Der renommierte Preis der Leipziger Buchmesse würdigt alljährlich herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Auch in diesem Jahr haben zahlreiche Verlage ihre besten Titel ins Rennen geschickt – insgesamt 506 Werke wurden von der siebenköpfigen Jury geprüft. Nun stehen die 15 Nominierten fest.
Die Spannung steigt: Wer die begehrte Auszeichnung erhält, wird am 27. März um 16 Uhr auf der Großen Bühne in der Glashalle der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben. Die Preisverleihung zählt zu den Höhepunkten der Messe und lenkt den Fokus auf Bücher, die aktuelle Diskurse prägen, literarisch herausfordern und sprachlich herausragend sind.
Nominiert in der Kategorie Belletristik:
Kristine Bilkau: Halbinsel (Luchterhand, 19.03.2025) – Ein vielschichtiges Werk über gesellschaftliche Veränderungen und individuelle Schicksale, eingebettet in eine atmosphärische Küstenlandschaft.
Esther Dischereit: Ein Haufen Dollarscheine (MaroVerlag, 08.10.2024) – Eine literarische Reflexion über Geld, Macht und soziale Ungleichheit, in dichter und eindringlicher Sprache erzählt.
Wolf Haas: Wackelkontakt (Hanser, 09.01.2025) – Der Meister des lakonischen Humors und der pointierten Erzählkunst legt einen neuen, scharfsinnigen Roman vor.
Christian Kracht: Air (Kiepenheuer & Witsch, 13.03.2025) – Ein opulenter, stilistisch präziser Roman über globale Verwerfungen und persönliche Abgründe.
Cemile Sahin: Kommando Ajax(Aufbau, 17.09.2024) – Ein literarisch wie politisch aufgeladener Roman über Widerstand und Identität, der die Grenzen von Fiktion und Realität verschwimmen lässt.
Nominiert in der Kategorie Sachbuch/Essayistik:
Maike Albath: Bitteres Blau. Neapel und seine Gesichter (Berenberg, 28.08.2024) – Eine fesselnde literarische Erkundung der süditalienischen Metropole und ihrer kulturellen Widersprüche.
Jens Bisky: Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934 (Rowohlt Berlin, 15.10.2024) – Eine akribische Untersuchung der Schicksalsjahre, die die deutsche Geschichte unwiderruflich prägten.
Harald Meller, Kai Michel, Carel van Schaik: Die Evolution der Gewalt. Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen. Eine Menschheitsgeschichte (dtv, 17.10.2024) – Ein interdisziplinärer Blick auf die tief verwurzelten Mechanismen von Gewalt und Konflikt.
Irina Rastorgueva: Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung (Matthes & Seitz Berlin, 31.10.2024) – Eine kluge Analyse politischer Narrationen im Russland der Gegenwart.
Sandra Richter: Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben. Eine Biographie(Insel, 13.01.2025) – Eine neue, facettenreiche Annäherung an das Leben und Werk des großen Lyrikers.
Nominiert in der Kategorie Übersetzung:
Olaf Kühl für die Übersetzung aus dem Polnischen von Szczepan Twardochs Kälte (Rowohlt Berlin, 16.04.2024) – Eine sprachlich wie inhaltlich herausfordernde Arbeit, die die düstere Atmosphäre des Originals treffend einfängt.
Lilian Peter für die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Erica Jongs Angst vorm Fliegen (Ecco, 25.06.2024) – Eine frische Neuinterpretation des feministischen Klassikers.
Verena von Koskull für die Übersetzung aus dem Italienischen von Gian Marco Griffis Die Eisenbahnen Mexikos(Claassen, 01.08.2024) – Ein sprachliches Abenteuer durch die Weiten Mexikos.
Thomas Weiler für die Übersetzung aus dem Belarussischen von Ales Adamowitsch, Janka Bryl und Uladsimir Kalesniks Feuerdörfer. Wehrmachtsverbrechen in Belarus – Zeitzeugen berichten (Aufbau, 11.11.2024) – Eine beeindruckend sensible Übersetzung eines historischen Dokuments.
Julia Wolf für die Übersetzung aus dem Englischen von Samantha Harveys Umlaufbahnen (dtv, 14.11.2024) – Eine poetisch präzise Übertragung eines sprachlich ambitionierten Romans.
Die Jury des Preises 2025:
Die diesjährige Jury setzt sich aus folgenden Literaturkritikerinnen und -kritikern zusammen:
Katrin Schumacher (Vorsitzende) - Kais Harrabi - Judith von Sternburg - Zita Bereuter - Thomas Hummitzsch - Cornelia Geißler - David Hugendick
Der Preis der Leipziger Buchmesse:
Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Finanziert wird er vom Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig. Als Partner fungiert das Literarische Colloquium Berlin, während das buchjournal, Deutschlandfunk Kultur und die WELT AM SONNTAG als Medienpartner die Verleihung begleiten.
Seit seiner Einführung hat der Preis sich als Seismograf der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur etabliert – er macht Entdeckungen sichtbar, fördert literarische Vielfalt und regt zu lebhaften Debatten an. Wer sich diesmal in die illustre Riege der Preisträgerinnen und Preisträger einreihen darf, bleibt bis zur feierlichen Verkündung am 27. März spannend. Sicher ist aber schon jetzt: Die nominierten Werke sind es wert, gelesen und diskutiert zu werden.
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