Onlinehandel Bestsellerbücher auf momox: Verschenkt, verkauft, vergessen

Einer aktuellen Studie (EY) zufolge scheinen Bücher im vergangenen Jahr beliebte Weihnachtsgeschenke gewesen zu sein. 55% der Deutschen verschenkten demnach Romane, Sachbücher und Biografien. Bestseller von Sebastian Fitzek, Stefanie Stahl und Michelle Obama lagen dabei besonders häufig unter dem Weihnachtsbaum. Der Clou: Nicht alles was verschenkt wird, wird auch gebraucht. Auf ein kurzes, erzwungenes Lächeln folgt dann der Weiterverkauf. Eine Datenauswertung der Online An- und Verkaufsplattform momox zeigt, welche Bücher die Deutschen schleunigst loswerden wollten.

Bücher von Autorinnen und Autoren wie Sebastian Fitzek, Charlotte Link oder Stefanie Stahl wurden in der Nachweihnachtszeit besonders häufig weiterverkauft. Foto: Pixabay

 

Die An- und Verkaufsplattform momox, über der insbesondere ausgelesene oder überflüssig gewordene Bücher online verkauft werden können, boomte nach den Weihnachtsfeiertagen besonders. Jetzt hat der Anbieter ausgewertet, welche Bücher - zwei Wochen nach Weihnachten - besonders häufig über den Online-Second-Hand-Ladentisch gegangen sind. Unter den Top Ten der besonders häufig verramschten Lesewaren befinden sich unter anderem AutorInnen wie Charlotte Link, Joanne K. Rowling und Sebastian Fitzek. Ob die Beschenkten in diesen Fällen überhaupt zu lesen begonnen haben, oder aber, noch schlimmer, es nach der Lektüre nicht für nötig hielten, die Bücher zum eventuellen Wieder-Lesen im Bücherregal zu behalten, ist unklar. Dennoch ist an der momox-Auswertung abzulesen, wie kurz doch die Halbwertszeit literarischer Waren gegenwertig zu sein scheint.

Verschenkt, verkauft, vergessen

Auf Platz eins der Ankaufsliste steht Sebastian Fitzeks Psychothriller "Der Heimweg", ein Buch, welches bis vor kurzem auch die SPIEGEL Bestsellerliste anführte. Doch Fitzek ist nicht der einzige Bestsellerautor, der dem digitalen Bücher-Ramschplatz zum Opfer fiel. Charlotte Link (mit "Ohne Schuld") folgt gleich auf Platz 2, dicht gefolgt von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling ("Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"). Auch Michelle Obamas Autobiografie "BECOMING: Meine Geschichte" wurde innerhalb zwei Wochen nach dem Weihnachtfest zum Abschuss frei gegeben.


Diese Bücher wurden am häufigsten auf momox zum Verkauf angeboten

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  • 1. Sebastian Fitzek: Der Heimweg
  • 2. Charlotte Link: Ohne Schuld
  • 3. Johanne K. Rowling: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Band 7)
  • 4. Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden
  • 5. Michelle Obama: BECOMING: Meine Geschichte
  • 6. Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebste
  • 7. Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit
  • 8. Anna Todd: After love: AFTER 3
  • 9. Ellen Sandberg: Der Schweigende
  • 10. Simon Beckett: Die ewigen Toten

Interessant ist, das mit der momox-Auswertung eine Liste entstanden ist, auf der Autorinnen und Autoren wohl eher nicht vertreten sein wollen. Dies ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass weder die Urheber der Bücher noch die Verlage an diesen Verkäufen verdienen (wir haben uns mit diesem Thema bereits in einem gesonderten Beitrag befasst) Der schnelle Weiterverkauf von Büchern verweist auch darauf, wie kurz die Halbwertszeit der jeweiligen Lektüre ist. Das muss natürlich nicht zwingend an dem Autor oder der Autorin liegen, sondern kann auch Hinweis auf ein Aufmerksamkeitsdefizit der Lesenden sein. Bücher wie "Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Yuval Noah Harari oder "Der Gesang der Flusskrebste" von Delia Owens sind ja durchaus lesenswert und dürfen auch ruhig mehrmals in die Hand genommen werden. Thriller wie die von Sebastian Fitzek hingegen, scheinen geradezu auf den momox-Weiterverkauf zugeschrieben zu sein. Der kurze Schreck, die blutige Spannung, das Abenteuer nach Feierabend. Das muss schließlich weitergehen, und irgendwann ist das Regal dann halt voll, überfüllt mit Unterhaltung die bereits unterhielt und ihren Zweck also erfüllt hat.

Beinahe albern wird es, wenn man sich unter dem Gesichtspunkt der Halbwertszeit das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl anschaut, welches den Untertitel "Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme" trägt. Hat der Verkäufer bzw die Verkäuferin nun (fast) alle Probleme gelöst und das Buch deshalb zum verkauf gestellt, oder (Überraschung!) wollte es einfach nicht klappen?

 
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