Der Musiker und Schriftsteller Heinz Strunk ist der festen Überzeugung, dass es in Deutschland keinen einzigen guten Comedian mehr gibt. In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur sprach von einem Mangel an Talent, Geschmack und ästhetischem Empfinden. "Aber die Leute finden es gut ..."
Mit dem Humor in Deutschland ist es bekanntlich so eine Sache. Die letzte Bastion - Harald Schmidt - hat sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Satirische Entertainer konzentrieren sich zunehmend auf politische Agenden und witzeln dort, wo ihnen der Applaus sicher ist. Wer es doch wagt, die Gegenseite zu adressieren, verwechselt allzuoft "bissigen Humor" mit Geschmacklosigkeit; und anstatt subtil auf die Fragwürdigkeit gewisser Grenzen hinzudeuten, werden diese ganz einfach und brachial überschritten. Wer in Deutschland lacht, macht sich verdächtig. Wer nicht lacht, erst recht.
Gegenüber der Deutschen Presseagentur äußerte auch der Hamburger Schriftsteller Heinz Strunk sein Unbehagen, was die deutsche Comedie-Szene anbelangt. Er finde keinen Einzigen lustig, so Strunk. "Die haben einen Mangel an Talent, Geschmack, ästhetischem Empfinden und natürlich Humor. Und Helge Schneider ist kein Comedian“ Er könne es nicht verstehen. "Aber die Leute finden es gut und Chris Tall und wie sie alle heißen füllen die Arenen.“ Insgesamt sei der Comedy-Kosmus zu konform.
"Leben und leben lassen"
Zugleich will Strunk kein apodiktisches Urteil sprechen. Er halte es mit dem Motto "Leben und leben lassen". "Die sollen ihren Kram machen und ich mache meinen. Ich begreife mich da ja auch immer noch als Nische." Der Hamburger ist nicht nur als Schriftstellerei bekannt geworden, sondern auch als Teil des Trios "Studio Braun". Außerdem produzierte er den Podcast "Fenster auf Kipp" und Hörspiele wie "Der Blauwal".
Neue Frankfurter Schule
Strunk selbst sehe sich eher als Anhänger der Neuen Frankfurter Schule. Geht es um Humor, so sympathisiere er also mit all dem, was im Dunstkreis der "Titanic" passiert ist. "Das war für mich die einzige ernstzunehmende kleine Gegenbewegung zu dem Mainstream." Zudem sei er Fan von Albernheiten wie denen von Louis de Funès und den Filmen "Die nackte Kanone“.
Aktuell sitzt Heinz Strunk an einer neuen Serie, die unter dem Titel „Last Exit Schinkenstraße“ dann auch bei einem Streamingdienst laufen soll. "Mein ganzes künstlerisches Dasein ist ein Spagat zwischen ganz ernsthaftem Kram und Gags. Und das ist High-End-Humor. Da zeige ich auch mal wieder den ganzen Comedians, wie es gehen könnte.“ Laut Strunk, ist das der Beste Humor. Am 17. Mai wird der Schriftsteller 60 Jahre alt.
Hier bestellen
Topnews
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
Heinz Strunk wird 60: "Seit 40 Jahren ist es mein Job, Ideen zu haben"
Deutscher Buchpreis 2022: Diese Bücher sind nominiert
audible Hörbuch-Charts: Susanne Abel mit "Was ich nie gesagt habe" auf Platz 1
SWR Bestenliste: Werner Herzog mit "Das Dämmern der Welt" auf Platz 1
Deutscher Buchpreis 2021: Diese Bücher stehen auf der Longlist
SPIEGEL Bestseller Update: Bester Einstieg für Heinz Strunks Liebesroman "Es ist immer so schön mir dir"
Neues von Heinz Strunk: Hörbuch und Roman erschienen
Anthologie „365 Tage Frieden“ – Stimmen gegen die Sprachlosigkeit
Jahresrückblick 2022: Die besten Bücher
Ein Sommer in Niendorf
Lange Nacht der Literatur in Hamburg: AutorInnen, Lesungen und Buchhandlungspreis
Heinz Strunk: Geschrieben in 100 Sekunden
Tocotronic-Frontmann Dirk von Lowtzow erhält Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden
Das romantische Bild eines untergehendes Mannes
Der PEN Berlin: Bratwurstbude ohne Bratwürste?
Aktuelles
Die gute Tochter von Karin Slaughter: Ein Thriller über Trauma, Familie und die Gewalt, die niemals verschwindet
Sebastian Fitzeks „Die Einladung“ wird 2027 als Theaterproduktion auf Tournee gehen
Das Buch Henoch: Die zensierte Apokryphe der Bibel – Rezension: Zwischen religiösem Geheimwissen und populärer Geschichtserzählung
Selfpublisher-Umfrage 2026: Neue Einblicke in die Entwicklung des Selfpublishings
Petra Morsbach: Orion
Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello von Melanie Pignitter: Eine Reise nach Italien – und zurück zu sich selbst
Die Kinder des Wüstenplaneten von Frank Herbert: Der Roman, in dem die Dune-Saga ihre wahre Dimension entfaltet
Nathan Devers erzählt in „Gegen sich selbst denken“ von der Freiheit der Philosophie – und von einer Sprache, die den Glauben überlebt
Dunkle Sühne von Karin Slaughter: Ein düsterer Thriller über Schuld, Gewalt und die Geheimnisse einer Kleinstadt
Der Herr des Wüstenplaneten von Frank Herbert: Die geniale Fortsetzung, die den Mythos des Helden zerstört
Dune von Frank Herbert: Warum dieser Science-Fiction-Klassiker bis heute das Genre prägt
Wer wärst du ohne deine Sorgen? – Martin Wehrle sucht den Ausgang aus dem Gedankenkarussell
John Fowles’ „Magus“: Der Roman, der seinen Lesern misstraut
Stiftung Lesen warnt vor früher Bildungsungleichheit und fordert stärkere Leseförderung
Positive Psychologie von Johanna E. Kappel: Kann positives Denken das Leben wirklich verändern?
Rezensionen
Die 4-Stunden-Woche von Tim Ferriss: Das Buch, das unsere Vorstellung von Arbeit und Freiheit verändert hat
Elisa Hoven: Feine Risse – Schuld, Wahrheit und die Grenzen des Urteils
Rabih Alameddine: Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)
Die Frauen, die bleiben – Rafik Schamis spätes Mosaik der Erinnerung
Powerless – Die Flucht von Lauren Roberts: Die düstere Fortsetzung der BookTok-Sensation