Nachkriegsliteratur In Erinnerung an Günter Grass

Der diesjährige Ostermontag war der fünfte Todestag des 2015 verstorbenen Schriftstellers Günter Grass. Das Günter Grass-Haus in Lübeck hat sich etwas besonderes einfallen lassen, um an einen der wichtigsten Erzähler der deutschen Nachkriegsliteratur zu erinnern.

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Foto: Michał Kobyliński Zum fünften Todestag des Schriftstellers Günter Grass präsentiert das Günter Grass-Haus in Lübeck 17 Lesungen im Netz.

Hat es ein Roman-Debüt wie "Die Blechtrommel" in deutscher Sprache ein zweites Mal gegeben? Ein Werk, dass vor epischer Energie nur so strotzt und zugleich ein sprachliches Glanzstück deutscher Prosa ist? Schlagartig wurde der Autor Günter Grass, der damals noch zur berühmt berüchtigten Gruppe 47 gehörte, mit seinem Debüt bekannt. Nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus etablierte er sich als einer der wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Grundintention seiner schriftstellerischen Arbeit war es seitdem jeher, gegen das Vergessen anzuschreiben, immer wieder thematisierte er die Aus- und Nachwirkungen des Nationalsozialismus auf und in der Bundesrepublik.

 

Am 13. April 2015 starb Grass in Lübeck, etwa 25 Kilometer von Behlendorf entfernt, wo der Schriftsteller von 1987 an lebte. Zum fünften Todestag hat sich das Günter Grass-Haus in Lübeck eine besondere Aktion einfallen lassen, um an den Literaturnobelpreisträger zu erinnern. Insgesamt 17 Lesungen stehen auf dem Plan, die aber diesen Montag von dem Filmschauspieler Jens Harzer vorgetragen, und im Internet auf der Website des Grass-Hauses zu sehen sind.

Meister des Anfänge

Bei den Lesungen handelt es sich um jeweils die erste Seite sämtlicher Grass-Bücher. Es seien Sätze, die Literaturgeschichte geschrieben haben, so der Leiter des Grass-Hauses Jörg-Philipp Thomsa. Und in der Tat: Grass ist unter den Nachkriegsautoren deutscher Zunge mit Sicherheit einer der wortgewaltigsten. Ein Auftakt wie in der Blechtrommel - "Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, lässt mich kaum aus dem Auge; denn in der Tür ist ein Guckloch, und meines Pflegers Auge ist von jenem Braun, welches mich, den Blauäugigen, nicht durchschauen kann." - macht in den ersten Zügen bereits deutlich, dass es sich hier um einen Meister seines Faches handelt.

Gerade auf die Anfänge habe Grass besonders viel wert gelegt, erklärt Thomsa. „Ob lakonisch, lyrisch, existenziell oder von epischer Wucht - jeder für sich ist markant und einzigartig“ Nun können wir uns selbst davon überzeugen, und die Anfänge und Wieder-Anfänge in Form von Lesungen genießen.

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