Kein Talent, kein Geschmack, kein ästhetischem Empfinden Heinz Strunk lässt sich über die deutsche Comedy-Landschaft aus

Der Musiker und Schriftsteller Heinz Strunk ist der festen Überzeugung, dass es in Deutschland keinen einzigen guten Comedian mehr gibt. In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur sprach von einem Mangel an Talent, Geschmack und ästhetischem Empfinden. "Aber die Leute finden es gut ..."

Kein Talent, kein Geschmack, kein ästhetisches Empfinden. Der Hamburger Schriftsteller und Musiker Heinz Strunk lässt sich gegenüber der dpa über die deutsche Comedy-Landschaft aus. Bild: Harald Krichel - Eigenes Werk (Wikipedia)

Mit dem Humor in Deutschland ist es bekanntlich so eine Sache. Die letzte Bastion - Harald Schmidt - hat sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Satirische Entertainer konzentrieren sich zunehmend auf politische Agenden und witzeln dort, wo ihnen der Applaus sicher ist. Wer es doch wagt, die Gegenseite zu adressieren, verwechselt allzuoft "bissigen Humor" mit Geschmacklosigkeit; und anstatt subtil auf die Fragwürdigkeit gewisser Grenzen hinzudeuten, werden diese ganz einfach und brachial überschritten. Wer in Deutschland lacht, macht sich verdächtig. Wer nicht lacht, erst recht.

Gegenüber der Deutschen Presseagentur äußerte auch der Hamburger Schriftsteller Heinz Strunk sein Unbehagen, was die deutsche Comedie-Szene anbelangt. Er finde keinen Einzigen lustig, so Strunk. "Die haben einen Mangel an Talent, Geschmack, ästhetischem Empfinden und natürlich Humor. Und Helge Schneider ist kein Comedian“ Er könne es nicht verstehen. "Aber die Leute finden es gut und Chris Tall und wie sie alle heißen füllen die Arenen.“ Insgesamt sei der Comedy-Kosmus zu konform.

"Leben und leben lassen"

Zugleich will Strunk kein apodiktisches Urteil sprechen. Er halte es mit dem Motto "Leben und leben lassen". "Die sollen ihren Kram machen und ich mache meinen. Ich begreife mich da ja auch immer noch als Nische." Der Hamburger ist nicht nur als Schriftstellerei bekannt geworden, sondern auch als Teil des Trios "Studio Braun". Außerdem produzierte er den Podcast "Fenster auf Kipp" und Hörspiele wie "Der Blauwal".

Neue Frankfurter Schule

Strunk selbst sehe sich eher als Anhänger der Neuen Frankfurter Schule. Geht es um Humor, so sympathisiere er also mit all dem, was im Dunstkreis der "Titanic" passiert ist. "Das war für mich die einzige ernstzunehmende kleine Gegenbewegung zu dem Mainstream." Zudem sei er Fan von Albernheiten wie denen von Louis de Funès und den Filmen "Die nackte Kanone“.

Aktuell sitzt Heinz Strunk an einer neuen Serie, die unter dem Titel „Last Exit Schinkenstraße“ dann auch bei einem Streamingdienst laufen soll. "Mein ganzes künstlerisches Dasein ist ein Spagat zwischen ganz ernsthaftem Kram und Gags. Und das ist High-End-Humor. Da zeige ich auch mal wieder den ganzen Comedians, wie es gehen könnte.“ Laut Strunk, ist das der Beste Humor. Am 17. Mai wird der Schriftsteller 60 Jahre alt.

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