tochter zu Anpassung und Gehorsam. Nur nicht auffallen! Doch genau gegen dieses Diktat sträubt sich die heranwachsende Tochter, kleidet sich in strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma und lernt einen geheimnisvollen Mann kennen.
"Das Literarische Quartett" wird im Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung findet am 16. Juni 2017 statt.
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