Ein jahrzehntelang andauernder Rechtsstreit um die hinterlassenen Dokumente Franz Kafkas geht zu Ende. Die Nationalsbibliothek Israels hat die lang umkämpften Briefe, Manuskripte und Zeichnungen erhalten. Zuletzt befanden sich diese in einem Banksafe in Zürich.
Der israelischen Nationalbibliothek wurde ein weiterer Teil des Nachlasses Franz Kafkas überreicht. Die etwa 60 Mappen mit Originaldokumenten sind vor zwei Wochen in Jerusalem eingetroffen. Unter ihnen befinden sich auch Zeichnungen Kafkas; flüchtig mit Bleistift und Tinte angefertigte Skizzen, die rätselhafte Figuren zeigen. Außerdem ein Übungsheft für Hebräisch, dutzende Skizzen und Briefe an seinen Freund Max Brod, sowie drei Versionen der Erzählung "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande".
"Hingeworfene Kritzeleien könnte man es vielleicht auch nennen, aber dennoch von Kafka, die völlig unbekannt sind", äußerte sich der Archivar der israelischen Nationalbibliothek Stefan Litt zu den Zeichnungen, der sich nun neue Einblicke und Erkenntnisse über Kafkas Persönlichkeit erhofft.
Die Geschichte zum Nachlass
Die Nationalsbibliothek hat nun vor, den frisch aus der Schweiz eingetroffenen Nachlass bis zum Ende des Jahres zu Digitalisieren und der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Mit der Übergabe endet zugleich ein jahrelang andauernder Rechtstreit darüber, wo der Kafka-Nachlass hingehört. Kafka selbst hatte seinen Freund Max Brod darum gebeten, all seine Werke nach seinem Tod zu verbrennen. Brod veröffentlichte die Erzählungen und Romane jedoch, Kafka wurde posthum weltberühmt.
1939 floh Brod vor den Nationalsozialisten und verließ Prag. So gelangten die Manuskripte Kafkas, in einem Koffer transportiert, ins damalige Palästina. Nach Brods Tod ging der Nachlass dann an dessen Sekretärin Esther Hoffe, die einen Teil der Manuskripte, unter anderem das zum Roman "Der Prozess" gehörige, verkaufte. Weitere Teile bewahrte Hoffe in Safes in Tel Aviv und der Schweiz auf. Nachdem die Brod-Sekretärin 2007 starb, ging der Nachlass an ihre Töchter, die mittlerweile beide ebenfalls verstorben sind. 2016 entschied das Oberste Gericht Israels, dass der gesamte Nachlass der Nationalbibliothek gehöre. Vor kurzer Zeit hatte nun auch ein Gericht in der Schweiz entschieden, dass die sich in den Banksafes in Zürich befindenen Teile, ebenfalls an Israel zu übergeben seien.
Topnews
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Oschmann: Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“ – Umstrittene russische Übersetzung
Überraschung: Autorin Han Kang hat den Literaturnobelpreis 2024 gewonnen
Franz Kafka: 100 Jahre nach seinem Tod – Die unsterbliche Stimme der Absurdität
Kafka. Um sein Leben schreiben
Kauf und Verkauf auf Medimops und Momox: Warum Sie hier nur seelenlose Bücher erhalten
Heute bei "ttt - titel, thesen, temperamente": Niklas Maaks Roman "Technophoria"
Dein Recht auf Faulheit!
Preis für Europäische Literatur geht an David Grossmann
Insta-Storys: Wie eine New Yorker Bibliothek das Buch aufgibt
Der NDR Kultur Sachbuchpreis: Was uns im Jahr 2019 bewegte
Microsoft schließt E-Book Store. Vielleicht doch wieder zum analogen Buch greifen?
„Ich klage an“ – Kafkas „Brief an den Vater“ kehrt nach Marbach zurück
Ein Balanceakt zwischen Moral und Dialog: Boykottaufruf des Palestine Festival of Literature
Israelischer Schriftsteller Abraham B. Yehoshua im Alter von 85 gestorben
Schriftsteller Navid Kermani gegen Boykott russischer Literatur
"Precht": Sind unsere Städte noch zu retten?
Frühstück mit der Drohne: Tagebuch aus Gaza
Aktuelles
Das schönste aller Leben von Betty Boras – Schönheit als Versprechen – und als Zumutung
Dire Bound von Sable Sorensen – Wenn ein Band mehr ist als nur „Bonding + Spice“
Friedhard May: Die vergessene DDR oder Das Tal der Ahnungslosen.
Usedomer Literaturtage 2026: Setz, Übersetzung und ein Programm zwischen Geschichte und Gegenwart
Zwischen Liegestuhl und Weltpolitik: Der „Zauberberg“ als Labor der Gegenwart
Siegfried Lenz – Leben, Werk und Bücher
Das Herbarium der Gefolgschaft – Heinrich Manns Der Untertan
Siegfried Lenz: Schleswig-Holstein – Ein Lesebuch
Siegfried Lenz, Hamburg und die Literatur der Nachkriegsstadt
Tauwetter – Leo Tolstois „Anna Karenina“ neu gelesen
Netz ohne Fischer, aber mit Wirkung – Rezension zu Sascha Kokots „Geisternetze“
Siri Hustvedts „Ghost Stories“ als Literatur der Beziehung
Nachhaltig und günstig lesen: So geht's!
Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2026: Drei Autoren auf der Shortlist
Der Koffer der Milena Jesenská – Ein Fundstück aus dem Schatten Kafkas
Rezensionen
Michael von Kunhardt Mentalgiganten: Was wahre Stärke wirklich ausmacht
Happy Head von Josh Silver – Wellness, Wettbewerb, Wahnsinn