Moderator und Literaturkritiker Denis Scheck spricht in der kommenden Ausgabe "druckfrisch" (3. Dezember, 23:35 Uhr) mit der Buchpreisträgerin Inger-Maria Mahlke über ihren neuen Roman "Unsereins". Außerdem trifft Scheck den amerikanischen Essayisten Eliot Weinberger, der in seinem aktuellen Buch "Engel und Heilige" ein faszinierendes Wimmelbild der christlichen Frömmigkeit entwickelt.
Die Buchpreisträgerin Inger-Maria Mahlke spricht in der kommenden Ausgabe "druckfrisch" mit Moderator Denis Scheck über ihren aktuellen Roman "Unsereins". Darin erzählt sie von einer Familie, die als erzählerisches Gegenstück zur Familie Buddenbrook bezeichnet werden kann, von einem lübecker Milieu, deren Akteure in Thomas Manns großem Roman nur schlaglichtartig am Rande auftauchten: von den Bediensteten und den Frauen, von offenem Antisemitismus, von der Überheblichkeit der Patriarchen im damals "kleinsten deutschen Staat". Selbst Lübeck war mehr als in einen Jahrhundertroman passt. Natürlich stolziert auch ein hochnäsiger Bürgersohn und Jungschriftsteller durch Mahlkes Buch: Thomas "Tomy" Mann. Spitzname: "Der Pfau".
Eliot Weinberger über himmlische Heerscharen und irdische Heilige
Der amerikanische Essayist Eliot Weinberger macht sich in seinem aktuellen Buch "Engel und Heilige" auf die Suche nach himmlischen Konsistenzen. Haben Engel einen Körper? Wenn nein, wie können sie singen? Haben sie einen eigenen Willen, oder sind sie Gottes unsichtbare Marionetten? Und sind Heilige, wenn sie erscheinen, womöglich nur verkleidete Engel?
Weinberger entfaltet in "Engel und Heilige" ein faszinierendes Wimmelbild der christlichen Frömmigkeit: Jahrhunderte lang haben Theologen den Himmel vermessen, Cherubim, Seraphim, Erzengel und Schutzengel beschrieben - und die Deutungen ihrer Vorgänger wieder umgedeutet. Und ebenso spiegelt sich in den abenteuerlichen Geschichten der Heiligen das menschliche Urbedürfnis, Erklärungen für das Unerklärliche zu finden. Weinberger verzichtet auf jede Bewertung, er schildert nur, was zu welcher Zeit über Engel und Heilige gedacht und erzählt wurde. Und man kommt beim Lesen aus dem - gläubigen oder ungläubigen - Staunen nicht mehr heraus.
Denis Scheck empfielt
Denis Scheck empfiehlt die neue Katherine-Mansfield-Biographie von Michaela Karl: "Ich brauche einen Liebhaber, der mich am Denken hindert".
Ich brauche einen Liebhaber, der mich am Denken hindert
Heute von Leser*innen weltweit verehrt, war Katherine Mansfield (1888-1923) zu ihren Lebzeiten vor allem eins: unbeliebt. Anfang des 20. Jahrhunderts kommt die gebürtige Neuseeländerin nach London, mit dem Ziel, eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Im Dunstkreis der legendären Bloomsbury Group sorgt sie für Furore – und Ärger. Virginia Woolf & Co empfinden sie als »literarische Unterwelt«, sie selbst hält sich für ein Genie. Gesegnet mit Kreativität, Talent und Humor schafft sie in kürzester Zeit ein herausragendes Werk und kämpft zugleich gegen ihre zahlreichen Dämonen. Doch der härteste Kampf ihres Lebens steht ihr erst noch bevor … Michaela Karl zeichnet ein umfassendes Bild dieser widersprüchlichen Künstlerin und wirbt zugleich für ihren Wahlspruch: Leben und leben lassen. (Verlagsankündigung)
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