Heute ein Buch bestellen und schon morgen in der Filiale abholen. Damit dies funktioniert, benötigen die Buchhandlungen gewissenhafte, verlässliche Zulieferer, wie den Großkonzern Koch, Neff & Volckmar (kurz: KNV). Dieser aber, hat kürzlich Insolvenz angemeldet. Verlage bangen um ihr Geld, Buchhandlungen um die Nachbestellungen. Der Büchervertrieb gerät ins Stocken.
Der größte deutsche Buchlogistiker KNV mit Sitz in Stuttgard hat vor einigen Tagen Insolvenz angemeldet. Eine Nachricht, die eine ganze Branche in Aufruhr versetzte. Ein Warnsignal, welches, insbesondere für Kleinverlage, eine existenzbedrohliche Nachricht ist. Denn KNV galt als Scharnier zwischen Verlag und Händler; ein wichtiger Mittler, der nun, worübergehend, wegfällt. Insgesamt sind 6000 Buchhandlungen und 5000 Verlage auf das KNV-Logistikzentrum in Erfurt angewiesen, und dementsprechend betroffen.
Wie Funktioniert KNV?
Koch, Neff & Volckmar ist quasi ein Großbuchhändler. Der Dienstleister kauft den Verlagen große Mengen Bücher ab, und lagern diese zwischen. Sollte nun ein Produkt in einer Buchhandlung ausgehen, kann dieses sofort nachgeliefert werden. 590 000 Titel vertreibt die KNV-Gruppe nach eigenen Angaben auf diese Art. Bis 1829 reichen die KNV-Wurzeln zurück. Das Unternehmen beschäftigt 1700 Angestellte.
Verlage und die Angst ums Geld
Da das Vertriebssystem mit der Insolvenzmeldung der KNV-Gruppe nun ins Stocken gerät, warten viele Verlage vergeblich auf das Begleichen offener Rechnungen. Einige Häuser seien bisher auf bis zu 100.000 Euro sitzen geblieben. Besonders hart trifft es hierbei die Klein-Verlage, die bereits um einige Tausend Euro zu bangen haben. Einige Häuser beliefern KNV derzeit nicht mehr mit Büchern, da es keine hunderprozentige Sicherheit mehr gibt, dass gezahlt wird.
Mittlerweile hat sich die Lage wieder etwas entspannt und die Lieferketten können aufrechterhalten werden, wie Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, berichtet. Buchhandelskunden hätten deshalb momentan keine Einschränkungen zu befürchten.
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