In der kommenden Ausgabe des "Literarischen Quartetts" (Freitag, 2. Dezember, 23:45 Uhr) diskutiert Gastgeberin Thea Dorn mit den SchriftstellerInnen Juli Zeh, Eva Menasse und Adam Soboczynski über aktuelle Bücher. Neben dem erstmals veröffentlichten Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch, geht es um die neuen Romane von Karen Duve ("Sisi"), Ursula Fricker ("Gesund genug") und John Burnside ("So etwas wie Glück").
Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt die Moderatorin und Autorin Thea Dorn Gäste zum Gespräch über aktuelle Neuerscheinungen. Am 2. Dezember diskutiert sie im ZDF mit Juli Zeh, Eva Menasse und Adam Soboczynski über Bücher von Ingeborg Bachmann/Max Frisch (Der Briefwechsel), Karen Duve ("Sisi"), Ursula Fricker ("Gesund genug") und John Burnside ("So etwas wie Glück"). Die Ausgabe ist am Sendetag bereits ab 10:00 Uhr in der ZDFmediathek abrufbar.
Ingeborg Bachmann/Max Frisch - "Wir haben es nicht gut gemacht" Der Briefwechsel
Ingeborg Bachmann und Max Frisch waren eines der bekanntesten Paare der deutschsprachigen Nachkriegs-Literatur. Nun erscheint unter der Überschrift "Wir haben es nicht gut gemacht" erstmals ein zusammengetragener Briefwechsel, der über 1000 Seiten füllt. Die zum Teil dramatischen Briefe und Schriftstücken gewähren einen intimen Einblick in die Beziehung und die Leben der beiden. Nähe und Distanz, Bewunderung und Rivalität, Eifersucht, Fluchtimpulse und Verlustangst, aber auch die Schwierigkeiten des Arbeitens in der gemeinsamen Wohnung und die Spannungen zwischen Schriftstellerleben und Zweisamkeit werden intensiv ausgelotet.
Karen Duve - "Sisi"
Karen Duve zeichnet den Weg Elisabeth von Wittelsbachs nach, die als die Kaiserin "Sisi" von Österreich und Königin von Ungarn in die Geschichte einging. Sie zeigt eine sinnliche Femme Fatale, eine leidenschaftliche Reiterin, die sich in einer unerbittlichen Welt steifer Konventionen wiederfindet. In ihrer Vertrauten, der 18-jährigen Marie, sieht "Sisi" ihr freies, aufbegehrendes Selbst. Als das Mädchen jedoch zunehmend anziehender auf die männlichen Adeligen am Hofe wirkt, erkennt die Kaiserin die Konkurrentin in ihr. Karen Duve entfernt sich in ihrer Darstellung von der landläufigen, kitschigen "Sisi" und zeigte eine Frau, die sich zeitlebens gegen Rollenzuschreibungen wehrte.
Ursula Fricker - "Gesund genug"
Ursula Fricker erzählt von einem aufblühenden Leben und vom nahenden Tod. Hanne´s Vater - ein rigoroser Gesundheitsfanatiker - liegt im Sterben. "Da kann man mal sehen", sagte er stets, wenn es andere erwischte. Sein Bio-Wahn und Reinlichkeitsfimmel hat die Familie beinahe in den Wahnsinn getrieben. Am Sterbebett ihres Vaters erinnert sich Hanne an ihr Erwachsenwerden jenseits des patriarchalen Diktats. Da sind die Sommer in London, die sie weit entfernt von der Familie verbrachte. Das Erwachen und Auskosten wilden Freiheit. Als sie eine Mappe mit alten Zeichnungen entdeckt, wird ihr eine völlig andere Seite des pedantischen Vaters vor Augen geführt.
John Burnside - "So etwas wie Glück"
John Burnside - zweifellos einer der profiliertesten Lyriker und Romanciers der Gegenwart - stellt sich in seinem neuen Buch jenen Fragen, die die Literatur seit jeher berührten und umtrieben. Was macht eine gelungene Beziehung aus? Was ist das Wesen der Liebe? Wo liegen die Abgründe der Liebe? Er spricht von unglücklichen Ehen, die wie Gefängnisse wirken. Erzählt von falschen Erwartungen, von Untreue, vom Zerfall physischer und psychischer Gesundheit. Immer findet er dabei außerordentlich Bilder, die den Verletzungen eine ungeheurere, poetische Kraft verleihen.
Ausstrahlung
"Das Literarische Quartett" wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles vor Publikum aufgezeichnet. Zu sehen ist die Ausgabe am Freitag, 2. Dezember 2022, um 23:45. Am Sendetag ist die Folge außerdem bereits ab 10:00 Uhr in der ZDFmediathek abrufbar.
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»Wir haben es nicht gut gemacht.«: Der Briefwechsel | Ein einzigartiges Dokument der Liebesbeziehung eines der berühmtesten Paare der deutschsprachigen Literatur
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