Wappentier

Vorlesen

Als Bär war ich das stolze Wappentier
einst stand ich – jetzt sitz ich hier!
voller Kummer und großem Leid
meine beste Zeit ist nun vorbei!

.

Der Sturm der Ignoranz über diese Stadt hinzog
der Menschen Sinn und Stolz nichts mehr wog.
Verödet Geist und die Vision –
für Menschen kaum Arbeit und schlechter Lohn.

.

Ich muss mit anseh‘n wie die Stadt verdreckt,
wie Häuser und Denkmale werden befleckt –
Straßen und Wege sind marode und kaputt,
in den Wäldern und auf Plätzen stapelt sich der Schutt.

.

So kann es nicht mehr weitergeh‘n
ich muss Berlin verlassen und weiterzieh’n!
Sollten sich die Menschen aber eines Besseren besinnen
komme ich wieder um nochmals von vorn zu beginnen.

.

Vielleicht kommen sie, die besseren Zeiten!
Dann werde ich wieder auf meinen Sockel steigen
und den Berlinern liebevoll winken,
damit sie nie mehr im eigenen Dreck und Gram versinken!

Gefällt mir
2
 

Weitere Freie Texte

Freie Texte

Sergej SIEGLE: Der Monolog

Sergej SIEGLE

O Jüngling – Verliebter, mit glühendem Blick, vom Pathos berauscht, von den Versen entzückt. Zerstreut und verloren, so trotzig, so fern, der Reimende „wieder“ mit „Widder“ so gern. Sag mir, wo bleibt wohl unbändiger Mai, wo Straßenbahn kreischte und rollte vorbei? Und wo jene Zelle, verrostet, ein Hohn – ein Hörer vereist – „Smartphone“-Vision … Die Haltestelle: „Zum Dichterduell!“* (hält nicht der Ikarus – das gelbe Modell.) Ein Anhalter – im Wagen, im Taxi, vorbei – „Zehn Rubel zum Zentrum?“ ...
lesering
Freie Texte

Nachdenken einer vernachlässigten Sache

UPa

Hegel würde sagen: Ihr habt die Dialektik angehalten. Arendt würde sagen: Ihr habt den Raum zerstört, in dem Wahrheit erscheinen kann. Zwischen diesen beiden Sätzen liegt keine historische Distanz, sondern eine präzise Diagnose der Gegenwart. Denn was heute als wissenschaftlicher Konsens, evidenzbasierte Politik oder alternativlose Sachlogik firmiert, ist weniger Ausdruck gewonnener Erkenntnis als Ergebnis einer epistemischen Stillstellung. Wahrheit wird nicht mehr gesucht, sondern verwaltet; ...
Freie Texte

Horaffe: Ein Land

Horaffe2025

„Wer kennt das Land, in dem die Menschen in der Gegenwart die Vergangenheit vermissen, um positiv in die Zukunft blicken zu können“. Ein Volk, vereint in Kraft und Glauben an seine Stärke, kann niemand ihre Überzeugung an das Gute im Menschen rauben. Versuchen auch finstere Mächte, dies zu untergraben, sie werden sich damit nur selber schaden. Fleißige Hände erschaffen Tag und Nacht eine blühende Landschaft. Gesundes Essen, gesunde Tiere gibt es nur durch die Arbeit einer Gemeinschaft. ...

Aktuelles