Der Deutsche Sachbuchpreis geht in diesem Jahr an den Autor Stephan Malinowski, der die Jury mit seinem Buch „Die Hohenzollern und die Nazis. Die Geschichte der Kollaboration" überzeugen konnte. Malinowski habe ein ausgezeichnet recherchiertes und zugleich brilliant erzähltes Buch geschrieben, heißt es in der Begründung. Insgesamt hatten es acht Titel auf die Shortlist des Preises geschafft.
Stephan Malinowski erhält den Deutschen Sachbuchpreis für sein Buch "Die Hohenzollern und die Nazis. Die Geschichte der Kollaboration." Die Frage, ob die Familie Hohenzollern den Nationalsozialisten erheblichen Vorschub geleistet hat, wird derzeit nicht nur heftig diskutiert, sondern auch vor Gericht verhandelt. In der Begründung der Jury heißt es zur Entscheidung:
„Wer bestimmt die Lesart der Vergangenheit? Stephan Malinowski hat ein ausgezeichnet recherchiertes und brillant erzähltes Buch über die Rolle der Hohenzollern seit 1918 geschrieben. In der Frage, ob das Herrscherhaus dem Nationalsozialismus Vorschub geleistet hat, ist die Antwort Malinowskis eindeutig: Beim Aufbau des „Dritten Reichs“ schmiedeten die Familie und die NS-Bewegung eine symbolisch-politische Allianz. Das Buch verbindet soziale und politische Zeitgeschichte mit einem Familienporträt und ist zugleich eine glänzende Milieustudie konservativer und rechter Republikfeindlichkeit. Es zeichnet sich durch stringente Argumentation und souveräne Quellenkenntnis aus. Malinowski gibt eine überzeugende Antwort auf die Restitutionsforderungen der Hohenzollern und verteidigt zugleich die Wissenschaftsfreiheit gegen Widerstände.“
Die Jury
Die Juroren waren in diesem Jahr: Stefan Koldehoff (Deutschlandfunk), Dr. Klaus Kowalke (Buchhandlung Lessing & Kompanie), Tania Martini (die tageszeitung), Prof. Dr. Meron Mendel (Bildungsstätte Anne Frank), Dr. Jeanne Rubner (Technische Universität München), Denis Scheck (ARD) und Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Wissenschaftskolleg zu Berlin).
Die Nominierten
Neben Stephan Malinowski´s Buch waren folgende Titel für den Deutschen Sachbuchpreis 2022 nominiert: Bettina Baltschev: "Am Rande der Glückseligkeit. Über den Strand" (Berenberg Verlag), Alice Bota: "Die Frauen von Belarus. Von Revolution, Mut und dem Drang nach Freiheit" (Berlin Verlag), Stefan Creuzberger: "Das deutsch-russische Jahrhundert. Geschichte einer besonderen Beziehung" (Rowohlt Verlag), Samira El Ouassil & Friedemann Karig: "Erzählende Affen. Mythen, Lügen, Utopien – wie Geschichten unser Leben bestimmen" (Ullstein Verlag), Ludwig Huber: "Das rationale Tier. Eine kognitionsbiologische Spurensuche" (Suhrkamp Verlag), Steffen Mau: "Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert" (Verlag C.H.Beck) und Natan Sznaider: "Fluchtpunkte der Erinnerung. Über die Gegenwart von Holocaust und Kolonialismus" (Carl Hanser Verlag).
Der Deutsche Sachbuchpreis
Jedes Jahr zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutsche Buchhandel das Sachbuch des Jahres aus. Das Werk muss in der deutschen Sprache verfasst werden, außerdem muss der Autor mit dem werk neue Impulse für gesellschaftliche Auseinandersetzungen schaffen. Unterstützung erhält der Deutsche Sachbuchpreis durch den Hauptförderer, die Deutschen Bank Stiftung. Darüber hinaus unterstützt auch die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.
Patronin des Ganzen ist unsere Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Medienpartner des Preises sind: Deutschlandfunk Kultur, der ORF und brand.eins.
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