Natascha Wodin erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2022 für ihr literarisches Gesamtwerk. Der Preis wird von der Stiftung Joseph Breitbach und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz verliehen. Die Verleihung wird am 16. September 2022 im Theater Koblenz stattfinden. Der Preis ist mit 50.000 € dotiert.
Hier bestellen
Sie kam aus Mariupol: Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik 2017 und dem August-Graf-von-Platen-Preis 2017
»Natascha Wodins Bücher«, so die Jury, »zeichnet eine Dringlichkeit und zarte, aber unerbittliche Wucht aus, mit der ihre lebendige Erzählweise ins Zentrum des Geheimnisses um die Verletzlichkeit und Nacktheit des Menschen drängt. Ihre Bücher fragen, hinterfragen, suchen und entwickeln durch ihr Thema der erweiterten Autobiografie eine Erzählhaltung ganz eigener Art, deren Sog den Leser in den Glutkern politischer und menschlicher Abgründe führt. Als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter nimmt die in Deutschland geborene, russisch-ukrainischstämmige Autorin in ihrem Buch ›Sie kam aus Mariupol‹ den historischen Komplex von Schuld und Scham in den Blick, der auch nach Jahrzehnten noch in unsere Gegenwart reicht. Auch ihr jüngster Roman ›Nastjas Tränen‹ erzählt von den Spuren politischer Erschütterungen in persönlichen Beziehungen, die auch ihre früheren Bücher prägen und einen singulären geschichtlichen Zugang eröffnen.«
Natascha Wodin, 1945 in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen Lagern für Displaced Persons, dann – nach dem frühen Tod der Mutter – in einem katholischen Mädchenheim auf. Ihr Romandebüt ›Die gläserne Stadt‹ erschien 1983, es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, darunter die Romane ›Nachtgeschwister‹, ›Irgendwo in diesem Dunkel‹ und ›Sie kam aus Mariupol‹, für den sie u.a. 2017 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis, dem Alfred-Döblin-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.
Vor 25 Jahren wurde der Preis zum ersten Mal durch die Stiftung Joseph Breitbach und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur / Mainz vergeben, seit 20 Jahren findet die Verleihung in Koblenz, dem Geburtsort von Joseph Breitbach, statt.
Hier bestellen
Sie kam aus Mariupol: Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik 2017 und dem August-Graf-von-Platen-Preis 2017
Topnews
Unser Geburtstagskind im August: Mary Shelley
Unser Geburtstagskind im Juli: Franz Kafka und die Kunst, sich nicht zurechtzufinden
Unser Geburtstagskind im Juni: Thomas Mann und die brüchige Ordnung der Welt
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Natascha Wodins offener Brief: Wenn der Mensch hinter dem Plural verschwindet
"Hannah-Arendt-Preis" für den ukrainischen Schriftsteller Serhij Schadan
Wer ist Wolodymyr Selenskyj? Biografische Bücher über den ukrainischen Präsidenten
Intellektuelle fordern: "Waffenstillstand jetzt!"
Peter Sloterdijk zum Ukraine-Krieg: "Man hört kaum noch Gegenstimmen"
Russischer Schriftsteller Dmitry Glukhovsky zur nationalen Fahndung ausgeschrieben
Klaus von Dohnanyi: Was steht für Deutschland auf dem Spiel?
Gegenposition: Offener Brief für "kontinuierliche" Waffenlieferungen an die Ukraine
Moralische Erpressung? Alexander Kluge zur Lieferung schwerer Waffen
Schriftstellerin Juli Zeh verteidigt offenen Brief an Olaf Scholz
Ex-Funktionäre fordern Deniz Yücels Rücktritt als PEN-Präsident
Man steht blank da: Kunst in Zeiten des Krieges
Schriftsteller Navid Kermani gegen Boykott russischer Literatur
Leipzig: Buchmesse-Ersatzveranstaltungen thematisieren Ukraine-Krieg
Wladimir Kaminer: Die Zeit vor ein paar Wochen
Aktuelles
Die Riesinnen von Hannah Häffner: Heimat ist nicht dasselbe wie Dazugehören
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén: Wenn Fürsorge die Freiheit kleiner macht
Kein Sommer ohne August von Lucy Astner: Manche Sommer dauern länger als drei Monate
Broder von Dörte Hansen: Zwei Brüder, ein Hof und die Frage, wem das Land gehört
Zur See von Dörte Hansen: Eine Insel kann Heimat sein und trotzdem zu eng werden
Österreich und Deutschland stiften Lyrikpreis zum Bachmann-Jubiläum
Die verschlossene Tür von Freida McFadden: Wie weit fällt der Apfel vom Stamm?
Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling: Die Revolution wird diesmal nicht vertagt
Deutscher Buchpreis 2026: Diese sechs Romane stehen auf der Shortlist
Lesen als Abendritual: Warum das gedruckte Buch den Bildschirm vor dem Schlafengehen schlägt
Die App – Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst von Arno Strobel: Wenn das eigene Zuhause zum Gegner wird
PISA 2025: Stiftung Lesen fordert frühe Leseförderung
Vielleicht bin ich nicht Gott von Stefania Gander: Die Welt gehört der Katze – der Mensch darf bleiben
Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova: Was der Wald über Frauen erinnert
Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking: Was geschieht mit den Träumen, die wir vernünftig begraben?
Rezensionen
George Moore: Albert Nobbs – Das Leben im Dazwischen
MONOFUTURIS – Vom Fortschritt zum Verlust der Vielfalt von Konstantin Schamber
Karosh Taha: „Gulistan“ – Wenn selbst ein Name gefährlich wird
Eunike Grahofers „Wurzeln – Apotheke aus der Erde“
Rage – Du sollst brennen von S.T. Abby: Am Ende reicht Rache allein nicht mehr
Pain – Du sollst leiden von S.T. Abby: Wenn die Wahrheit nicht mehr verborgen bleiben kann
Sarah Elena Müller: „Unwucht“ – Die offene Seite der Liebe
Revenge – Du sollst flehen von S.T. Abby: Wenn aus Rache endgültig Krieg wird
Blood – Du sollst bereuen von S.T. Abby: Wie lange kann man jemanden lieben, den man nicht kennt?
Secret – Du sollst mich fürchten von S.T. Abby: Wenn die Serienkillerin zur Heldin wird
Giuliano Musio: „Aus anderem Holz“ – Der Mensch, der eine Puppe blieb