Literaturveranstaltung Literaturwoche Donau 2021: Die Vielfalt unabhängiger Verlage

Nachdem die Literaturwoche Donau im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, wird in diesem Jahr wieder die Vielfalt unabhängiger Verlage gefeiert. Und dies sogar über eine Woche hinaus, denn die Veranstaltung ist vom 31. Juli bis zum 17. August angesetzt. Wieder ist ein facettenreiches Programm geplant, ein Mix aus Neu und Alt, aus DebütantInnen und "Alten Hasen", aus ernster Literatur und feiner Lyrik.

Nachdem die Literaturwoche Donau 2020 abgesagt werden musste, freuen sich die Veranstalter in diesem Jahr umso mehr darauf, dem Publikum die Vielfalt unabhängiger Verlage präsentieren zu können. Bild: Guido Gerlach, Ulm (LiWo 2019)

 

Die Literaturwoche Donau 2021, kurz LiWo 2021, setzt den Fokus auch in diesem Jahr auf den "Indie-Bereich". „Wir bieten eines der ganz wenigen Literaturfestivals, die sich nicht auf die großen Namen des Literaturbetriebs und marktführenden Verlage stützen, sondern die ganz bewusst die reiche Vielfalt der unabhängigen Verlagsszene feiern“, so Autor Florian L. Arnold, der die LiWo gemeinsam mit Ramses Schöll 2013 ins Leben rief. Der Erfolg gab den Beiden Recht, das Konzept ging auf. Von Jahr zu Jahr zog die „LiWo“ mit ihren außergewöhnlichen Lesungen an außergewöhnlichen Orten – selbst der Turm des Ulmer Münsters wurde dafür bestiegen – ein immer größeres Publikum an.

Die LiWo 2020 wegen Corona abgesagt

Umso schwieriger war es, die Literaturwochen im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie abzusagen. Das Festival war bereits durchgeplant: „Wir wollten wunderbare neue Bücher der unabhängigen Verlagsszene, die es im Coronajahr ohnehin nicht eben leicht hatten, mit Leidenschaft vorstellen“, bedauert Florian L. Arnold, „jetzt starten wir eben mit neuem Elan und Zuversicht in die LiWo 2021.“

Was ist geplant?

Der Blick ins Programm ist vielversprechend. Zum Auftakt kommen am Samstag, 31. Juli, die Schriftsteller Manja Präkels, die für ihren Debütroman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ 2018 unter anderem mit dem Anna Seghers Preis ausgezeichnet wurde, und Markus Liske mit ihrem Musikprojekt „Der singende Tresen“. Ihr Abend „Das seid ihr Hunde wert!“ ist eine wunderbare Hommage an den lebenslustigen Dichter und Revolutionär Erich Mühsam, der von den Nationalsozialisten erschlagen wurde.

Anschließend folgen weitere preisgekrönte SchriftstellerInnen und talentierte DebütantInnen aus der Indieszene. Immer begleitet von Musik. Das große Ende der Veranstaltung besiegeln die Lyrikerin Nora Gomringer und der Jazz-Musiker Philipp Scholz, die sich am Dienstag, 17. August mit ihrem Projekt "Peng, Peng, Parker" der verstorbenen New Yorker Dichterin und Werbetexterin Dorothy Parker widmen. Parker, die nicht nur für ihre messerscharfe Zunge sondern ebenso für ihren Alkoholkonsum bekannt war, schrieb über Liebe und das Leben, trinkfest, seufzend, klagend.

Hier finden sie gesamte Programm im Überblick!

Zum Festival

Der Corona-Situation angepasst werden alle Lesungen, soweit es die Witterung möglich macht, unter freiem Himmel angeboten. Sollte das Wetter nicht mitspielen, finden die Veranstaltungen im Cabaret Eden in Ulm (Karlstraße71) statt. Das Festival wird durchgehend ehrenamtlich organisiert. Dennoch verzichten die Macher auf feste Eintrittspreise.

„Jeder soll die Veranstaltungen besuchen und Kultur genießen können, unabhängig vom Einkommen – dies erscheint uns gerade in Coronazeiten sehr wichtig“, betont Arnold. Spenden an den Abenden oder direkt an den Trägerverein, den Literatursalon Donau e.V., sind dagegen höchst willkommen. Die Literaturwoche wird präsentiert vom Literatursalon Donau in Zusammenarbeit mit der Aegis Buchhandlung und dem Topalian & Milani Verlag. Ermöglicht wird sie durch die Förderung der Stadt Ulm und der Museumsgesellschaft Ulm.

Mit etwas Sorge blicken die Organisatoren daher auf die kommenden Jahre: “Wir werden sehen, wie sich Corona auf die kommunale Förderung der Kultur und unsere Veranstaltung auswirken wird“, so Arnold, „wir werden dafür einstehen, dass auch Literatur abseits des Mainstreams ihren öffentlichen Platz erhält.“

 
Gefällt mir
0