Dieses Mädchen Seite 2

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Ich habe mich immer gefragt, tu ich heute noch, wann der Tag war, an dem auf einmal ich, die Gesunde, die ihr Leben genießen kann, weniger lächelte als dieses Mädchen, welches dies nicht tun konnte. Sie saß immer da, hat sich gefreut, wenn Freunde da waren und gelacht, während sie an diesem komischen Ding hing, welches ihr eigentlich die meiste Energie geraubt hat. Sie sah aus als wäre sie das glücklichste Mädchen der Welt, doch in meinem Kopf war das nicht möglich. Schließlich war sie hier drin gefangen, konnte eben nicht auf jeden Spielplatz und auch nicht wild mit den anderen rumtollen. Zu allem Überfluss verlor sie auch noch ihre Haare und trotzdem war genau dieses Mädchen, so viel fröhlicher als ich. Sie hat ihr Leben mehr genossen als ich, obwohl sie hier drin war und ich da raus gehen konnte. Als mir das klar wurde merkte ich auf einmal, wie wichtig diese Leute, die sich ständig nach mir erkundigten, doch waren, denn irgendwie wussten sie damit umzugehen und sie konnten mich verstehen, was meine Freunde nicht taten. Ich fühlte mich auf einmal wohl und freute mich da rein zu gehen und mit denen zu reden. Durch diese Leute habe ich gelernt, wie ich überhaupt Hoffnung bekomme und das reden, Gold wert ist.

Zurück, zu diesem Mädchen, welches euch immer noch beibringen muss, wie viel Hoffnung jetzt richtig ist. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie konnte sie das schon immer gut, das mit der Hoffnung. Während ihrer ganzen Zeit dort drin, schien es mir immer so, als wäre sie das glücklichste Mädchen der Welt, deswegen habe ich sie eines Tages darauf angesprochen…

Es wäre ganz einfach, meinte sie. Schließlich hätte sie ja mich, ihre Freunde und alle anderen ringsherum. Sie könne vielleicht nicht raus, aber sie bräuchte das auch gar nicht, denn sie hätte alles hier, was sie glücklich macht. Wozu sollte sie traurig sein, wenn sie gar keinen Grund dazu hätte. Schließlich würde Gott schon wissen, wieso er das tut und was er als nächstes tut. - Ach ja, wir sind übrigens christlich – Natürlich wöllte sie trotzdem gern wieder raus gehen und auf einem Spielplatz rum tollen, aber solange sie das nicht kann, würde sie sich halt anders beschäftigen und glücklich sein.

So, ich denke mal, jetzt ist bei dem einem anderen die Frage aufgekommen, wie: „Und was hat das jetzt mit Hoffnung zu tun?“ Nun ja, ganz einfach 1. Schenkt sie sich selber Kraft und Mut, indem sie sagt, das glücksein das Wichtigste ist und 2. Gab sie mir damit Hoffnung, denn ich wusste, dass sie glücklich ist und das war alles was ich wollte.

Es gibt übrigens eine Grund, warum ich nicht sage, dass wir hofften, dass sie wieder gesund wird, am Anfang tat ich das, aber dieses kleine kluge Mädchen, belehrte mich eines Besseren. „Hoffnung hat oft etwas mit Glaube zu tun, das heißt sobald du etwas hoffst, betest du auch dafür, dass es eintritt. Sobald es aber doch nicht eintritt, dann wirst du enttäuscht und wenn das Ereignis schlimm genug war, dann verlierst du deinen Glauben und deine Hoffnung, und dadurch automatisch auch dein „Glücklichsein“. Denn durch deinen Glauben bist du Glücklich und durch die Hoffnung, bekommst du Mut neues zu wagen, um glücklich zu sein.“ Nach diesem Gespräch wusste ich, dass dieses kleine Mädchen, die stärkste Person ist, die ich kenne. Ich hörte vielleicht nicht auf, zu hoffen das sie gesund wird, doch ich wusste auch, dass ich die Hoffnung nicht verlieren darf, falls es nicht passiert. Was ich aber noch nicht wusste war, dass dies die letzten Worte waren, die ich je von ihr gehört haben sollte, denn sie verstarb in der Nacht darauf. Ich war froh, dass es genau diese Worte waren, denn sie gaben mir Kraft und Mut weiter zu machen. Sie geben mir noch heute Hoffnung und ich weiß, dass sie glücklich ist und dadurch bin ich es auch. Ich bin stolz darauf, dieses Mädchen, welches mir Kraft in ihrem schwächsten Moment gab, meine kleine Schwester nennen zu dürfen.


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