Margaret Atwood, die Meisterin der düsteren Zukunftsvisionen, führt den Leser in „Das Herz kommt zuletzt“ in ein soziales Experiment. Was passiert eigentlich nach einer Wirtschaftskrise, in der 40 Prozent keine Arbeit haben und ein Ausweg nicht in Sicht ist ? Wiederholt gelingt es Atwood, einen spannenden gesellschaftskritischen Roman zu schreiben, der unter die Haut geht.
„Das Herz kommt zuletzt“ ist bereits der 15. Roman von Margaret Atwood, der in deutscher Übersetzung erschienen ist. In ihrem Büchern fängt sie stets aktuelle Entwicklungen ein und zeigt Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte Atwood mit ihrem Roman „Der Report der Magd“, der zum Kultbuch einer ganzen Generation geworden ist.
Schauplatz ihres neuen Romanes ist der Nordosten der USA. Hier leben Stan und Charmaine und führen ein ganz normales Leben. Frisch verheiratet erwischt es die beiden eiskalt, erst verlieren sie ihre Jobs, dann ihr Heim. Das einzige was sie retten können, ist ihr Auto. Stan und Charmaine sind keine Ausnahme, über 40 Prozent hat die Wirtschaftskrise aus ihrer Existenz gerissen. Das Auto ist jetzt ihr neues zu Hause und das müssen sie gegen randalierende Banden verteidigen. Es ist eine apokalyptische Situation, deren beklemmenden und düsteren Szenen schockieren.
Doch es gibt es einen Ausweg, ein soziales Experiment in einer Modellstadt verspricht den beiden ein neues Leben zu finden, ein Leben mit Hoffnung und ohne die ständige Angst alles zu verlieren. Ein Werbespot zu einer neuen Stadt namens Consilience lockt die beiden und sie beschliessen, an dem Modellversuch „Positron“ teilzunehmen. Das neue Leben hat jedoch seinen Preis, sie müssen sich verpflichten jeweils einen Monat in Freiheit und einen Monat im Gefängnis zu leben. Sie tauschen ihre Freiheit mit den Kriminellen, die dafür aller vier Wochen das Gefängnis verlassen dürfen und das Leben der anderen führen dürfen.
Stan und Charmaine bewohnen ein schickes Heim und alles scheint bestens. Alle vier Wochen wechseln sie mit ihren Hauspartnern Gefängnis und Heim, bis durch einen Buchungsfehler beide getrennt werden. Die heile Welt beginnt bröckeln und hinter den Kulissen zeichnet sich ein brutales Spiel ab. Der Manager des Expirements entpuppt sich als Psychopath, der mit diesem Projekt nur seine Macht- und Profitgier befriedigen will. Personen, die das Projekt gefährden, werden im Gefängnis brutal ermordet. Die Organe werden nach China verkauft. Es beginnt ein intelligenter und brutaler Thriller, der einem den Angstschweiss auf die Stirn treibt.
„Das Herz kommt zuletzt“ ist am 3.4. beim Berlin Verlag schienen.
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