Der Bestsellerautor Stephen King hat sich in einem Gerichtsverfahren für mehr Pluralität und gegen Vereinheitlichung innerhalb der Verlagswelt ausgesprochen. Verhandelt wurde der Versuch des Bertelsmann-Konzerns, die Verlage Simon & Schuster und Penguin Random House zu fusionieren. Damit gäbe es ein großes Verlagshaus weniger in den USA. King warnte vor monopolisierenden Tendenzen. Für Schriftsteller werde es "immer härter", ausreichend Geld zu verdienen.
Der Bestsellerautor Stephen King hat als Zeuge in einem Gerichtsverfahren gegen die Übernahme des Verlags Simon & Schuster durch den Medienkonzern Bertelsmann ausgesagt. Das Verfahren fand vor einem Bundesgericht in Washington statt. Dort verteidigte der Bestsellerautor die Unabhängigkeit des Verlags Simon & Schuster. "Ich denke, Konsolidierung ist schlecht für den Wettbewerb", so King. "Je mehr Unternehmen es gibt, desto besser." King selbst hatte seine Romane "Shining" und "Es" bei Simon & Schuster veröffentlicht. Im Verfahren sagte er freiwillig für den Kläger, das US-Justizministerium, aus.
Der Hintergrund
Bereits im November 2020 hatte Bertelsmann verkündet, dass die dem Medienkonzern angehörende US-Verlagsgruppe Penguin Random House den Verlag Simon & Schuster für knapp 2,2 Milliarden Dollar von der US-Mediengruppe ViacomCBS kaufen will. Das US-Justizministerium klagte darauf hin, um die Übernahme zu verhindern.
Stephen King: Für Schriftsteller wird es "immer härter"
Eine Übernahme würde nicht nur dem Wettbewerb, sondern auch den Autoren und damit letztlich den Leserinnen und Lesern schaden, argumentierte das Ministerium. "Die Fusion würde Penguin Random House einen übergroßen Einfluss darauf geben, wer und was publiziert wird, und wie viel Autoren für ihre Arbeit bezahlt werden", hieß es. Sollte die Klage abgewehrt werden und es zu einer Übernahme des Verlags kommen, gäbe in den USA statt fünf nurmehr vier große Verlagshäuser. Neben Penguin Random House und Simon & Schuster zählen auch Macmillian Publishers, HarperCollins und die Hechtete-Buchgruppe zu den "Big 5" der amerikanischen Verlagsbranche.
King bezog sprach von einer grundlegenden Veränderung des Literaturbetriebs, von dem Wegfall immer weiterer Verlags. "Als ich begonnen habe, gab es Hunderte Verlage", sagte der Autor. "Einer nach dem anderen wurde entweder von anderen Verlagen übernommen oder hat dichtgemacht." Für Schriftsteller werde es "immer härter", mit dem Schreiben ausreichend Geld zu verdienen. King erinnerte sich daran, wie er nach dem Erfolg von Shining von seinem Verleger zwei Millionen Dollar für die nächsten drei Bücher verlangte hatte, und ausgelacht wurde. Er habe daraufhin den Verlag gewechselt.
Penguin Random House und Simon & Schuster weisen Vorwürfe zurück
Penguin Random House und Simon & Schuster haben die Vorwürfe des Justizministeriums zurückgewiesen. Die geplante Übernahme sei von Vorteil für Autoren, Leser und den Buchhandel, heißt es von Seiten der Verlage. Zudem ermögliche eine Fusion zusätzliche Investitionen in Veröffentlichungen. Penguin Random House mit Sitz in New York ist der weltgrößte Buchverlag und gehört vollständig zu Bertelsmann.
Topnews
Unser Geburtstagskind im Juli: Franz Kafka und die Kunst, sich nicht zurechtzufinden
Unser Geburtstagskind im Juni: Thomas Mann und die brüchige Ordnung der Welt
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Simon & Schuster lässt milliardenschweren Deal platzen
US-Gericht entscheidet: Fusion der Verlage Simon & Schuster und Penguin Random House darf nicht stattfinden
Wenn Welten kollidieren – Stephen Kings „Other Worlds Than These“ zwischen Mittwelt und Territorien
Sylvester Stallone veröffentlicht seine Memoiren
Die besten Bücher des Jahres 2025 – Diese Titel musst du lesen!
Salman Rushdie präsentiert sein neues Memoir "Knife. Gedanken nach einem Mordversuch" in Berlin
"audible" Hörbuch-Charts: Torsten Weitze mit "Die Ewigkeit des Eises" auf Platz 1
"audible" Hörbuch-Charts: "Kleine Schritte, große Wirkung"-Podcast steigt auf Platz 1
"audible" Hörbuch-Charts: Stephen King und Jens Henrik Jensen als Neueinsteiger
Trotz Absage: Gastland Portugal wird in Leipzig präsent sein
Leipziger Buchmesse: Weitere Verlage springen ab
Von Frankenstein bis Doctor Sleep: Unsere Buchempfehlungen zu Halloween
"audible" Hörbuch-Charts: Stephen King mit "Billy Summers" an der Spitze
SPIEGEL Bestseller Update: Höchster Neueinstieg für Wolfgang Kubicki´s "Die erdrückte Freiheit"
Barack Obama und Bruce Springsteen: Nach gemeinsamen Podcast folgt gemeinsames Buch
Aktuelles
Thomas Mann im Kino: „Vaterland“ – eine Rückkehr in das Land der Wörter
„Parasiti“ von Alisha Gamisch: Was sich in einer Familie einnistet
Tony Tulathimutte: „Fiasko“ – Jeder ist die Hauptfigur seiner Zurückweisung
Produktivität um jeden Preis? Patrick Peters über die Grenzen der Selbstoptimierung
Erin A. Craigs „Ein Haus aus Salz und Tränen“ zwischen Märchen, Gothic Horror und weiblicher Selbstbehauptung
Ada Caine: „Eine echte Komtess“ – Ein Sommer zwischen den Ständen
Die Krone von Eilidion (The Crown of Eilidion)
Wer hat Angst vorm Märchen?
Böse Stunde von Catherine Shepherd – Wenn die Zeit zur Tatwaffe wird
Hotlist 2026: Dreißig Bücher gegen die Gleichförmigkeit
Donald Duck im Ruhrgebiet: Micky Maus Magazin 17/26 schickt die Kult-Ente auf eine außergewöhnliche Reportage
Stuttgarter Buchwochen 2026 setzen auf Bestseller, Leseförderung und neue Formate
Julia Bielenberg über Bildung: Die erste Schule heißt Familie
Shortlist zum Deutschen Kinderbuchpreis 2026 veröffentlicht: Zehn Bücher hoffen auf die Auszeichnung
Monika Helfer ist tot
Rezensionen
Als wir träumten von Clemens Meyer
Die Psychiaterin von Freida McFadden: Ein Haus voller Stimmen – und keine davon sagt die ganze Wahrheit
Nachtschatten von Kristina Ohlsson: Ein atmosphärischer Schwedenkrimi zwischen Familiengeheimnissen und tödlichen Wahrheiten