Der Schriftsteller Heinz Strunk wird heut 60 Jahre alt. Mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte könne er nicht sagen, dass er nichts bereut. "Ich wünschte, ich wäre heute zehn Jahre jünger", sagte der Autor gegenüber der Deutschen Presseagentur. Strunks neuer Roman "Ein Sommer in Niendorf" erscheint Mitte Juni bei Rowohlt.
Heinz Strunk wird 60. Feiern wird der Hamburger Autor allerdings nicht. "Ich hab‘ das seit den Kindergeburtstagen nicht mehr gemacht", sagte Strunk der Deutschen Presseagentur. Außerdem befinde er sich gerade mitten in einer Fastenphase. Gründe zum Feiern gäbe es bei dem Schriftsteller derzeit allerdings auch fernab des runden Geburtstags: Strunks letzter Roman "Es ist immer so schön mit dir" war im vergangenen Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert; sein neues Buch "Ein Sommer in Niendorf" steht bereits in den Startlöchern und wird im nächsten Monat bei Rowohlt erscheinen.
Hinsichtlich der Schriftstellerei bereue er, dass er nicht früher mit dem Schreiben begonnen habe, so Strunk. Gerade in der Zeit zwischen 20 und 40 habe sich wenig getan. Seine Arbeit als Schriftsteller bezeichnet er als effektiv. Von Spaß will er dabei nicht gleich reden. Das Schreiben eines Buches sei für einen ernstzunehmenden Schriftsteller vielmehr "harte Quälerei", der Text absorbiere sehr lange wie ein schwarzes Loch Energie. "Erst in seinen letzten zehn bis zwanzig Prozent strahlt er dann Energie ab und der Text gewinnt an Musikalität."
"Ein Sommer im Niendorf" - der neunte Roman
"Ein Sommer in Niendorf" ist Strunks neunter Roman. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen "Fleisch ist mein Gemüse" und "Der goldene Handschuh". Über die Buchpreis-Nominierung seines letzten Romans "Es ist immer so schön mit dir" habe er sich gefreut; wenngleich er sich auch ernsthaften Hoffnungen machte, den Hauptpreis abzuräumen. Das Entscheidende war die Nominierung, also die Anerkennung, dass es preiswürdig ist. Dass seine Bücher im Feuilleton von Beginn an ernst genommen wurden, schätze er ebenfalls sehr.
Nicht nur ein neuer Roman steht kurz vor der Veröffentlichung, auch die zweite Auflage seines ironischen Fotokalenders rückt immer näher. Strunk posiert auf den Bildern - Januar, Februar, März, April ... - als halbnacktes Modell. Um körperlich fit zu sein, faste er hin und wieder mal. Der Titel des ersten Kalenders lautete "Fantasies 40 plus, erotisch durchs Jahr 2020 mit Heinz Strunk". Der Nachfolger wird unter dem Titel "Maximise your Life – lebensoptimierende Maßnahmen" wie auch der Roman im Juni erscheinen.
"Als ich noch ein Kind war, waren 60-Jährige für mich ein Opa ..."
Mit den 60 habe er sich arrangiert. "Als ich noch ein Kind war, waren 60-Jährige für mich ein Opa, automatisch. Der klare Schritt ins Alter." Daher wurde ihm auch kurzzeitig angesichts des runden Geburtstags. Nun aber, wo der Geburtstag kurz bevorstehe, habe sich dieses Gefühl auf eine schwer zu erklärende Art verflüchtigt.
Dass Strunk jetzt auf ein fertigen Roman, unzählige Lesungen und einen vollen Terminkalender blicken kann, liege auch an der Corona-Pandemie. "Das war für mich eine katastrophale Zeit. Ich hatte das Gefühl, mein Leben bricht auseinander und löst sich so auf. Die einzige Möglichkeit, da proaktiv gegenzuhalten, war noch mehr zu arbeiten. Und jetzt zahlt sich das alles aus. Das ist schon enorm." Der Schriftsteller zeigt sich zufrieden. Auch Pläne für eine Serie für einen Streamingsdienst, und selbstverständlich für den notwendigen Urlaub an der Ostsee gibt es.
Nie ein Cliquentyp
Auch wenn er nie ein Cliquentyp gewesen sei, habe er doch Menschen um sich herum, dank deren Hilfe und Förderung er immer "weitergehen konnte". Er baue auf Freunde aus alten Zeiten, wie beispielsweise Rocco Schamoni. Den einen, einziges Ratgeber hat Strunk indes nicht. "Beraten lasse ich mich ganz gern von vielen. Da bin ich das Gegenteil von beratungsresistent." Er sei immer interessiert daran, etwas zu machen, was er noch nicht gemacht hätte. "Das ist ja mein Job. Seit 40 Jahren ist es mein Job, Ideen zu haben. Und zum Glück klappt das ganz gut. Und das hat auch Gott sei Dank noch nicht nachgelassen."
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