Norddeutscher Rundfunk Der NDR Kultur Sachbuchpreis: Was uns im Jahr 2019 bewegte

Welches ist das beste deutschsprachige Sachbuch des Jahres 2019? Die Longlist des NDR Kultur Sachbuchpreises spiegelt eine Vielzahl an Themen wieder, die uns in diesem Jahr bewegten. Von mehr als 300 Einreichungen hat die Jury 16 Titel ausgewählt. Die europäische Geschichte, 30 Jahre Mauerfall, Digitalisierung und Gesellschaftsanalyse: Diese Longlist ist das Resultat einer bewegten Zeit.

NDR
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  	  	Iwan-Michelangelo D'Aprile
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  	  	Buch
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  	  	Cornelia Koppetsch
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  	  	Literatur
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  	  	David Wallace-Wells
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  	  	Friederike Otto
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  	  	NDR Kultur Sachbuchpreis
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  	  	Steffen Mau
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  	  	Digitalisierung
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  	  	Ute Frevert
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  	  	Maryanne Wolf
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  	  	Frank Bösch
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  	  	Moral
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  	  	Corine Pelluchon
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  	  	Preisverleihung
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  	  	Ian Kershaw
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  	  	Rechtspopulismus
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  	  	Lesen
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  	  	Kapitalismus
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  	  	Kai Kupferschmidt
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  	  	Mark Terkessidis
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  	  	Armin Nassehi
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  	  	Soziologie
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  	  	Dagmar Ellen Fischer
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  	  	Gesellschaft
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  	  	Aktuelles
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  	  	Robert Macfarlane
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  	  	Sachbuch
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  	  	Kultur
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  	  	Ulrike Herrmann
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Foto: Transcript Verlag Auch das Buch "Die Gesellschaft des Zorns" der Soziologin Cornelia Koppetsch findet sich auf der Longlist des NDR Kultur Sachbuchpreises 2019.

"Wir stehen vor großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen: Wie umgehen mit der Digitalisierung, dem Klimawandel, dem Populismus? Die für den NDR Kultur Sachbuchpreis nominierten Autorinnen und Autoren bereichern die öffentliche Debatte der Gegenwart durch Fachkenntnis und neue Perspektiven, die sie einem breiten Publikum vermitteln.", so der Jury-Vorsitzende und NDR Programmdirektor-Hörfunk Joachim Knuth über die getroffene Auswahl. Sie vergegenwärtigt die aktuelle Themenlandschaft: Von der Erderwärmung bis zum Rechtspopulismus, über Fragen zu "Märkte und Moral" vertreten die Titel allesamt eine kritsche Position gegenüber den gegenwärtigen Zeitläufen und stellen die Frage danach, wie wir leben wollen / leben sollten / leben müssten.

Kapitalismus, Rechtspopulismus, und moralische Fragen

So wirft beispielsweise die Soziologin Cornelia Koppetsch in ihrem Buch "Gesellschaft des Zorns" einen Blick auf rechtspopulistische Bewegungen im globalen Zeitalter. Die globale Moderne, so die Autorin, produziere eine Menge Verlierer, deren Stimmen von rechtspopulitischen Parteien gefangen werden können. Koppetsch analysiert die Vorgehensweisen und die Modalitäten dieser Prozesse. Welch ein Verhältnis zwischen Kapitalismus und Moral herrscht, beschreibt Ute Frevert in ihrem Buch "Kapitalismus, Märkte und Moral". Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Lesrichtung. Versteht sich der Kapitalismus bereits von selbst als "ökonomische Moral", oder wurde ihm ein moralisches Konzept erst im nachhinein übergestülpt?

In "Die unbewohnbare Erde. Leben nach der Erderwärmung" zeichnet der stellvertretende Chefredaktuert des "New York Magazine" ein besorgniserregendes Zukunftsszenario. Was, wenn alle Warnungen ignoriert werden, und sich die Erde weiterhin erwärmt? Grundlage seiner Arbeit sind Interviews mit diversen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das Buch "Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft" des Soziologen Steffen Mau vergegenwärtigt die mit dem Mauerfall aufkommende Transformation der deutschen Gesellschaft. "Mit der neuen Freiheit und dem Massenkonsum kommen Erfahrungen sozialer Deklassierung."

Die Longlist des NDR Kultur Sachbuchpreises

  • Frank Bösch - "Zeitwende 1979. Als die Welt von heute Begann", erschienen bei C.H.Beck.
  • Iwan-Michelangelo D’Aprile - "Fontane. Ein Jahrhundert in Bewegung", erschienen bei Rowohlt.

  • Dagmar Ellen Fischer - "Eine kurze Geschichte des Tanzes", erschienen im Henschel Verlag.

  • Ute Frevert - "Kapitalismus, Märkte und Moral", erschienen im Residenz Verlag

  • Ulrike Herrmann - "Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen. Warum es kein Wunder ist, dass wir reich geworden sind", erschienen im Westend Verlag

  • Ian Kershaw - "Achterbahn. Europa 1950 bis heute", erschienen bei DVA

  • Cornelia Koppetsch - "Gesellschaft des Zorns. Rechtspopulismus im globalen Zeitalter"

  • Hai Kupferschmidt - "Blau. Wie die Schönheit in die Welt kommt", erschienen bei Hoffmann und Campe

  • Robet Macfarlane - "Im Unterland. Eine Endeckungsreise in die Welt unter der Erde", erschienen im Penguin Verlag

  • Steffen Mau - "Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft", erschienen bei Suhrkamp

  • Armin Nassehi - Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft", erschienen bei C.H.Beck

  • Friederike Otto - "Wütendes Wetter. Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme", erschienen beim Ullstein Verlag

  • Corine Pelluchon - "Ethik der Wertschätzung. Tugenden für eine ungewisse Welt", erschienen bei wgb Academic

  • Mark Terkessidis - "Wessen Erinnerung zählt? Koloniale Vergangenheit und Rassismus heute", erschienen bei Hoffmann und Campe

  • David Wallace-Wells - "Die unbewohnbare Erde. Leben nach der Erderwärmung", erschienen im Ludwig Verlag

  • Maryanne Wolf - "Schnelles Lesen, langsames Lesen. Warum wir das Bücherlesen nicht verlernen dürfen", erschienen im Penguin Verlag

NDR Kultur Sachbchpreis - Verleihung im November

Anfang November wird die Jury die Shortlist des Preises bekannt geben, Mitte November findet die Verleihung statt. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann wird zu Eröffnung der Preisverleihung eine Rede halten. Die am 20. November stattfindene Preisverleihung wird von NDR Kultur ab 19.00 Uhr live im Radio übertragen.

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