The Winds of Winter Game of Thrones: George R. R. Martin verschiebt neues Buch auf unbestimmte Zeit

Der Autor von "Das Lied von Eis und Feuer" räumt ein, dass die sechste Staffel von "Game of Thrones" die Handlung der Romane überholt. Wann "The Winds of Winter" erscheint, ist völlig offen. Martins Erklärung hier im Wortlaut.

6. Staffel
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  	  	Ein Lied von Feuer und Eis
  	  	 -
  	  	HBO
  	  	 -
  	  	Buch
  	  	 -
  	  	ISBN 978-3442268214
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  	  	ISBN 978-3764531225
  	  	 -
  	  	George R. R. Martin
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  	  	Winterfell
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  	  	Fantasy
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  	  	ISBN 978-3442268597
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  	  	ISBN 978-3442268603
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  	  	Aktuelles
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  	  	ISBN 978-3442268474
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  	  	ISBN 978-3442267811
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  	  	ISBN 978-3442268221
  	  	 -
  	  	The Winds of Winter
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  	  	Game of Thrones
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  	  	TV-Serie
  	  	 -
  	  	ISBN 978-3442268467
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  	  	ISBN 978-3764531027
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  	  	ISBN 978-3764531041
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  	  	ISBN 978-3442267743
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Foto: Thomas Reichl Game of Thrones ist die erfolgreichste TV-Serie der Welt. Die Vorlage lieferte George R. R. Martin.

Drama um die Drachen: George R. R. Martin musste jetzt einräumen, dass der geplante Roman "The Winds of Winter" aus der Serie "Ein Lied von Eis und Feuer" nicht mehr rechtzeitig zum Start der sechsten TV-Staffel von "Game of Thrones" erscheint. Ursprünglich sollte zumindest die englische Originalversion im März auf den Markt gebracht werden. Die sechste Staffel von "Game of Thrones" läuft im April in den USA an.

Damit ist die einzigartige Situation entstanden, dass George R. R. Martin de facto der Handlung der HBO-Produktion hinterher schreibt.

Erstmals ist das Fernsehen schneller

"Das Buch ist nicht fertig, nicht abgeliefert", schreibt Martin in seinem Blog. "Kein Wort kann das jetzt ändern. Ich habe es versucht, wirklich. Ich habe versagt. Ich habe die Halloween-Abgabe vergeigt, und jetzt habe ich auch den Termin am Jahresende vergeigt. Und das bedeutet fast sicher, nein, The Winds of Winter wird nicht veröffentlicht, bevor die sechste Staffel von Game of Thrones im April erstmals ausgestrahlt wird."

Insbesondere sorgen sich die Fans, dass die TV-Serie nun Ereignisse im Roman verrät - nicht unbegründet, wie George R. R. Martin einräumt.

"Ja und nein", so Martin zur Frage nach Spoilern. "Nun, ich habe nie gedacht, dass die Serie tatsächlich die Bücher einholen würde, aber es ist geschehen. Die Serie lief schneller als ich erwartet hatte und ich habe langsamer gearbeitet. Es spielten auch andere Faktoren eine Rolle, aber das war der wichtigste. Gemessen daran, wo wir stehen, wird es unvermeidlich einige Plot-Wendungen und Enthüllungen in Staffel Sechs von "Game of Thrones" geben, die in den Büchern noch nicht passiert sind. Jahrelang waren meine Leser den Zuschauern voraus. Dieses Jahr wird es genau umgekehrt sein."

Die Handlungsstränge driften auseinander

Aber: Die Handlung der Bücher und der TV-Serie sollen mehr und mehr auseinanderdriften, so dass Fans aus beiden Formaten neue Geschichten rund um die Herren von Winterfell erleben können. Auf einen neuen Abgabetermin lässt sich H. R. R. Martin nicht mehr ein.

"Auf Basis unserer vorherigen Gespräche ist meine grobe Schätzung, dass Bantam [US-Verlag v. Martin, Anm. d. Red.] und wohl auch mein britischer Verleger die gebundene Ausgabe innerhalb von drei Monaten nach Abgabe haben kann, wenn es ihre Zeitpläne zulassen. Aber wann diese Abgabe sein wird, kann ich nicht sagen. Ich werde keinen weiteren Abgabetermin setzen, den ich nicht einhalten kann. Diese Deadlines stressen mich einfach. Ich kehre zu meiner Position vom letzten März vor alledem zurück. Es wird fertig sein, wenn es fertig ist. Und es wird so gut sein, wie ich es nur irgend machen kann."

Dass George R. R. Martin generell nicht gerade ein Schnellschreiber ist, wissen sowohl Bantam als auch sein deutscher Verlag Penhaligon: "The Winds of Winter" konnte trotz des intern gesetzten Abgabetermins nicht vorbestellt werden.

George R. R. Martin: Die Erklärung im Wortlaut*

"Ihr wolltet ein Update. Hier ist ein Update. Ihr werdet es nicht mögen. "The Winds of Winter" ist noch nicht fertig. Glaubt mir, es hat mir keine Freude bereitet, diese Worte zu tippen. Ihr seid enttäuscht, und ihr seid nicht allein.

Meine Redakteure und Verleger sind enttäuscht, HBO ist enttäuscht, meine Agenten und ausländischen Publisher und Übersetzer sind enttäuscht...aber niemand kann noch enttäuschter sein als ich. Seit Monaten wollte ich nichts anderes als sagen zu können: Ich habe The Winds of Winter fertig gestellt und abgeliefert am oder vor dem letzten Tag von 2015. Aber das Buch ist nicht fertig. Noch ist es wahrscheinlich morgen oder nächste Woche fertig.

Ja, es ist viel geschrieben, Hunderte von Seiten. Dutzende von Kapiteln. Diese Berichte, dass keine Seite geschrieben sei, sind verrückt, der übliche Müll an Internet-Journalismus, den ich zu hassen gelernt habe. Aber es gibt immer noch viel zu schreiben. Ich bin immer noch Monate [vom Abschluss, Anm. d. Red.] entfernt..und das, wenn das Schreiben gut läuft. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Natürlich gibt es noch Kapitel, die zu schreiben sind, aber auch zu überarbeiten.

Ich überarbeite sehr viel, manchmal ist es nur Feinarbeit, manchmal sind es ziemlich große Umstrukturierungen.

Ich vermute, ich könnte einfach sagen: Sorry, Jungs und Mädels, ich schreibe noch und es dabei belassen. Es ist fertig, wenn es fertig ist. Was mehr oder weniger genau das ist, was ich, nun ja, immer gemacht habe.

Aber mit der sechsten Staffel von Game of Thrones und so vielen hochkochenden Anfragen nach Informationen werde ich meine eigenen Regeln brechen und etwas mehr sagen, da es so aussieht, dass Hunderte meiner Leser, vielleicht Tausende oder Zehntausende sehr besorgt über die Frage von Spoilern sein könnten und dass die TV-Serie aufholt und Dinge enthüllt, die in den Büchern zum Beispiel noch nicht enthüllt worden waren.

Meine Verleger und ich waren uns dieser Bedenken natürlich bewusst. Wir haben einige davon im letzten Frühling diskutiert, als die fünfte Staffel bei HBO zu Ende ging, und haben einen Plan gefasst. Wir wollten alle Buch Sechs von Ein Lied von Feuer und Eis, bevor die sechste Staffel der HBO-Serie auf Sendung geht.

Unter der Annahme, dass die Serie Anfang April zurückkehrt, bedeutet das, dass The Winds of Winter spätestens bis Ende März veröffentlicht sein muss. Damit das klappt, wollten meine Verleger das Manuskript bis spätestens Ende Oktober. Das erschien mir sehr machbar - im Mai. Also war da der erste Abgabetermin: Halloween.

Unglücklicherweise ging das Schreiben nicht so schnell oder so gut wie ich es gerne gehabt hätte. Ihr könnt meine Reisen oder meine Blogeinträge oder die Ablenkung durch andere Projekte und den Cocteau [H.R.R. Martins Film-Blog, Anm. d. Red.] oder was auch immer, aber vielleicht hatte alles seinen Einfluss...man kann es auf mein Alter schieben, und das könnte auch einen Einfluss gehabt haben..aber wenn die Wahrheit erzählt werden soll, manchmal läuft es mit dem Schreiben gut und manchmal nicht, und das traf für mich sogar zu, als ich noch in meinen 20er Jahren war. Und als Frühling zum Sommer wurde, hatte ich mehr schlechte als gute Tage. Um den August herum musste ich mich zwei Tatsachen stellen: Es wird nicht bis Halloween fertig. Ich kann nicht sagen, wie sehr mich diese Erkenntnis deprimiert hat.

Anfang August war ich an der Ostküste für die Hochzeit meines Neffen und einem Auftritt bei den Staten Island Dire Wolves. Ich habe den Besuch genutzt, um mich mit meinen Redakteuren und Verlegern zusammenzusetzen, und habe ihnen gesagt, dass ich nicht glaube, bis Halloween abliefern zu können. Ich dachte, dass sie das krank machen würde...aber ich muss sagen, meine Redakteure und Verleger sind großartig, und sie haben es mit einer überraschenden Gelassenheit hingenommen. (Vielleicht wussten sie das, bevor ich es tat). Sie hatten bereits alle Eventualitäten berücksichtigt. Sie hatten Pläne, wie sie die Produktion beschleunigen konnten. Wenn ich "The Winds of Winter" bis Ende des Jahres abliefern könnte, würden sie es immer noch bis Ende März veröffentlichen können.

Ich war extrem erleichtert. Ich hatte zwei ganze Monate mehr! Ich würde das schaffen, ganz sicher. August war ein verrückter Monat, zu viele Reisen, zu viele Verpflichtungen...aber ich würde September haben, Oktober, und jetzt November und Dezember auch. Ich war wieder zuversichtlich, dass ich es schaffen könnte.

Und jetzt ist es der erste Januar. Das Buch ist nicht fertig, nicht abgeliefert. Kein Wort kann das jetzt ändern. Ich habe es versucht, wirklich. Ich habe versagt. Ich habe die Halloween-Abgabe vergeigt, und jetzt habe ich auch den Termin am Jahresende vergeigt. Und das bedeutet fast sicher, nein, The Winds of Winter wird nicht veröffentlicht, bevor die sechste Staffel von Game of Thrones im April erstmals ausgestrahlt wird (Mitte April, wie man mir sagt, nicht Anfang, aber diese zwei Wochen werden mich nicht retten). Sogar noch zu meinem Geburtstag oder bei unserem großen Emmy-Gewinn dachte ich, ich könnte es noch schaffen....aber die Tage und Wochen sind schneller vorbei geflogen als der Stapel an Seiten gewachsen ist, und (wie es mir oft passiert), wurde ich unzufrieden mit einigen Entscheidungen, die ich gemacht habe, und begann mit der Überarbeitung....und plötzlich war es Oktober, und dann November...und als mein Verdacht wuchs, dass ich es nicht schaffen würde, würde ich immer bedrückter und es fiel mir noch schwerer. Je weniger Tage, desto größer wurde der Stress, und desto langsamer wurde meine Schreibgeschwindigkeit.

Schaut, ich habe immer Probleme mit meinen Abgabeterminen. Aus welchem Grund auch immer entspreche ich ihnen nie besonders gut. Im November, als ich in den Nordwesten zurückgekehrt bin, um meinen Alumni-Award abzuholen, habe ich den Medill-Studenten erklärt, dass das der Grund war, warum ich mit Romanen angefangen und nicht bei einer Zeitung angefangen habe. Ich wusste damals schon, dass mich tägliche Abgabetermine umbringen würden. Das war natürlich ein Witz, aber es war auch etwas Wahres dran. Ich habe meinen ersten Roman "Dying of the Light" ohne Vertrag und Abgabetermin geschrieben. Niemand wusste überhaupt davon, dass ich einen Roman schreibe bis ich das fertige Buch zu Kirby zum Verkauf geschickt habe.

Ich habe "Fevre Dream" geschrieben, auf die gleiche Art geschrieben. Ich habe "The Armageddon Rag" so geschrieben. Keine Verträge, keine Abgabetermine, niemand, der wartet. Nach meinem eigenen Terminplan schreiben und abgeben, wenn ich fertig bin. Das ist es, wie ich mich am wohlsten fühle, sogar jetzt noch.

Aber ich will mich nicht entschuldigen. Es gibt keine Entschuldigungen. Es gibt niemand anderen, den man dafür verantwortlich machen kann. Nicht meine Redakteure und meine Verleger, nicht HBO, nicht David & Dan. Es liegt an mir. Ich habe mich bemüht und tue es immer noch. Ich habe vor ein paar Tagen am Buch gearbeitet, ein Theon-Kapitel überarbeitet und etwas neues Material hinzugefügt, und ich werde morgen weiter schreiben. Aber: Nein, ich kann euch nicht sagen, wann es fertig ist oder wann es veröffentlicht wird.

Auf Basis unserer vorherigen Gespräche ist meine grobe Schätzung, dass Bantam [US-Verlag v. Martin, Anm. d. Red.] und wohl auch mein britischer Verleger die gebundene Ausgabe innerhalb von drei Monaten nach Abgabe haben kann, wenn es ihre Zeitpläne zulassen. Aber wann diese Abgabe sein wird, kann ich nicht sagen. Ich werde keinen weiteren Abgabetermin setzen, den ich nicht einhalten kann. Diese Deadlines stressen mich einfach.

Ich kehre zu meiner Position vom letzten März vor alledem zurück. Es wird fertig sein, wenn es fertig ist. Und es wird so gut sein, wie ich es nur irgend machen kann.

Trotz allem weiß ich, was die nächste Frage sein wird, weil Hunderte von Euch sie bereits gestellt haben: Wird die Serie die Romane verderben?

Vielleicht. Ja und nein. Nun, ich habe nie gedacht, dass die Serie tatsächlich die Bücher einholen würde, aber es ist geschehen. Die Serie lief schneller als ich erwartet hatte und ich habe langsamer gearbeitet. Es spielten auch andere Faktoren eine Rolle, aber das war der wichtigste.

Gemessen daran, wo wir stehen, wird es unvermeidlich einige Plot-Wendungen und Enthüllungen in Staffel Sechs von "Game of Thrones" geben, die in den Büchern noch nicht passiert sind. Jahrelang waren meine Leser den Zuschauern voraus. Dieses Jahr wird es genau umgekehrt sein. Wie man damit umgeht...hey, das ist Eure Sache. Nun, ich habe Andy Weirs Roman "Der Marsianer" gelesen, bevor ich den Film gesehen habe. Aber ich habe die BBC-Produktion von "Jonathan Strange and Mr. Norrell" gesehen, bis ich endlich es geschafft habe, Susanna Clarks Roman zu lesen.

In beiden Fällen habe ich die Filme und deren Adaptionen geliebt. Es muss nicht immer eines oder das andere sein. Man kann immer das eine oder andere mehr mögen, aber man kann immer das Beste aus beiden haben.

Natürlich ist da ein Aspekt in unserer Situation, der weder auf die Fälle Weir noch Clarke zutrifft. Diese Romane waren fertig, bevor sie optioniert, adaptiert und verfilmt werden. Der Fall von "Game of Thrones" und "Ein Lied von Feuer und Eis" ist vielleicht einzigartig. Ich kann mich an keinen anderen Fall erinnern, in dem der Film oder die TV-Serie erschienen sind, als das Basismaterial noch geschrieben wurde. Wenn man mich fragt, ob die Serie die Bücher verdirbt, dann ist alles, was ich sagen kann "Ja und Nein" und wieder mal über den Schmetterlingseffekt murmeln. Diese hübschen kleinen bunten Schmetterlinge sind zu mächtigen Drachen gewachsen. Einige der Spoiler, denen ihr möglicherweise in der sechsten Staffel begegnet, könnten überhaupt keine Spoiler sein...weil die Bücher und die Serie auseinanderdriften, und das weiterhin tun werden."

*Hinweis: Der Autor fügt einige Spoiler an, die hier aus nachvollziehbaren Gründen nicht übersetzt wurden. Wenn Sie Staffel 1 - 5 kennen, können Sie im Blog von H. R. R. Martin zwischen den Zeilen Einiges über das Schicksal zentraler Figuren bereits erfahren.


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