Buchvorschau Suhrkamp: Neuerscheinungen im September

Wir haben uns die Suhrkamp-Neuerscheinungen für den Monat September genauer angeschaut, und möchten Ihnen vier der kommende Bücher kurz vorstellen. Mit dabei: Der erste Roman des Dramatikers Christoph Nußbaumeder "Die Unverhofften"; die philosophische Abhandlung "Radikale Hoffnung" von Jonathan Lear; das Jahrhundert-Porträt "Drei Nächte, drei Tage" von Marie-Claire Blais und Friedrich Anis Gedichtband "Die Raben von Ninive".

Auch aus dem September-Programm des Suhrkamp Verlages haben wir uns einige Bücher herausgepickt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Foto: Suhrkamp

Eine Menge hochspannender Bücher bringt uns der Suhrkamp-Verlag im September. Ein häufig wiederkehrendes Themen der demnächst erscheinenden Romane, Gedichtbände und Sachbücher sind innere und aüßere Zerrissenheit, die Frage nach Existenzgrundlagen sowie die Angst vor der Zukunft. Wir möchten vier Bücher herausstellen, die uns besonders beeindruckten.

 

Christoph Nußbaumeder: Die Unverhofften

Der erste Roman des preisgekrönten Dramatikers Christoph Nußbaumeder spielt im Spätsommer im Bayerischen Wald. Die junge Arbeiterin Marie hat die Glasfabrik, die vielen der Anwohner hier Arbeit gab, in Feuer gelegt. Ihr Motiv: Rache. Diese Brandnacht wird in "Die Unverhofften" zum Ausgangspunkt der Aufarbeitung einer von Schuld durchzogenen Familiengeschichte. Beginnen tut diese mit Georg Schatzschneider, der nach einem rasanten Aufstieg nun Leiter des Großkonzerns ist. Doch während Georg volelr Ehrgeiz für seinen Führungsposten kämpfte, beglich seine Familie über Generationen hinweg jene Schuld, die auf die Vorfahren Georgs zurückzuführen ist.

"In seinem ersten Roman, Die Unverhofften, erzählt der preisgekrönte Dramatiker Christoph Nußbaumeder eine packende und berührende Familiensaga über vier Generationen; ein Sozial- und Aufsteigerepos, das die Verteilungskämpfe und Widerstandsbewegungen eines ganzen Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart verhandelt und gleichzeitig den ewigen Treibstoff der großen Menschheitsdramen anschaulich macht: Liebe, Verrat und das unstillbare Bedürfnis des Menschen nach Anerkennung."

Friedrich Ani: "Die Raben von Ninive - Balladen, andere Gedichte und ein Zwiegespräch

Friedrich Ani unternimmt mit seinen hier vorgestellten Balladen den Versuch, Politisches und Privates zu verzahnen, abzuwägen, an- und auszugleichen. Allen voran stehen dabei unter anderem politische Ängste und die Frage danach, wo diese Gedeihen, wie sie zu besänftigen sein könnten.

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"Es gelingt ihm in diesem populären Genre, die aktuellen politischen Ängste, die Bedürfnisse des Populus anzusprechen, teils zu bestärken, teils zurückzuweisen, teils zu bekämpfen. Balladen sind für ihn also eine Kunstform, in der er politisch werden kann, ohne sich agitatorisch zu verhalten. Politisch kann er jedoch nur werden, wenn er die privatesten Umstände seiner Existenz beleuchtet und enthüllt."

Jonathan Lear: Radikale Hoffnung - Ethik im Angesicht kultureller Zerstörung

Ausgangspunkt für Jonathan Lears philosophische Untersuchung ist die Zerstörung der Lebensweise und Kultur eines Volkes, nämlich des noramerikanischen Volksstammes der Crow. Der Häuptling der Crow, Plenty Coups, sagte kurz vor seinem Tod folgende Worte: "Als die Büffelherden verschwanden, fielen die Herzen meiner Leute zu Boden und sie konnten sie nicht mehr aufheben. Danach ist nichts mehr geschehen." Aus diesen Worten entfaltet sich für Lear eine ethische Frage: Wie sollen wir mit dem Druck und dem Bewusstsein darum umgehen, dass unsere Kultur zusammenbrechen könnte?

"Auf Grundlage der Anthropologie und Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner und mittels Philosophie und psychoanalytischer Theorie erforscht Lear die Geschichte der Crow im Angesicht der kulturellen Zerstörung. Sein Buch ist eine tiefschürfende und höchst originelle philosophische Studie über eine eigentümliche Verletzlichkeit, die den Kern der conditio humana betrifft."

Marie-Claire Blais: Drei Nächte, drei Tage

Ein Kollektiv unterschiedlichster Schichten und Gesinnungen lebet gemeinsam auf einer sonnigen Insel. Unter ihnen befindet sich eine Frau namens Renata, die zwischen extremen Hedonismus und selbstloser Verantwortung schweift. Auf der einen Seite drängt es sie, die Schönheit und Welt auszukosten, auf der anderen ist sie sich der Ungerechtigkeit bewusst, die diese Lebensweise herstellt und befeuert. Ihre Zweifel nähren sich zwischen Künstler, Drag-Queens, Ku-Klux-Klan-Mitglieder und unschuldig spielenden Kindern.

"Drei Nächte, drei Tage ist das Porträt eines tropischen Inselkollektivs zwischen Exzess und Verzweiflung. Ein schier atemloses, polyphones Werk, barock und radikal zeitgenössisch, »ein visionäres, unentbehrliches, opulentes Sittenbild des späten 20. Jahrhunderts« (Voir)."

 
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