Hörspiel Rebekka David erhält für "Der Termin" den Deutschen Hörbuchpreis der ARD

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Das Hörspiel "Der Termin" von Regisseurin Rebekka David (Produktion: SWR) nach dem gleichnamigen Roman von Katharina Volckmer ist am Samstag in Karlsruhe mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD ausgezeichnet worden. "Der Termin" ist ein innerer Monolog, der überraschend das Thema der Transition mit dem Topos der deutschen Schuld verbindet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde in der "Nacht der Gewinner:innen" von Rebekka David persönlich entgegengenommen.

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2022 für Rebekka David "Der Termin" SWR/Uwe Riehm

Jury-Statement: "Mutig, radikal-genital und rhythmisch"

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: "Das Stück ist ein einziger, voluminöser, grotesker, unerhörter, diskursiver, bitterer und todkomischer Stream of Conciousness, den eine junge deutsche Frau auf ihren jüdischen, stoisch schweigenden Arzt Dr. Seligmann niederprasseln lässt. Der Text und seine kongeniale, vielstimmig-chorische Audio-Darstellung durch fünf Interpret:innen mit unterschiedlichem Alter, Geschlecht und kulturellem Hintergrund fürchtet sich vor gar nichts: Nicht vor Provokation, nicht vor Fettnäpfchen, nicht vor Absurditäten, und schon gar nicht vor Genderdiskursen. Mutig, radikal-genital und rhythmisch mischt das Stück Debatten um Schuld, Misogynie und Buttercremetorte zu einem im besten Sinne gigantischen und hochaktuellen Hörerlebnis." Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für das Hörspiel "Pig Boy 1986 - 2358" von Gwendoline Soublin (Produktion: NDR und SRF) aus: "Im Schweinsgalopp rast das Stück in drei auditiv aufregenden und unterschiedlichen Teilen vom Verhältnis zwischen Mensch und Tier bis hin zur Medienkritik. Großartige Sprecher:innen wie Cathlen Gawlich als Chimäre aus Sau und Frau sowie rasante inszenatorische Ideen machen ,Pig Boy' zu einem der kühnsten Stücke der diesjährigen Auswahl."

Weitere Preisträger:innen der ARD Hörspieltage 2022

Der mit 3.000 Euro dotierte "Deutsche Hörspielpreis für die beste schauspielerische Leistung" ging in diesem Jahr an Abak Safaei-Rad für ihre darstellerische Leistung in dem Hörspiel "Pisten" von Penda Diouf (Produktion: NDR). Die Auszeichnung wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Hörsysteme-Industrie vergeben, der auch das Preisgeld stiftet. Der "Deutsche Kinderhörspielpreis" ging an das Hörspiel "CLEVERGIRL. Mit Angstmän auf intergalaktischer Mission" von Hartmut El Kurdi (Produktion: WDR). Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Film- und Medienstiftung NRW und den Landesrundfunkanstalten der ARD vergeben. Eine Kinderjury zeichnete das Hörspiel "Cryptos" von Regisseurin Janine Lüttmann nach einem Buch von Ursula Poznanski (Produktion: Radio Bremen) mit dem "Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe" aus (2.000 Euro). Der mit 1.000 Euro dotierte Preis "max15" (ehemals "ARD PiNball") ging an das Hörspiel "Landi kommt runter" von Moritz Geiser und Milena Michalek. Der Preis richtet sich speziell an unabhängige Kurzhörspiel-Produzent:innen. Die eingereichten Stücke haben eine Länge von maximal 15 Minuten.

Die Preise wurden am Samstag im Rahmen der traditionellen "Nacht der Gewinner:innen" bei den ARD Hörspieltagen übergeben. Das bedeutendste Festival für Hörspiel und Klangkunst im deutschsprachigen Raum findet an drei Tagen vom 11. November bis zum 13. November live und vor Publikum in Karlsruhe statt.

Rebekka David

Geboren 1993 in Leipzig. Sie assistierte und hospitierte am Theater Basel, dem Deutschen Theater Berlin und der Oper Leipzig und studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Ihre Abschlussinszenierung "WERTHER oder Julia Roberts betritt eine Buchhandlung" wurde für das Körber-Studio Junge Regie 2020 nominiert. Andere Produktionen waren u. a. am Staatstheater Hannover, Staatstheater Braunschweig, dem Deutschen Theater Berlin, dem Theater Basel und am Volkstheater Rostock zu sehen und wurden zu mehreren Festivals und Gastspielen eingeladen. Zudem gibt sie Workshops, arbeitet an Schauspielhochschulen und im Hörfunk.

Katharina Volckmer

Katharina Volckmer, geboren am 9. April 1987 in Deutschland, studierte Sprachen in England und wurde 2014 mit einer Dissertation über Jakob Wassermann am Queen’s College, Oxford University, promoviert. Seit 2014 arbeitet sie als Literaturagentin bei der Literaturagentur Rogers, Coleridge and White in London. Mit ihrem Debüt The Appointment wurde Volckmer zum internationalen Shootingstar einer neuen Literatur. Auf Englisch verfasst, zielt ihr Monolog auf die Deutschen und ihre Scham. Das Buch stand 2021 auf der Longlist für den Republic of Consciousness Prize for Small Presses.

Das Hörspiel kann über die ARD-Mediathek unter dem folgenden Link abgerufen werden:

https://www.ardaudiothek.de/episode/swr2-hoerspiel/katharina-volckmer-der-termin/swr2/10818395/

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