Der Nachlass des österreichischen Lyrikers Rainer Maria Rilke wird künftig im Deutschen Literaturarchiv Marbach verwahrt. Finanziert wurde der Kauf unter anderem von mehreren Stiftungen, vom Bund und vom Land Baden-Württemberg, teilte eine Sprecherin des Archivs am Dienstag mit.
Es handle sich um ein "Jahrhunderterwerb", hieß es am Dienstag im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Den genauen Kaufpreis wollte man allerdings nicht nennen. Erworben wurde der bislang im Familienarchiv aufbewahrte Nachlass des Dichters Rainer Maria Rilke. Seit beinahe 100 Jahren habe sich dieser in Privatbesitz im badischen Gernsbach befunden.
Rilke zähle neben Franz Kafka zu den weltweit wichtigsten deutschsprachigen Autoren der literarischen Moderne, so eine Sprecherin des Marbacher Archivs. Mit dem Erwerb vervielfacht sich der bisherige Rilke-Bestand in Marbach. Um welche Kulturgüter es sich im Einzelnen bei dem Zuwachs handelt, wird im Laufe einer für Donnerstag angesetzten Pressekonferenz mitgeteilt.
Briefwechsel
Rilke führte umfangreiche Korrespondenzen mit Personen aus aller Welt. Ein großer Teil des Nachlasses soll aus noch weitgehend unerschlossenen Briefen an Rilke bestehen, unter anderem solche seiner Weggefährtin, der Essayisten und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé.
Rainer Maria Rilke gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne. Ein Ruf, der insbesondere auf seine Dinggedichte zurückgeht, die Rilke in seiner Gedichtsammlung "Neuen Gedichten" vollendete. Zu dieser Sammlung gehört unter anderem Rilkes wohl bekanntestes Werk, das Gedicht "Der Panther". In seinem Spätwerk führte er die lyrische Gattung Elegie auf ihren letzten Höhepunkt in der deutschsprachigen Literatur.
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