Ai Weiwei - "Manifest ohne Grenzen" Künstler Ai Weiwei fordert mehr Mitgefühl für Flüchtende

Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist international für seine politischen und provokanten Aktionen bekannt. In seinem Buch "Manifest ohne Grenzen" fordert er unter anderem dazu auf, Flüchtenden - gerade in Deutschland - menschlicher zu begegnen. Vielleicht überschätzt er die Deutschen.

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Foto: Kurstbuch edition Ai Weiwei reflektiert in seinem Buch "Mainfest ohne Grenzen" über seine Begegnungen mit Flucht und Zerstörung.

Denn wenn Ai Weiwei in eigener Aussage davon ausgeht, dass wir alle wissen, "wie schwierig eine Lage sein kann", ist das doch sehr schemenhaft formuliert. Der Großteil der deutschen, generell der Europäer, können sich solch eine Notlage, wie sie Flüchtende er- und durchleben müssen, nicht im Geringsten vorstellen. Und schon gar nicht kann davon ausgegangen werden, dass dieser große Teil Priviligierter in der Lage wäre, sich ohne weiteres in die Position anderer zu versetzen. Alles deutet darauf hin, dass die Empathielosigkeit der allgemeine Gemütszustand zu seien scheint. Umso wichtiger ist dann folgende Aussage Ai Weiweis "Aber wenn wir unser Mitgefühl verlieren, was bleibt dann noch?" Rassismen, Engstirnigkeit, Unmenschlichkeit, um nur einige der Auswüchse aufzuzählen, die mit dem Verlust des Mitgefühls, der ja keine distopische Vorstellung sondern eine Tatsache ist, einhergehen.

Es ist nich mein Thema

Er selbst habe das Thema Flüchtlinge nicht gewählt, betont der Künstler in seinem Buch "Ai Weiwei - Manifest ohne Grenzen". Regierungen und die unter ihnen herrschenden Umstände hätten dafür gesorgt, dass Menschen ihr Land, ihre Religion und ihre Kultur verloren haben. Und so sei die Flüchtlingsfrage eine globale Frage, die Frage danach, wie sich die Welt im Ganzen entwickeln soll. Wie aber die Größe und Dringlichkeit genau dieses Fragens in die Köpfe der süffisant Kommentierenden katapultieren? Wie Jene erreichen, die sich in stets halb-ironischer Haltung vor den heimischen Computer setzen, und ihre Wut als dümmlicher Ignoranz tarnen?

Ai Weiwei, der 2011 in China aufgrund seiner Aktionen 81 Tage Inhaftiert wurde, ist selbst mit dem Gefühl der Fremdheit konfrontiert worden. Daraus schöpfte der Künstler die Kraft für seine Werke, transformeirte die Identitätssuche und fand mittels der Kunst eine universielle Sprache. Sein 2017 gezeigter Film "Human Flow", in dem er die Flüchtlingsbeweung weltweit dokumentierte, ist nur ein der Beispiel dafür, wie Ai Weiwei politische Missstände künslterisch verarbeitet. In Bezug auf seine Reise sagt er: "Ich war sehr beeindruckt, als ich Flüchtlingsheime besuchte, wie sehr sich die Menschen dort gegenseitig geholfen und sich unterstützt haben."

Eine Stimme

Das "Manifest ohne Grenzen" ist eine Sammlung von Reflexionen über- und Erinnerungen an eine Reise, die rund um den Globus führte. Ein Apell an die Menschlichkeit, ein Aufruf zur, wie es im Beschreibungstext des Buches heißt, "friedvollen Kommunikation". Ob dieser Aufruf an den richtigen Stellen gehört wird, bleibt - und dies ist das übliche Problem politischer Kunst - zu bezweifeln. Und doch ist es wichtig die Stimme zu erheben, der Stumpfsinnigkeit entgegenzutreten und, im besten Falle, eine Stimme des Chorgesangs Jener zu sein, die sich im stetigen Widerstand befinden.


Ai Weiwei - "Manifest ohne Grenzen", Kursbuch edition, 2019, 184 Seiten, 20 euro





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