"Wir sind entsetzt" Kulturschaffende fordern Rücktritt des Bundesinnenministers

Vorlesen

Insgesamt 290 Kulturschaffende, darunter Schauspieler, Regisseure, Autoren, Musiker und Intendanten haben unter dem Motto "Würde, Verantwortung, Demokratie" einen an Horst Seehofer adressierten Brief unterzeichnet, in dem sie den Rücktritt des Bundesinnenministers fordern.

cms.cisdq Quelle: Wikipedia

Auf der eigens eingerichteten Website seehofermussgehen.de heißt es: "Sein Verhalten ist provozierend, rückwärtsgewandt und würdelos gegenüber den Menschen. So verstellt er den Weg in eine zukunftsfähige deutsche Gesellschaft." Seehofer einige das Land nicht, er spalte es. "Wir sind entsetzt." Zu den Untzerzeichner*innen des Briefes gehören der Journalist Günter Wallraff und der bisherige Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Schauspielerinnen und Schauspieler wie Peter Lohmeyer, Jochen Busse, Burghart Klaußner, Meret Becker und Hugo Egon Balder, die Musikerin Inga Humpe, Filmemacher und Regisseurinnen wie Emily Atef, Andres Veiel und Dietrich Brüggemann sowie Autorinnen Judith Schalansky, Ronja von Rönne und Terezia Mora.

Man zeigt sich weiterhin entsetzt darüber, "dass der Bundesinnenminister fortwährend die Arbeitsfähigkeit der Bundesregierung sabotiere und dem internationalen Ansehen des Landes schadet; dass er die Migrationsfrage zur 'Mutter aller politischen Probleme' erklärt und damit 18,6 Millionen Menschen, die mit migrantischen Wurzeln in Deutschland leben, in Geiselhaft nimmt und als eine Ursache dieser 'Probleme' hinstellt". Andererseits werden kriminelle Übergriffe, wie sie in Chemnitz stattfanden, marginalisiert. Unter diesen Umständen könne man nicht mehr erkennen, "dass sich Horst Seehofer seiner politischen Verantwotung für die Bundesrepublik Deutschland bewusst ist". Rechtspopulistische Rethorik wird durch das Auftreten Seehofers nicht nur gedultet, sondern verstärkt.

Die Kulturschaffenden kommen schließlich zu dem Fazid, Seehofer solle "[...] noch vor der Landtagswahl in Bayern - vom Amt des Bundesinnenministers zurücktreten.". Die Landtagswahl findet in Bayern am 14. Oktober statt.




Gefällt mir
1
 

Topnews

Mehr zum Thema

Die Schriftstellerin Ronja von Rönne hat sich in ihrem kürzlich erschienen Roman "Ende in Sicht" mit existenziellen Krisen und der Frage nach dem Freitod auseinandergesetzt. Zuvor wurde bereits bekannt, das von Rönne auch selbst unter schweren Depressionen litt. In der neuen Ausgabe des ZEIT CAMPUS-Magazins mit dem Titel "Was will ich vom Leben?" spricht sie nun über ihre persönlichen Krisen. Die Schriftstellerin Ronja von Rönne hat sich in ihrem kürzlich erschienen Roman "Ende in Sicht" mit existenziellen Krisen und der Frage nach dem Freitod auseinandergesetzt. Zuvor wurde bereits bekannt, das von Rönne auch selbst unter schweren Depressionen litt. In der neuen Ausgabe des ZEIT CAMPUS-Magazins mit dem Titel "Was will ich vom Leben?" spricht sie nun über ihre persönlichen Krisen. Bild: ZEIT CAMPUS
Aktuelles

Ronja von Rönne findet Krisen "zu 99 Prozent scheiße"

Aktuelles

Michael Köhlmeier – Die Verdorbenen Michael Köhlmeier – Die Verdorbenen Michael Köhlmeiers Die Verdorbenen ist ein kurzer, aber eindringlicher Roman über Liebe, Schuld und die unheimliche Versuchung des Bösen. In der Geschichteentfaltet sich ein beklemmendes Dreieck, das weniger eine Liebesgeschichte als eine Studie über menschliche Abgründe ist. Köhlmeier gelingt es, auf knappem Raum eine existenzielle Spannung aufzubauen, die weit über die Lektüre hinaus anhält. Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Buchvorstellung

Michael Köhlmeier – Die Verdorbenen

Rezensionen