US-Autor Ben Wallace ist ein echter Geheimtipp: An der urkomischen Endzeit-Satire "Mad Jerry" werden Fans von Terry Pratchett und Douglas Adams ihre wahre Freude haben.
Ben Wallace hat das Zeug dazu, die Neuentdeckung schlechthin für Fans skurriler Romane von Terry Pratchett, Neil Gaiman oder Douglas Adams zu werden. Sein Roman "Mad Jerry - Der postapokalyptische umherziehende Krieger" (Luzifer Verlag, 240 Seiten, 4,99 € E-Book/9,99 € Taschenbuch) kann es locker mit der Gag-Dichte der Fantasy-Großmeister in ihren besten Tagen aufnehmen.
Strahlende Zukunft
Gerade einmal sieben Jahre ist es her, seit die Menschheit sich in einem ausufernden Vernichtungskrieg gegenseitig nahezu ausgerottet hat. Aber: Man hat sich eingerichtet. Gut, es gibt ärgerliche Zwischenfälle mit Mutanten, giftigem Regen und umher wabernden Kampfgas-Wolken.
Die Beschaffung von lebensnotwendigem Nachschub ist aber nicht das allergrößte Problem. Nachdem 97 Prozent der Weltbevölkerung verstrahlt, zerbombt oder gegessen wurde, sind die Vorräte an Kleidung, Brennstoffen und Nahrung noch für Jahrzehnte ausreichend.
Im amerikanischen Westen haben sich kleine Enklaven gebildet, und wesentliche Probleme sind nicht das Überleben, sondern die Aufstellung des lokalen Kickball-Teams. Dumm ist nur, dass marodierende Banden im besten Mad-Max-Stil auf den Highways unterwegs sind und die sind wesentlich weniger kreativ, wenn es um die friedliche Selbstversorgung geht.
Helden im Wettstreit
Der Bedarf an umherziehenden postapokalyptischen Kriegern ist daher durchaus gegeben, und die miteinander konkurrierenden Endzeithelden Mad Jerry und Logan halten sich dafür. Sowohl Jerry als auch Logan wollen sich in der Enklave New Hope als Beschützer verdingen.
Mad Jerry hat Pech und wird abgewiesen, während Logan überzeugende Bewerbungsunterlagen vorweisen kann. Er präsentiert den Bewohnern auf einer Videokamera Szenen der Brandschatzung einer nahegelegenen Siedlung. Und die Plünderer halten mit einem riesigen Sattelschlepper ausgerechnet auf New Hope zu.
Fragt sich nur, ob Logan der richtige umherziehende postapokalyptische Krieger ist - oder doch der geschasste Tölpel Mad Jerry....
Fazit: "Mad Jerry - Der postapokalyptische umherziehende Krieger" ist ein urkomischer, grenz-makabrer Spaß, der es an Gag-Dichte locker mit Romanen von Douglas Adams oder Terry Pratchett aufnehmen kann. Allerdings reiht US-Autor Ben Wallace nicht nur skurrile Situationen und freche Dialoge aneinander, sondern schafft auch ordentlich Spannung. So viel, dass der Roman fast ein bisschen kurz wirkt. Ein witziger, makabrer Endzeit-Spaß, der Genre-Freunde mit der radioaktiven Rasanz von "Mad Jerry" um die Wette strahlen lässt. Ein echter Geheimtipp!
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